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Der richtige Kaminofen bei Hausstauballergie

Nicht jeder Kaminofen ist für Hausstaub-Allergiker geeignet

31.08.2009

Gründe, sich einen Kaminofen anzuschaffen, gibt es genug: Das Spiel der flackernden Flammen bringt Gemütlichkeit und schafft ein angenehmes Raumklima. Für Hausstauballergiker ist die Frage, welcher Ofen am geeignetesten ist, oft schwierig: Bei der Wahl des Ofens kommt es vor allem auf die Konvektionswärme (Warmluft) an, da diese Staub aufwirbelt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten der Wärmeabgabe: Konvektionswärme und Strahlungswärme.

Konvektionswärme wird über metallische Flächen in kurzen Wellen schnell an die Luft weitergegeben. Durch große Luftumwälzung erreicht man teilweise auch angrenzende Räume. Die Vorteile: sehr schnelles Aufheizen und Aufheizen von großen Luftmengen (z. B. Mansardenräume). Nachteile: Da bei dieser Heizart zuerst die Luft und erst sehr viel später Gegenstände und Wände im Raum erwärmt werden, sind vor allem Außenwände immer um einige Grad kühler als die Raumluft. In der Folge wird der Luft Feuchtigkeit entzogen, die sich an den Außenwänden als Kondensat niederschlägt und bei mangelnder Lüftung schnell zu feuchten Wänden führt. Weiterer Nachteil: Es gibt keine bzw. wenig Speicherzeiten. Und: Mit der Luftbewegung durch Konvektionswärme gelangt belastender Staub in die Raumluft. Wie bei einem Warmluftgebläse werden durch die ständige Umwälzung der Luft (Konvektion) Staub und Keime im Raum verwirbelt.

Fazit: Ein Kaminofen, der Konvektionswärme abgibt, kann zwar einen Raum sehr rasch aufheizen, ist aber für Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen nicht geeignet.

Strahlungswärme ist auch als "gesunde" Wärme in Form von langen Wellen bekannt. Sie ermöglicht eine natürliche Erwärmung des Raumes. Wände, Böden und alle Gegenstände im Raum werden gleichmäßig wie unter Sonneneinstrahlung direkt erwärmt, die umgebende Luft hingegen nur indirekt. Die Strahlungswärme erwärmt nicht die Luft, sondern alle Objekte, auf die sie trifft. Anders gesagt: Wände, Decken und Böden nehmen die Wellen auf und wandeln sie in Wärmeenergie um. Nach einer gewissen Zeit strahlen diese sogenannten Umschließungsflächen ihrerseits Wärme ab. Dabei entsteht keine Luftströmung, das heißt die Strahlungswärme wirbelt keinen Staub auf. Schon bei niedrigerer Temperatur (= weniger Energiebedarf) wird eine wohlige Wärme empfunden.
Weitere Vorteile: längere bzw. lange Speicherzeiten möglich, keine Staubaufwirbelung durch Luftumwälzung, hoher Wirkungsgrad, weniger Energiebedarf. Nachteil: etwas längere Aufheizzeiten.

Fazit: Die Strahlungswärme ist ideal für Menschen, die regelmäßig heizen, Kinder haben, öfters zu Hause sind, sowie ideal für Allergiker und Menschen mit Atemwegsbeschwerden.

Ofen ist nicht gleich Ofen - kleine und große Unterschiede

Im Inneren des Warmluftkachelofens befindet sich ein Metalleinsatz, der mit Kacheln oder Mauerwerk umbaut wird. Er heizt sich schnell auf und gibt die Wärme als heiße Luft durch Lüftungsschlitze rasch an den Raum ab. Hierbei handelt es sich allerdings kaum um Strahlungswärme, sondern um Konvektionswärme, wie sie auch von Heizkörpern oder der Autoheizung abgegeben wird. Ein Warmluftofen hat wesentlich weniger Speichermasse als ein Grundofen und muss daher dauerhaft beheizt werden, da er sehr schnell wieder abkühlt, sobald das Feuer erloschen ist.

Die Alternative für Hausstaub-Allergiker ist der Kachelgrundofen, auch Grundofen oder Speicherkachelofen genannt, die älteste bekannte Speicherofenform. Der Grundofen ist in seiner traditionellen Bauweise ein vollkeramischer Ofen ohne Metalleinsatz (Heizeinsatz) und ohne Lüftungsschlitze, das heißt: Die Luft wird nicht so heftig umgewälzt. Er wird aus schwerem keramischen Material wie Schamotte aufgemauert. Auf dem Grund seines Brennraumes wird die für einen Tag benötigte Menge Holz auf einmal verbrannt. Die heißen Rauchgase geben in Sturz-, Steig- und Wendezügen ihre Wärme gleichmäßig über viele Stunden (10 bis 15 Stunden) als milde Strahlungswärme an den Raum weiter.
Der Grundofen stellt die sparsamste und gesündeste Art des Heizens mit Holz dar. Der Ofen ist allerdings träge und braucht mehrere Stunden, bis der Raum warm ist. Bei Grundöfen wird empfohlen, mindestens einmal täglich Feuer zu machen, damit dieser nicht völlig auskühlt. Es hat sich die Meinung verbreitet, dass der Grundofen für unsere Breitengrade und klimatischen Verhältnisse nicht geeignet ist. Das Prinzip des Grundofens ist aber eine gute Alternative für Hausstaub-Allergiker, da sich in diesem Ofen kein Staub absetzen kann. Der Anteil gesunder und angenehmer Strahlungswärme ist bei Kachelgrundofen besonders hoch.

Der Kombiofen ist eine Kombination aus einem metallischem Einsatz mit keramischen oder metallischen Nachheizzügen. Der metallische Einsatz gibt schon nach wenigen Minuten über Lüftungsgitter oder Lüftungskacheln Wärme an den Raum ab. Der gesamte Ofen mit Nachheizregister wird mit Schamotte oder Kacheln umbaut und speichert dadurch die Wärme einige Stunden. Die Wärmeabgabe ist sowohl als Strahlungs- als auch als Konvektionswärme möglich.

Der Heizkamin ist ein metallischer Einsatz, meist mit großer Glasheiztüre. Er produziert fast ausschließlich Konvektionswärme. Durch Lüftungsgitter kann man die Raumluft sehr schnell erwärmen bzw. über Lüftungskanäle auch andere Räume erreichen.

Ein offener Kamin, das "Lagerfeuer" im Wohnzimmer (mit Schornstein), ist nach heutigen bauphysikalischen Vorgaben wohl die uneffizienteste Wärmequelle. Die Lust am offenen Feuer ist jedoch nicht so leicht zu ersetzen. Schon unsere Urahnen haben sich ums offene Feuer versammelt, gekocht und die Strahlungswärme der Flammen genossen. Ein moderner offener Kamin benötigt einen separaten speziell dimensionierten Schornstein und bedarf einer genauen Planung.

Ofentypen

  • nicht für Hausstauballergiker geeignet: Kaminofen, Heizkamin, Kombiofen, wasserführender Ofen

  • für Hausstauballergiker geeignet: offene Kamine, Grundofen, Hypokaustenofen

Quelle: dgk, smog

 

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