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Tipps wie Sie sich vor Einbrechern schützen

Ungesicherte Fenster oder Türen knacken professionelle Einbrecher in wenigen Sekunden.


20.11.2013

Bildquelle: iStockPhoto.com / RobertHoetink
Sie öffnen in Sekunden Wohnungstüren oder Fenster. Blitzschnell stehlen sie Wertgegenstände und persönliches Hab und Gut. Täglich werden in Österreich im Durchschnitt mehr als 40 Einbrüche verübt. Aber was schreckt Einbrecher wirklich effektiv ab? Der österreichische Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und das Bundeskriminalamt zeigen, wie die Täter vorgehen und mit welchen Sicherheitsmaßnahmen man sich und sein Eigenheim am besten schützt.

Die Zahlen belegen: 15.479 Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Einfamilienhäuser wurden 2012 in Österreich angezeigt. "Das bedeutet, dass im Durchschnitt täglich mehr als 40 Einbrüche österreichweit verübt werden. Trotz kontinuierlicher Rückgänge der Einbruchzahlen, ist das nach wie vor eine alarmierend hohe Zahl", erläutert VVO-Vizepräsident Generaldirektor Dr. Othmar Ederer. Nicht verwunderlich, denn oftmals wird es Dieben viel zu leicht gemacht in ein Objekt einzubrechen. Unzureichende Sicherungsmaßnahmen in den Wohnobjekten ermöglichen den Tätern lohnenswerte Beute.

Trotz der hohen Einbruchszahlen sind sich die Bewohner der möglichen Sicherheitsrisiken nicht immer bewusst und unterschätzen gerne den Wert der Gegenstände, die sie zu Hause haben. "In den meisten Fällen wissen Einbrecher vor der Tat nicht genau, welche Beute sie erwartet. Nur 30 Prozent der Einbrecher sind Plantäter, der Rest entscheidet sich spontan zum Begehen einer Straftat. Selektiert wird das Objekt der Begierde in erster Linie nach dem Entdeckungsrisiko, nach dem Schwierigkeitsgrad, in das Haus eindringen zu können und dann nach dem Beutewert", so Ederer. Untersuchungen zeigen, dass es leider die Hausbewohner selbst sind, die sich keine großen Gedanken über ihre eigene und noch weniger über die Sicherheit anderer machen. Eigeninitiative ist hier das beste Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu schützen. Denn die meisten Einbrecher wenden ganz simple Tricks an. In der Regel benötigt ein professioneller Einbrecher nur ca. 15 Sekunden, um durch ein ungesichertes Fenster oder eine Terrassentür in ein Objekt einzudringen.

Obwohl rund 89 Prozent der befragten Personen ein Schließfach außerhalb der eigenen vier Wände als sichersten Ort zur Aufbewahrung von Wertgegenständen bewerten, gelten Verstecke in der eigenen Wohnung (34 Prozent) nach wie vor als sicher. Bargeld und teurer Schmuck wandern in Schubladen, lagern unter dem Wäschestapel oder in Schrankecken. "In der Regel kann man davon ausgehen, dass Einbrecher als Wiederholungstäter viel Erfahrung darin besitzen, wo Menschen ihr Hab und Gut verstecken. Scheinbar kreative Verstecke entpuppen sich als schnell entdeckt. Den Zweitschlüssel in der Garage, im Blumentopf oder auf dem Türstock findet jeder. Das gleiche gilt für Tricks aus den verschiedensten Filmen. Die Juwelen im Tiefkühlfach oder umhüllt von einem Plastikbeutel schwimmend im Spülkasten sind schon so oft im Fernsehen gezeigt worden, dass diese Verstecke nicht mehr originell sind. Wertgegenstände gehören, wenn sie in der Wohnung aufbewahrt werden, in einen sicher verbauten Tresor", erklärt der Direktor des KFV Dr. Othmar Thann.

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die Betroffenen oft ein großer Schock. "Die Verletzung der Privatsphäre verändert nicht nur das verloren gegangene Sicherheitsgefühl, sie kann auch Auslöser für schwerwiegende psychische Schäden sein, welche oft Jahre andauern können und sogar bis zur Aufgabe der Wohnung und dem Austausch der gesamten Kleidung führen können", weiß Generalmajor Gerhard Lang, Leiter der Strategieabteilung im Bundeskriminalamt.

"Sehr viele Menschen schützen sich erst, wenn bereits eingebrochen wurde. Dabei können einfache Präventionsmaßnahmen im Vorfeld das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, deutlich verringern", betont Lang. Sicherungstechnische Maßnahmen (elektronische und mechanische) leisten einen großen Beitrag zur persönlichen Sicherheit. "Diese Maßnahmen zum Schutz vor Einbrechern sind allerdings nur dann sinnvoll, wenn sie konsequent angewendet und aufeinander abgestimmt werden. Eine Mehrfachverriegelung hindert zwar den Einbrecher daran, das Türschloss zu knacken, wenn jedoch der danebenliegende Lichtschacht nur ungenügend gesichert ist, wird er auf diesem Weg in kurzer Zeit ins Haus eindringen. Die richtige Beratung ist hier das Um und Auf", erklärt Lang. Darüber hinaus sind Eigeninitiative und Veränderungen der Gewohnheiten im eigenen Verhalten das beste Mittel, um sich und andere vor Diebstahl zu schützen. "Einen hundertprozentigen Schutz vor Einbruch gibt es nicht. Jeder ist mit einem gewissen Maß selbst verantwortlich, um sich und sein Heim zu schützen", so der Generalmajor.

Ein paar Sicherheitstipps der Experten:

  • Fenster mit Spezialverriegelung erschweren das Aushebeln. Fenster der Widerstandklasse 2 (WK2) gewährleisten zumindest mehrere Minuten Widerstand.

  • Einbau von Sicherheitstüren, die der ÖNORM B5338 entsprechen (6 Klassen, Klasse 3 wird für den Heimbereich empfohlen).

  • Haus- und Nebeneingangstüren mit vorstehenden Zylindern und abschraubbaren Beschlägen gegen einbruchssichere Schlösser austauschen.

  • Fenster und Terrassentüren schließen. Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher genauso ein leichtes Spiel wie ein offenes Fenster.

  • Wichtig ist auch guter Nachbarschaftskontakt. Wer weiß, was vorgeht, kann ungewöhnliche Aktivitäten erkennen und diese der Polizei sofort melden.

Weitere Tipps zum Einbruchschutz finden Sie unter www.kfv.at.

 

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