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Brennspiritus & Co haben beim Grillen nichts verloren

Hände weg von Brandbeschleunigern

21.06.2007

Das Spiel mit dem Feuer ist beliebt wie eh und je. Rituale aus Urzeiten werden wiederbelebt und Speisen über offenem Feuer zubereitet. Doch die Idylle trügt: Zahlreiche Menschen erleiden beim Grillen zum Teil schwerste Brandverletzungen. An heißen Tagen wie heute läuft so manchem Barbecue-Meister die Zeit davon. Die Kohlen im Grillgerät sind kalt, die Anzündriegel aufgebraucht. Was tun? Als vermeintliche Hilfe kommen leider oft auch "bewährte Hausmittel" zum Einsatz: Brennspiritus zum Beispiel - günstig in der Anschaffung und auch als Brandbeschleuniger verwendbar. Die Kohle wird beträufelt, ein Streichholz sorgt für die erste kleine Explosion. Weil es ihm danach immer noch zu langsam geht, schüttet der Hobbykoch den Spiritus vielleicht direkt aus der Flasche in die Glut. Schwere Verbrennungen sind bei solchen Experimenten mit "Molotowcocktails" bereits vorprogrammiert. Für eine rechtzeitige Flucht kann es da schon zu spät sein.

Hochexplosives Gemisch

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit erleiden jährlich rund 500 Österreicher Brandverletzungen beim Grillen und landen im Krankenhaus. Die Opfer in der Grillszene sind vorwiegend Männer. "Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin, Alkohol, Petroleum und dergleichen haben in der Nähe von offenem Feuer oder anderen Wärmequellen überhaupt nichts verloren", warnt Service-Experte Dr. Peter Loisel von der Allianz. Bei der Verdunstung flüssiger Brennstoffe entstehe ein hochexplosives Gas-Luft-Gemisch, das bis zu mehrere Meter Durchmesser erreichen könne. Schon ein kleiner Funke reiche aus, um die Gaswolke zu entzünden.

Dabei wären die meisten schweren Grillunfälle durch die Verwendung geeigneter Anzündhilfen einfach zu vermeiden. Damit der Grillgenuss ohne Verdruss über die Bühne geht, gibt es im Handel Anzündwürfel oder -riegel, Grillpasten, flüssige Spezial-Anzünder, elektrische Grillanzünder etc. "Von gefährlichen Anzündhilfen sollte man auf alle Fälle die Finger lassen", so Loisel. Falls trotz aller Vorsicht etwas passiert, ist rasche Hilfe notwendig: Denn ab 10% verbrannter Körperoberfläche ist die Sache ein Fall für den Notarzt. Bei Kindern schon ab 5 %! Dazu die so genannte klinische "Neunerregel" (prozentueller Anteil an der Körperoberfläche), um das Ausmaß einer Verbrennung abzuschätzen:


Erwachsene
Kinder > 5 J.
Kinder < 5 J.
Kopf
9 %
15 %
19 %
Arme
je 9 %
je 9,5 %
je 9,5 %
Rumpf vorne
18 %
16 %
16 %
Rumpf hinten
18 %
16 %
16 %
Beine
je 9 %
je 17 %
je 15 %
Handfläche
1 %
1 %
1 %


Viele Opfer stehen auch vor ernsten finanziellen Problemen, wenn sie keine private Unfallversicherung abgeschlossen haben. Denn von der gesetzlichen Unfallversicherung erhält man überhaupt keine Leistung, die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei Freizeitunfällen nur die Behandlungskosten. Wenn über diese Basisleistung hinausgehende Kosten anfallen, müssen sie - sofern man nicht zusätzlich privat unfallversichert ist - aus der eigenen Tasche finanziert werden.

Quelle: Allianz

 

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