Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Mulchen bremst den Wasserverbrauch im Garten

Die Mulchschicht verbessert auch die Bodenqualität und hemmt das Wachstum unerwünschter Beikräuter

03.08.2006

Nach einer langen Hitzeperiode dürstet die Erde immer nach Wasser. Wer Zeit und Wasser sparen will, kann sich mit Mulchen helfen: Diese einfache Maßnahme senkt den Wasserbedarf enorm, angenehme Nebeneffekte sind die Verbesserung der Bodenqualität und eine Förderung des Bodenlebens.
 
Unter "Mulchen" versteht man das Abdecken des Bodens mit Pflanzenmaterial. Hierzu eignet sich z.B. Stroh, angetrockneter Grasschnitt, ausgejätete Beikräuter, Ernterückstände (Bohnenstroh…) oder Zweige. Die Decke aus abgestorbenen Pflanzenresten schützt den Boden vor extremen Witterungseinflüssen (Starkregen, Hitze …) welche die Krümelstruktur des Bodens zerstören könnten. Risse im Boden oder Verkrustungen werden dadurch vermieden. Da die luftreiche Mulchschicht gut isoliert, erwärmt sich der Boden tagsüber langsamer und erreicht geringere Temperaturspitzen als unbedeckter Boden. Nachts kühlt er weniger ab. In den Hohlräumen zwischen dem Pflanzenmaterial hält sich höhere Luftfeuchtigkeit als in der Umgebung. Dadurch wird die Verdunstung von Bodenwasser herabgesetzt, es muss weniger gegossen werden.

Der ausgeglichene Verlauf der Tages- und Jahrestemperaturen sowie die gleich bleibende Feuchtigkeit im Boden kommt den Ansprüchen vieler Bodenorganismen entgegen. Das organische Mulchmaterial dient ihnen obendrein als Nahrung. Die fleißigen Helfer unter der Erde stabilisieren das Krümelgefüge des Bodens mit ihren Ausscheidungen. In ihrem Darm entstehen sogenannte "Ton-Humus-Komplexe", welche mit dem Kot an den Boden abgegeben werden. An diesen Ton-Humus-Komplexen werden Wasser und Mineralstoffe gebunden und für die Pflanzenwurzeln verfügbar gemacht. Bakterienkolonien, Pilzfäden und die feinen Wurzelhaare der Pflanzen werden durch die Mulchschicht ebenfalls begünstigt und schaffen eine gute Bodenstruktur. Der Aufbau von Humusstoffen wird zudem gefördert.

Dass Auflagen mit abgestorbenen Pflanzenteilen unerwünschte Beikräuter unterdrücken, versteht sich von selbst. In schneckenreichen Gärten muss man jedoch Vorsicht walten lassen: Schnecken mögen dunkle, feuchte Verstecke! Aus diesem Grund sollte man das auszubringende Pflanzenmaterial vorher antrocknen lassen und nur dünne Schichten auslegen, unter denen sich Schnecken nicht zurückziehen können. Schadinsekten wie Erdflöhe, Wurzelläuse, Spinnmilben und Weiße Fliege hingegen bevorzugen trockene Böden und werden durch die Mulchschicht abgewehrt.

Wo Platz im Garten vorhanden ist, kann Beinwell als Lieferant von Mulchmaterial gepflanzt werden. Diese schnellwüchsige Pflanze produziert das ganze Jahr über Blätter zum Auslegen zwischen die Gemüsepflanzen und die weißen oder lila Blüten sind ein schöner Blickfang im Garten. Vor dem Mulchen muss die Erde oberflächlich aufgelockert werden und feucht sein. Damit ständiger Luftaustausch möglich ist, wird die Schicht nur wenige Zentimeter aufgetragen und immer wieder ergänzt. Strohiger Mulch entzieht dem Boden bei der Verrottung Stickstoff. Deshalb ist es sinnvoll, Hornspäne unter die Mulchschicht zu mischen.

Im Spätsommer oder Herbst empfiehlt es sich, alle freien Beete mit Ernterückständen, Wildkräutern oder Häckselmaterial abzudecken. Das Umgraben kann man sich, sofern es sich nicht um einen sehr lehmigen Boden handelt, ersparen. Das rege Bodenleben unter der Mulchschicht führt zu einem garen, krümeligen Boden mit optimaler Struktur.

Mulchmaterial und seine Wirkung:

Beinwellblätter, ComfreyBesonders reich an Kalium, günstig v.a. für Paradeiser u.a. Fruchtgemüse
BrennesselnEnthalten Kalium, Calcium, Stickstoff, Phosphor und Spurenelemente (Silicium, Magnesium, Eisen). Verbessern die Qualität des Humus und der Pflanzengesundheit.
FarnkrautHält Schnecken fern, vertreibt Erdraupen, Kartoffelkäfer und Möhrenfliege
GinsterzweigeBesonders günstig neben Gurkensämlingen, Kohlpflanzen oder Rettich. Der Geruch vertreibt Erdflöhe.
RainfarnEnthält Kalium, vertreibt die Möhrenfliege
Schilfhäcksel, Paradeiserblätter, KapuzinerkresseDie sperrigen langen Stängel wirken gut gegen Schnecken. Duftstoffe der genannten Pflanzen mögen Schnecken nicht.
LaubFällt im Herbst in großen Mengen an. Gut geeignet für Sträucher und Beerenobst.


Quelle: "die umweltberatung"

 

Top Themen

Top Links