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Eine Welt Handel: Von der Vision zur gelebten Entwicklungshilfe

Erfolgsgeschichte eines Steirers, der hilft, die Welt ein Stück besser zu machen.


29.05.2012

Der Steirer Karl Pirsch ist einer jener Menschen, die sich mit Herzblut einer Sache, von der sie überzeugt sind, voll und ganz verschreiben und auch bereit sind, dafür große persönliche Opfer zu bringen und Risiken in Kauf zu nehmen. Als Pirsch in den 80er Jahren hörte, dass der Anteil von Kaffee aus fairem Handel nur 0,2% des Weltmarktes betrug, entschloss er sich kurzerhand, seine Energie und Arbeitskraft ganz für Produkte aus der "3. Welt" einzusetzen. 1987 kündigte er - sehr zum Unverständnis von Eltern und Freunden - seinen Job, um an sieben Tagen in der Woche bei Märkten, "3. Welt Basaren" und bei Pfarrfesten Produkte aus Entwicklungsländern zu verkaufen. Mit nur 5.000 Schilling Startkapital machte er sich als Einzelunternehmer selbständig und trug in den ersten Jahren in der Nacht Zeitungen aus, um das mit seinem "Eine Welt Handel" erwirtschaftete Kapital wieder in den Betrieb investieren zu können.

Körbe von Eine Welt Handel AG; Bildquelle: Eine Welt Handel AG
Ein prägendes Erlebnis und Motivation zugleich war die erste Reise zu Projektpartnern in Bangladesch, wo Karl Pirsch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in einem Entwicklungsland hautnah miterlebte. Aus den Erfahrungen dieser Reise entwickelte er das Grundprinzip seines Unternehmens: möglichst viele menschenwürdige Arbeitsplätze bei den Produzenten und Kooperationspartnern zu schaffen und zu sichern. Ein fairer Umgang mit seinen Lieferanten ist Karl Pirsch besonders wichtig: "Unsere Produzenten nennen uns den Preis für ihre Produkte und wir versuchen, sie entsprechend zu verkaufen. Wenn es zu eng wird mit der Kalkulation, dann verzichten wir lieber einmal auf einen Auftrag, als dass wir den Preisdruck an die Produzenten weitergeben!" Durch langfristige Lieferverträge soll den Produzenten eine Entwicklungsperspektive geboten werden. Und sie werden auch dann nicht im Stich gelassen, wenn sie von Naturkatastrophen heimgesucht werden. So wurde den Partnern in Bangladesch bereits mehrmals nach Überschwemmungen geholfen und in Sri Lanka unmittelbar nach dem Tsunami durch eine Soforthilfe das erste Überleben gesichert und gemeinsam begonnen, die Produktion wieder aufzubauen.

Eine Welt Handel Produkte; Bildquelle: Eine Welt Handel AG
Korbwaren stellen seit Beginn des Unternehmens die wichtigste Produktgruppe dar. Sie stammen aus Bangladesch, Sri Lanka oder auch aus Bosnien. Gemeinsam mit anderen Kunsthandwerks-produkten sind sie für rund 80% des Umsatzes verantwortlich. Einen wichtigen Bereich stellen heute aber auch die Lebensmittel dar: Von Kaffee, Tee, Orangensaft über Gewürze, Zucker und Olivenöl reicht die Palette der fair gehandelten Produkte. Viele Produkte sind Bioprodukte, die höchste Anforderungen an die Produktqualität erfüllen. Darüber hinaus umfasst das Sortiment heute auch Lederwaren und zahlreiche weitere Produkte.

Neben Weltläden und eigenen Filialen (Eine Welt Laden) sind die Produkte aus fairem Handel auch bei etlichen Großhändlern erhältlich. So kann man die Korbwaren der Eine Welt Handel AG, wie das Unternehmen heute heißt, zum Beispiel in manchen Baumärkten oder Blumenmärkten erwerben während in Supermärkten oft Backwaren in fair gehandelten Körben präsentiert werden.

Eine Welt Handel Produkte; Bildquelle: Eine Welt Handel AG
An der im steirischen Niklasdorf angesiedelten Eine Welt Handel AG sind heute auch Mitarbeiter und Projektpartner beteiligt. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung 1987 turbulente Zeiten durchlebt, konnte viele Erfolge verbuchen, musste aber auch zahlreiche Rückschläge einstecken. Dem unermüdlichen Einsatz von Karl Pirsch, seiner Familie und seinem Team ist es zu verdanken, dass mit diesem, als Vision eines einzelnen Menschen gestarteten Projekt, heute die Lebensgrundlage von rund 5.000 Menschen in Entwicklungsländern auf der ganzen Welt gesichert werden kann.

Nähere Infos zu den Produkten, Shops etc. finden Sie im Internet unter www.eine-welt-handel.com.

 

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