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Küchengeheimnis : So kochen die Österreicher

IKEA-Studie hat in Küchen und Kochtöpfe geblickt

09.11.2005

Wie kochen die Österreicher? Eine brandneue internationale Studie im Auftrag von IKEA lüftet die Küchengeheimnisse der Österreicher und schaut auch in die Kochtöpfe anderer Nationen. Wer schwingt den Kochlöffel, wie wird gekocht und was wird gegessen, wenn der Herd kalt bleibt – der "Complete Kitchen Living" Report bringt interessante heiße Details aus Küchen aus aller Welt ans Tageslicht.

"Complete Kitchen Living" nennt sich die internationale, repräsentative Umfrage im Auftrag von IKEA, die das Schweizer Marktforschungsunternehmen ISOPUBLIC in 27 Ländern weltweit durchgeführt hat. Gegenstand der Untersuchung war das "Küchenleben" von Menschen ab 15 Jahren rund um den Globus. Die Studie kam dabei zu überraschenden Ergebnissen.

Für mehr als ein Viertel (26 %) der Österreicher ist die Küche der wichtigste Raum im Haushalt - das entspricht genau dem weltweiten Durchschnitt. Leute, die am Land leben, und Familien mit Kindern halten sich noch lieber in der Küche auf. Tendenziell lässt sich auf alle Fälle eines feststellen: Je größer der Haushalt, desto wichtiger die Küche.

Wer gehofft hat, dass der "Complete Kitchen Living" Report endgültig mit alten Vorurteilen aufräumt, wird enttäuscht: Auch im neuen Jahrtausend ist Kochen immer noch hauptsächlich Frauensache – in Österreich sogar noch etwas mehr als im weltweiten Durchschnitt. Am seltensten übernehmen die Männer in Saudi Arabien die Essenzubereitung (2,6 %) – sie überlassen das lieber der Gattin oder dem Personal. Auch die malaysischen und japanischen Männer meiden die Küche - und selbst in Europa gibt es eindeutige Kochmuffel unter den Vertretern des so genannten starken Geschlechts: Schweizer, Norweger, Niederländer oder Spanier etwa. Wahre Küchenchefs sind dagegen Schweden, Kanadier, Dänen und Chinesen. In diesen Ländern kocht ein Viertel oder mehr der männlichen Befragten am häufigsten das Essen.

Trotz großer Unterschiede in der männlichen Kochwilligkeit zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Weltweit sind es hauptsächlich die Frauen (und zwar zu 77 %), die dafür sorgen, dass ihre Lieben "etwas Anständiges" zum Beißen bekommen. Auch außerhalb der "Kochzeiten" sind die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts viel lieber in der Küche als ihre männlichen Artgenossen - sie war und ist ein "Frauenraum". Gut ein Viertel der österreichischen Frauen bevorzugt die Küche als Ort für gemütliches Essen im Kreis der Familie, unterhaltsame Kaffeekränzchen mit Freunden und um Besuch zu empfangen - die Liebe zur Küche ist deutlich ausgeprägter als beim Rest der Welt.

Meistens wird im Kreis der Familie oder mit dem Partner diniert. Knapp 40 % der Österreicher verzichten auf das Dinner for Two und speisen die meiste Zeit alleine - besonders Singles und Stadtbewohner zählen zu den einsamen Essern. Beim Essen Fernsehen ist in Österreich weniger weit verbreitet als im Rest der Welt - nur bei 27 % läuft der Flimmerkasten auch während der Mahlzeiten (weltweit 44 %), wobei diese Gewohnheit in Wien, in der Steiermark und in Kärnten weiter verbreitet ist.

Und was wird gegessen? Über 60 % der Österreicher schmecken ihre heimischen regionalen Schmankerl. Bei der ausländischen Küche sind sie wählerischer: Italienisches Essen kommt mit riesigem Abstand am liebsten auf den Teller - ein Phänomen, das es in allen deutschsprachigen Ländern gibt. Auch Chinesisch-Asiatisch, Französisch und Mexikanisch wird gerne gegessen. Bei der Wahl der Zutaten zeigen sich die Österreicher als "Fleischtiger" – nur etwas mehr als 11 % bevorzugen vegetarische Ernährung. Fertiggerichte sind laut dem "Complete Kitchen Living" Report nicht sonderlich populär: Nur fünfeinhalb Prozent bevorzugen diese Art des "Kochens".

Was essen Herr und Frau Österreicher, wenn der Herd kalt bleibt, sie aber auch keine Lust aufs Restaurant haben? Ein Großteil (60 %) richtet sich eine Jause, isst Salat, Obst, oder was eben gerade im Kühlschrank ist (15 %). Nicht einmal knapp ein Fünftel greift zu Dose oder Packerl und stillt mit einem Fertiggericht den Hunger. Viele nehmen auch Hilfe von Außen in Anspruch: Ein kurzes Telefonat, und Pizza, Pasta und Chop Suey werden direkt nach Hause geliefert. Diese Art der Nahrungsbeschaffung ist vor allem in Wien sehr beliebt. Und immerhin 10 Prozent machen sich ein "Restlessen".

Der "Complete Kitchen Living" Report bringt aber auch Erstaunliches aus den heimischen Küchen zutage: 23 % der Befragten geben zu, bereits mindestens einmal nackt oder in Unterwäsche gekocht zu haben. Und vor allem in Tirol und Vorarlberg ist die Küche ein beliebter Ort für romantische Stelldicheins. Es geht also heiß zu in Österreichs Küchen! Allerdings sind die Österreicher dabei in guter Gesellschaft: Auch in anderen deutschsprachigen Ländern kleiden sich die Menschen beim Kochen gern "leicht": 26 % der Schweizer haben zumindest schon einmal nackt oder in Unterwäsche den Kochlöffel geschwungen. Dass diese Zahl auf den spanischen Inseln auf 29 % ansteigt, mag am Klima liegen. Wie erklären sich aber die je 33 % Prozent der dänischen und finnischen Nacktkocher und die 28 % aus Norwegen?

Fast jeder macht es, keiner gibt es gerne zu - gewisse unanständige Dont´s, die einem schon von Klein auf bekannt sind: Direkt aus dem Packerl trinken oder den Kochlöffel abschlecken und dann wieder umrühren gehören dazu. Wer sich jetzt ertappt fühlt, kann sich in guter Gesellschaft wägen: 35 % der Mitbürger sind Packerltrinker, noch mehr bekennende Kochlöffelschlecker. Je jünger die Köche, desto schlimmer die Sitten - geschlechterspezifische Unterschiede gibt es dabei keine. Dafür zeigen sich die Österreicher in Sachen Küchenhygiene vorbildlich: Nur 17 % haben ihren Kühlschrank in den vergangenen drei Monaten nicht geputzt.

Was machen die Österreicher in der Küche, wenn gerade nicht gekocht wird? Lt. Ergebnis der Studie wird in der Küche so gut wie alles getan! Telefoniert, ferngesehen, Wäsche gewaschen, mit den Kinder gespielt - und vieles mehr. Und in den Küchen der Nation geht es nicht nur beim Kochen heiß her - über ein Viertel der Befragten trägt Diskussionen und Streitigkeiten bevorzugt in der Küche aus.

Rund die Hälfte der heimischen Küchen ist mit einem Essplatz ausgestattet, 41 % der Österreicher kochen in einem separaten Raum. Je wichtiger die Küche für die Bewohner ist, desto häufiger wird auch dort gegessen. Ihre derzeitige Küche bezeichnen die meisten als funktionellen, gemütlich-warmen Raum, in dem sie sich gerne aufhalten. Die Traumküche ist aber durchwegs größer und moderner als die aktuelle. Viele Österreicher wünschen sich auch mehr spezielle Elektrogeräte. Dabei verfügt der Großteil der österreichischen Küchen über umfangreiches Equipment: Herd (99 %), Kühlschrank (97,5 %), Backofen (93,3 %) und Kaffeemaschine (86,3 %) gehören zum Standard, Mixer, Geschirrspüler und Toaster sind auch in fast allen Küchen zu finden.

Die Österreicher sind weltweit am zufriedensten mit ihrer Küche - Kritikpunkte gibt es aber trotzdem. Am häufigsten tritt das leidige Platzproblem auf - zu wenig Stauraum und eine zu kleine Arbeitsfläche, um ordentlich aufkochen zu können, stören die meisten. Viele wünschen sich auch eine modernere Küche in schöneren Farben - Geschmack und Mode ändern sich eben im Laufe der Zeit. Warum also keine neue Küche? Meistens scheitert es an der Kostenfrage. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 %) würden ihre Küche völlig neu gestalten, wenn Geld dabei keine Rolle spielte. Zeitmangel und Angst vor einem enormen Arbeitsaufwand sind weitere Gründe.

Quelle: IKEA

 

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