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Ein gesunder Boden für Ihren Garten

Tipps zur Bodenbewirtschaftung und Vermeidung der häufigsten Fehler

18.02.2008

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für gute und schmackhafte Ernte - sowohl im Garten als auch in der Landwirtschaft. Ohne intakten Boden sind Gemüsepflanzen und Blumen wenig ertragreich und außerdem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Leider wird dem gesunden Boden häufig zu wenig Augenmerk geschenkt. "die umweltberatung" hat für den Beginn der Gartensaison einige Tipps zur Bodenbewirtschaftung und Vermeidung der häufigsten Fehler zusammengestellt.


Kompost ist viel besser als frischer tierischer Mist

  • Frischmist lockt viele "Schädlinge" an und sorgt für zu hohe Nährstoffkonzentrationen im Boden. Die in ländlichen Gebieten verbreitete Praxis, Mist in den Boden einzustechen, führt wegen des Sauerstoffmangels zu Fäulnisprozessen und zur Entstehung von wurzelschädigenden Stoffen. Wurzelschädlinge werden angelockt.
  • Tierischer Mist sollte am besten über die Kompostierung den Weg ins Gartenbeet finden! Dabei ist darauf zu achten, dass der Anteil von strohigem Mist am Kompostiergut 50 % nicht übersteigt. Rinder-, Pferde- und Hasenmist eignen sich besonders gut, weil meist viel Stroh von der Einstreu enthalten ist.
  • Am besten im Frühling den Kompost nur oberflächlich einarbeiten. Steht (zu) wenig Kompost zur Verfügung, sollten nur die Pflanzlöcher gefüllt werden. Kompost fördert das Bodenleben und lockert den Boden.


Leicht lösliche Mineraldünger führen nicht zum Erfolg

  • Pflanzen nehmen gelöste Nährstoffe in zu großen Mengen auf. Das überschießende Wachstum bedeutet eine höhere Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Widerstandskraft und Qualität (Geschmack, Haltbarkeit...) nehmen ab.
  • Kompost oder käufliche organische Dünger (z.B. Hornspäne) hingegen werden von den Bodenorganismen langsam abgebaut, die Nährstoffe nach und nach freigesetzt. Dadurch werden die Gewächse besser und gleichmäßig mit Nährsalzen versorgt.


Auch mit Kompost und anderen organischen Düngern kann überdüngt werden

  • Nährstoffüberversorgung und damit verbunden die Auswaschung der Nährstoffe aus dem Boden sind auch bei der Ausbringung zu hoher Kompostmengen möglich! Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn zu viel tierischer Mist kompostiert wurde.
  • 2 - 6 Liter Kompost pro m² pro Jahr sind ausreichend! Starkzehrende Gewächse wie Kohl, Kürbis und Gurken benötigen mehr als etwa Karotten oder Zwiebel. Kompost ist "reif" für die Ausbringung, wenn Kressesamen in einem Aussaatschälchen mit Kompost nach ca. 5 Tagen dicht aufgehen.


Mulchen verbessert die Bodenqualität

  • Der Boden sollte keinesfalls ungeschützt den Witterungsverhältnissen ausgesetzt werden (Wind, Sonne, Regen...). Niederschläge prallen ungebremst auf die Bodenoberfläche - Verdichtung, Verschlämmungen und Erosion sind die Folge. Es entsteht ein rissiger, harter Boden, die Tätigkeit der Bodenorganismen wird eingeschränkt!
  • Unter "Mulchen" versteht man/ frau die Bodenbedeckung mit unverrottetem organischem Material (angetrockneter Grasschnitt, Laub....). Dies bietet im Gegensatz zu offenem Boden viele Vorteile: Erhöhung des Humusgehaltes, Einschränkung der Verdunstung, Unterdrückung von unerwünschten Beikräutern und nicht zuletzt Förderung des Bodenlebens. Bodenorganismen schaffen durch ihre Tätigkeit eine Vielzahl an Gängen. Dadurch können Wasser und Luft besser in den Boden eindringen. Die Bodenflora und -fauna baut zudem organische Stoffe ab sowie fruchtbaren Humus auf. Mit ihren Ausscheidungen erzeugen Bodentiere eine fruchtbare Krümelstruktur im Boden.
  • Auch im Winter sollte der Boden bedeckt sein, entweder durch eine Mulchschicht oder mit Gründüngungspflanzen. Nach dem Winter sollten die verbleibenden, noch nicht verrotteten Blätter weggeräumt und Kompost ausgebracht werden. Sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat, kann man/ frau wieder mulchen.
  • Mulchmaterial aus dem eigenen Garten unbedingt bevorzugen! Rindenmulch zehrt beim Abbau Stickstoff aus dem Boden auf und säuert den Boden an. Außerdem kann es vorkommen, dass der gekaufte Rindenmulch in Plastiksäcken mit Fungiziden belastet ist.


NaturgärtnerInnen können sich die Arbeit mit dem Umstechen sparen!

  • Das herbstliche Umstechen führt zu einer Störung der Bodenstruktur. Bodenorganismen, die eher sauerstoffarme, dunkle Verhältnisse bevorzugen, werden an die Oberfläche befördert und umgekehrt. Eine oberflächliche Lockerung mit einer Grabgabel im Frühling ist ausreichend! Eine Ausnahme bilden schwere, tonige Böden.
  • Durch Mulchen, Kompost oder Gründüngung fördert man/ frau das Bodenleben. Bodenorganismen schaffen durch ihre Tätigkeit eine stabile, fruchtbare Krümelstruktur im Boden - ganz ohne menschliches Zutun.


Quelle: die umweltberatung

 

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