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Feinstaub : Holzheizung trägt zu Belastung bei

Förderpolitik bei Pelletsheizungen verschärft Feinstaub-Problem

27.03.2007

Ein Drittel aller gefassten Feinstaubemissionen wird laut Umweltbundesamt durch den Sektor Raumwärme verursacht. Holzheizungen sind in diesem Bereich die Hauptverursacher von Feinstaub. Das geht aus einer aktuellen Literaturstudie der Forschung & Technologietransfer Pinkafeld GmbH (FTP) im Auftrag des Fachverbands Gas Wärme hervor. Die Literaturstudie, die im Jänner 2007 fertig gestellt wurde, zeigt die Emissionen der verschiedenen Heizformen anhand bereits durchgeführter Untersuchungen auf. Mehrere Quellen belegen eindeutig:

Die Staubemissionen aus Holzfeuerungen sind deutlich höher als jene von Erdgasheizungen. Dies gilt auch für Fernwärme-basierende Raumheizungen, da hier auch bei Biomasse-Fernheizwerken die Staubemissionen durch entsprechende Entstaubungstechnik sehr gering gehalten wird. Holzheizungen sind für 85 Prozent der Feinstaubemissionen verantwortlich, während auf Erdgasheizungen nur 0,4 Prozent aller PM10-Emissionen aus dem Bereich Raumwärme entfallen.

Pelletsheizung eines Einfamilienhauses emittiert 13 kg Staub/Jahr

Die Vorteile von Erdgas zeigt auch eine konkrete Modellrechnung, die im Oktober 2006 von primagaz durchgeführt wurde: Ein neues, 150 Quadratmeter großes Haus im Raum Salzburg, das mit einer Pelletsheizung ausgestattet wird, würde fast 13 Kilogramm Gesamtstaubemissionen pro Jahr verursachen. Um ganze 12 Kilogramm pro Jahr könnte man die Staubemissionen dieses Hauses reduzieren, wenn man statt der Pellets- eine Erdgasheizung installieren würde. Übrigens wurden für diese Modellrechnung sowohl bei Pellets als auch bei Gas und Heizöl Anlagen mit Brennwerttechnologie herangezogen, um die Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten.

Förderung von Holzheizungen verschärft Feinstaubproblematik

Weiters zeigt die Studie, dass unregelmäßig brennende Feuerungsanlagen wesentlich mehr Staub emittieren als gut geregelte Heizsysteme. Doch die aktuelle Förderpolitik nimmt auf diese gravierenden technologischen Unterschiede keine Rücksicht: "Holz- und Pelletsheizungen werden völlig unkritisch gefördert, das verschärft das Feinstaubproblem enorm. Denn Anlagen, die jetzt angeschafft werden, sind noch lange in Betrieb und belasten die Umwelt über Jahre hinweg", ärgert sich Dir. Ing. Mag. Helmut Miksits, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW). Generell sei daher die Förderung von Holzheizungen aus umweltpolitischer Sicht höchst problematisch. Zumindest müsste in allen Förderrichtlinien eine klare und einheitliche Feinstaub-Emissionsgrenze vorgeschrieben werden, so die Forderung des FGW. Zur Feinstaubreduktion sei darüber hinaus eine zusätzliche Förderung von Investitionen in Fernwärme- und energieeffiziente KWK-Anlagen nötig, betont der FGW.

Erdgas-Autos tragen wesentlich zur Feinstaub-Reduktion bei

Langfristig wirksame Maßnahmen sind aber auch im Bereich Verkehr möglich: Die Feinstaub-Belastung durch Erdgas-Fahrzeuge ist wesentlich geringer als bei Diesel- oder Benzinbetrieb. Beispielsweise untersuchte die Technische Universität Wien ein Erdgas- und Dieselfahrzeug gleichen Typs (Opel Combo). Das Ergebnis: Die Partikelemissionen des Erdgasfahrzeugs lagen um 60 bis 85 % unter dem des Dieselfahrzeugs (ohne Partikelfilter).

Quelle: FGW

 

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