Herzlich Willkommen!
Bitte lesen Sie » diesen Hinweis zur Webheimat-Gemeinde!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Übergrößen-Mode ist kein Nischenprodukt

Langsam findet ein Wandel in der Modeindustrie statt.


23.03.2017

Bildquelle: Flickr, athriftymrs.com, CC BY-SA 2.0 (weitere Infos siehe Textende)

Wenn man sich die Ware in den Schaufenstern der Fußgängerzone anschaut, fällt auf, dass diese vor allem an sehr schlanken Mannequins präsentiert wird. Sieht man sich das Sortiment in den Geschäften genauer an, bemerkt man auch hier, dass die angebotene Mode vor allem jenen mit Konfektionsgröße 32-42 vorbehalten ist - größere Größen werden oft nur als Nische gehandelt. Dabei trägt die Durchschnittsfrau mittlerweile Größe 42/44. Doch langsam findet ein Wandel in der Modeindustrie statt.

Als vor einem Jahr Ashley Graham als erstes Übergrößen-Model das Cover des Magazins Sports Illustrated zierte, stieß sie damit eine ganze Bewegung an. Denn schon lange stand die Mode-Industrie in der Kritik, ein unrealistisches Schönheitsideal zu vermitteln, in dem vor allem langbeinige, sehr schlanke Models Mode auf dem Laufsteg und in diversen Werbekampagnen präsentieren. In sozialen Netzwerken wie Instagram teilen die Nutzer als Konsequenz unter dem Hashtag #effyourbeautystandards motivierende Zitate und Aufnahmen von sich selbst und wollen damit die Nachricht verbreiten: Jeder ist schön, egal, welche Hautfarbe, egal, wie dick oder wie dünn, wie groß oder wie wie klein. Auch mehr und mehr Bekleidungsfirmen reagierten darauf und bieten nun Mode ab Konfektionsgröße 42 an. Mittlerweile gibt es sogar Online-Shops wie Emilia Lay, die sich auf trendige Mode für große Größen spezialisiert haben, und auch Modeketten wie H&M oder C&A bieten Übergrößen an. Und dennoch wird die Konsumentengruppe noch immer als Nische behandelt, obwohl sie die Konfektionsgröße der Durchschnittsfrau repräsentiert.

Denn anstatt Plus-Size-Ware neben die anderen Kleidungsstücke in Größe 32-42 zu hängen, bekommen sie eine eigene Abteilung und werden somit von den Standardgrößen abgegrenzt. Den Konsumenten vermittelt dies das Gefühl, Übergrößen seien "unnormal". Einen Schritt weiter sind hier manche Marken in ihren Werbekampagnen. Während zu Beginn der Diskussionen um Plus-Size-Mode oft betont wurde, dass es sich bei der beworbenen Kleidung um Plus-Size handle, wird mehr und mehr darauf geachtet, dass diese Information nicht mehr extra hervorgehoben wird. So zum Beispiel in der Werbekampagne von H&M für die Herbstkollektion 2016, für die Ashley Graham als normales Model und nicht für Übergrößen gebucht wurde.

Bildrechte: Flickr, athriftymrs.com, CC BY-SA 2.0