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Brandstiftung : Welche Motive hat ein Brandstifter ?

Die meisten Fälle von Brandstiftung werden von Kindern und Jugendlichen verübt.

19.05.2009

Jährlich werden in Österreich laut Kriminalstatistik rund 700 Fälle von Brandstiftung angezeigt, knapp ein Viertel (23 %) davon in Wien. Nur etwa jede vierte Brandstiftung kann aufgeklärt werden, der angerichtete Schaden beträgt österreichweit mehrere Millionen Euro. "Brandstiftung wird vor allem von Kindern und Jugendlichen verübt. Durchschnittlich sind mehr als die Hälfte der gefassten Täter jünger als 25 Jahre, 2007 waren es zwei Drittel. Brandstiftung ist aber kein Lausbubenstreich, sondern kann neben erheblichen Sachschäden auch den Tod von Menschen zur Folge haben", sagt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Regionalleiter im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

In internationalen Studien werden vier Motivformen von Brandstiftung unterschieden, wobei es zu Überschneidungen kommen kann. "Kinder oder Jugendliche, die mit Feuer spielen und dabei Brände legen oder solche, die mutwillig etwas zerstören möchten, sind mit etwa einem Drittel (35 %) die häufigste Form aller Brandstifter. Die Taten sind kaum geplant, sondern entstehen aus der Situation heraus, auch im Zusammenhang mit dem Austesten von Gefahren", erklärt Robatsch. Eine weitere Gruppe sind Brandstifter, die im Affekt handeln - etwa 27 Prozent der Brandstifter begehen ihre Tat, weil sie durch die Brandlegung Aufmerksamkeit erregen oder sich selbst als Held inszenieren wollen, wenn sie z.B. als Erste den Brand entdecken oder als vermeintliche Lebensretter auftreten. Affektbezogene Brandstifter leiden häufig an einer psychischen Erkrankung, sehr häufig an Persönlichkeitsstörungen. Sie werden im Alltagsverständnis meist als "Feuerteufel" oder Pyromanen bezeichnet.

Bösartige Brandstiftung mit der Absicht, Privateigentum oder bestimmte Organisationen wie Kirchen, Schulen, öffentliche Gebäude oder Unternehmen zu schädigen, machen ein Viertel aller absichtlichen Brandlegungen aus. "Das Motiv ist hier vor allem Hass und Rache gegen eine bestimmte Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder die Gesellschaft generell. Man möchte gezielt andere schädigen und Genugtuung erfahren", erläutert Robatsch. Die kleinste Gruppe ist mit 13 Prozent aller Brandlegungen jene, bei denen die Brände mit kriminellen Handlungen im Zusammenhang stehen. "Brandstiftungen werden mit anderen Delikten begangen, beispielsweise um Spuren oder Beweismittel eines anderen Verbrechens zu vernichten. Auch Brandstiftungen, von denen man sich einen finanziellen Vorteil erhofft - wie etwa Versicherungsbetrug - fallen in diese Motiv-Form", weiß Robatsch.

Vor allem der Gruppe der jugendlichen Täter muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. "Jugendkriminalität tritt häufig in sozial schwächeren Gebieten auf - die Wahrscheinlichkeit von Brandlegungen ist hier 31 Mal höher als in den reichsten Gebieten eines Landes. Prävention muss hier bei unterschiedlichen Faktoren ansetzen. Arbeits- und Freizeitangebote können beispielsweise einem Mangel an Orientierung und Anerkennung entgegenwirken", sagt Robatsch. Aufmerksamkeit der Bevölkerung, bessere Beleuchtung und Überwachung reduzieren das Risiko, dass ein Brand gelegt wird. "Viele Brandlegungen sind nicht geplant und passieren aus der Situation heraus. Ungünstige Gelegenheiten, z.B. weil die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden, hoch ist, schrecken potenzielle Täter eher ab", schließt Robatsch.

Quelle: KfV

 

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