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Atomkraft keine Lösung im Kampf gegen Klimawandel

Nur Erneuerbare Energien schaffen Sicherheit

03.04.2007

Eine von Greenpeace veröffentlichte Studie der University of Greenwich zeigt, dass sich Atomenergie nicht dazu eignet, den globalen Klimawandel zu stoppen. Einer der wesentlichen Gründe gegen die Atomkraft ist die Tatsache, dass der Anteil der Kernkraft derzeit nur 16 Prozent der weltweiten Energieversorgung darstellt. Sollte die Atomenergie tatsächlich einen relevanten Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen liefern, wären mindestens tausend neue Atomkraftwerke nötig. Und das ist schon allein aufgrund der Gesamtkosten dieses Plans sowie der langen Bauzeiten vollkommen unrealistisch, rechnet auch das Massachusetts Institute of Technology MIT vor.

"Ein weiterer Grund, der gegen die Kernkraft spricht, ist die immer noch ungeklärte Frage nach der Endlagerung des Atommülls", wie der Energie-Experte von Greenpeace-Österreich, Jurrien Westerhof erklärt. Die Elektrizitätsversorgung mache global gesehen nur etwa ein Drittel der CO2-Emissionen aus. "Derzeit sind weltweit 440 Atomreaktoren in Betrieb. Das sind um vier weniger als noch 2002." Der Bericht rechnet zudem vor, dass Atomkraftwerke sehr teuer sind und schon allein deshalb inmitten eines liberalisierten Strommarktes kaum eine Chance haben. "In der Regel werden die geplanten Baukosten um 300 Prozent überschritten und zusätzlich dazu gibt es immer wieder Verzögerungen beim Bau." Das finnische Kraftwerk Olkiluoto, das derzeit errichtet wird, habe nach 16 Monaten Bauzeit bereits eine prognostizierte Verzögerung von anderthalb Jahren, gibt Westerhof zu bedenken. Die Bauzeit eines Atomkraftwerkes betrage im Schnitt rund zehn Jahre. Dabei sei die Planungsphase noch gar nicht berücksichtigt. Somit würde auch eine starke Offensive im Atomkraftwerksbau auf alle Fälle viel zu spät klimatische Auswirkungen haben.

"Seit den 1990er Jahren sucht die Atomindustrie mit zunehmender Verzweiflung nach Bauaufträgen, und nun hofft man, im Klimawandel endlich ein neues Argument für die Nutzung der Atomkraft gefunden zu haben", meint Westerhof. "Die tatsächlichen Gründe für den Klimawandel liegen aber nicht einmal in der Stromversorgung, sondern im Verkehrssektor und in der Abholzung der Urwälder. Will man also wirklich etwas gegen den Klimawandel unternehmen, dann muss hier angesetzt werden. Atomkraft ist nur eine Scheinlösung, noch dazu für das falsche Problem", erklärt Westerhof abschließend.

Nur erneuerbare Energiesysteme sind in der Lage den wachsenden Bedarf an Energie zu decken. Jeder Dollar, der in die Erhöhung der elektrischen Energieeffizienz fließt, vermag sieben Mal besser CO2 einzusparen als jeder Dollar, der in die Atomkraft investiert wird. Es gibt keine Energieknappheit, denn es fällt täglich mehr Energie auf die Erde herab, als die 5,9 Mrd. Menschen in 27 Jahren verbrauchen können. Allein die Windenergie der Nordsee kann doppelt soviel Energie herstellen als die angrenzenden Staaten brauchen. Die Investition in erneuerbare Energieträger rechne sich zudem deutlich schneller, da die Errichtung von Windparks rascher vor sich gehe. Nach Berechnungen des deutschen Bundesverbandes Wind-Energie hat die Windenergie in Deutschland innerhalb einer Dekade mehr Strom hergestellt, als die Atomkraftwerke in derselben Zeitperiode. Greenpeace zeigt sich in der Studie überzeugt davon, dass die meisten erneuerbaren Energieträger innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre mit den konventionellen mithalten können, obwohl die konventionelle Energieproduktion immer noch kräftig subventioniert wird.

"Atomkraftwerke werden nie in der Lage sein, eine Versorgungssicherheit zu erreichen, da das vorhandene Uran als Primärenergieträger bei weitem nicht ausreicht, um alle fossilen Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas zu substituieren", meint der Energieexperte Hans Kronberger im pressetext-Interview. Natürlich gelten auch alle anderen Argumente, wie sie in dieser Studie aufgezeigt werden. "Experten haben jedoch auf diesen wesentlichen Versorgungsengpass mit Uran hingewiesen", erklärt Kronberger abschließend.

Quelle: pt

 

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