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Voller Einsatz beim Heimwerken als Risiko

Über vier Millionen Österreicher tun es mindestens einmal im Jahr

19.05.2006

Sägen, Hämmern, Hobeln und Hausbau bleiben nicht immer ohne schwerwiegende Folgen. In Österreich verletzt sichalle 17 Minuten ein Heimwerker so schwer, dass er im Spital behandelt werden muss. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Auf das Jahr gerechnet passieren in Österreich rund 40.000 Unfälle beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden und bei der Gartenarbeit. Das entspricht zehn Prozent des gesamten Unfallgeschehens in den Bereichen Heim, Freizeit und Sport. Häufigster Unfallhergang ist neben Verletzung der Hand mit einer Kreissäge (3.300 Unfälle), das Abrutschen der Bohrmaschine mit rund 2.100 Verunfallten - circa 1.300 Heimwerker verletzen sich die Finger, etwa mit einer Hacke oder Axt. "Solche Unfälle sind oft Folge nicht ausreichender Vorbereitung", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Probieren geht nicht über studieren!

"Leider gilt bei zahlreichen Heimwerkern immer noch das Motto:
Probieren geht über studieren", sagt Kisser weiter. Zwar lesen drei Viertel der Heimwerkenden Gebrauchsanleitungen von Farben, Lacken und Lösungsmittel, aber nur die Hälfte beachtet Anleitungen von Handsägen, Lötgeräten oder elektrischen Heckenscheren. Hinzu kommt die Tatsache, dass beim Lernen der Handhabung von Geräten das Learning by Doing überwiegt: 34 Prozent ziehen das Probieren gegenüber dem Studieren vor, 29 Prozent lassen sich die Anwendung von Eltern, Großeltern oder Freunden erklären und nur ein Prozent hat sich über die Handhabung im Baumarkt informiert. "Grund für mangelnde Vorbereitung sind meist Bequemlichkeit und Zeitdruck", erläutert Kisser. Hinzu kommt die weit verbreitete Einstellung, dass beim Heimwerken ohnehin kein Risiko bestehe - davon ist immerhin jeder Dritte Heimwerker überzeugt.

Keine Kompromisse!

Kompromissbereitschaft und Selbstüberschätzung sind beim Heimwerken schlechte Berater. "Ganze 70 Prozent, der im Krankenhaus behandelten Heimwerker schätzen sich selbst als Profiheimwerker ein. Unsere Unfallzahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache. Der Grund hierfür ist meist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und eine zu hohe Empfindlichkeit gegenüber zusätzlichem Aufwand", meint Kisser. Im Rahmen der KfV-Studie, wurden die befragten Heimwerker gebeten, sich anhand verschiedener Beschreibungen im Umgang mit Risiko und Sicherheit selbst einzuordnen. Zwar beschreiben sich 44 Prozent der Befragten als sicherheitsorientiert - jeder zweite Heimwerker gibt jedoch zu, stets einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Risiko zu suchen und auch ein Risiko einzugehen, sofern es für ihn vertretbar zu sein scheint. Grund für diese Risikobereitschaft ist die Tatsache, dass Heimwerker oft aus finanziellen oder zeitlichen Gründennicht auf professionelle Geräte zurückgreifen können, die eine ausgebildete Fachkraft bei der gleichen Tätigkeit im Rahmen eines gewerblichen Auftrags verwenden würde. Deshalb wird oft altes Gerät verwendet bzw. auf die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen verzichtet. Fast die Hälfte der Befragten gibt als Grund für das Nicht-Beachten von Sicherheitsempfehlungen an, es sei einfach zu umständlich. Als zweiter Grund wird Zeitmangel angeführt. Vor allem bei Kleinarbeiten, wie etwa das Austauschen einer kaputten Glühbirne, verzichtet ein Drittel der Heimwerkenden auf die Beachtung von Sicherheitsvorschriften. Nur elf Prozent geben an, sich immer an Sicherheitsempfehlungen zu halten.

Auf Eigenverantwortung kommt es an!

Man sollte nicht leichtfertig Kompromisse auf Kosten der Gesundheit eingehen und darauf vertrauen, dass beim Heimwerken sowieso nichts passieren kann. "Eigenverantwortung und Risikobewusstsein müssen an erster Stelle stehen, damit man die Früchte seiner Arbeit unversehrt genießen kann", gibt Kisser zu bedenken. Im Idealfall orientieren sich Amateure an den gewerblichen Handwerkern, deren Sicherheitsbestimmungen auch auf den privaten Bereich zu übertragen sind. Wichtig ist es, auf stabile Arbeitsplätze auf festem Untergrund zu achten und modernes Werkzeug mit Schutzvorrichtung zu verwenden. Selbst wenn dem Heimwerker das Werkzeug zu teuer ist, besteht immer noch die Möglichkeit, sich entsprechendes Gerät bei Verwandten oder Freunden zu leihen oder im Fachhandel zu mieten. An die Adresse der Gerätehersteller, Volkshochschulen und Baumärkte gerichtet ist die Forderung des KfV, kurze kostenlose Unterweisungen für den richtigen Umgang mit Heimwerkergeräten anzubieten "Personen, die sich teure Geräte kaufen, sollten wissen, wie man mit ihnen arbeitet. So wird nicht nur die eigene Sicherheit erhöht, sondern auch die Lebensdauer des Gerätes", sagt Kisser.

Quelle: KfV

 

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