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Apfelwickler : Jetzt kommt der Wurm in den Apfel

"die umweltberatung" Wien empfiehlt biologische Maßnahmen gegen Raupen

30.05.2007

Die Raupen des Apfelwicklers fressen sich derzeit in die kleinen Äpfel und reduzieren dadurch im Herbst die Ernte. "die umweltberatung" gibt Tipps wie die "Würmer" im Apfel mit biologischen Maßnahmen verhindert werden.

Kaum entwickeln sich aus den Apfelblüten kleine Äpfelchen, sind schon die ersten Apfelfresser unterwegs. Apfelwickler sind unauffällig bräunlich-grau gefärbte Falter, die im Mai und Juni sowie nochmals im Juli und August ihre Eier auf Äpfeln und Blättern ablegen. Ihre Raupe bohrt sich in die kleinen Äpfel und frisst sich dort satt und rund. Nach drei bis vier Wochen verlässt sie den Apfel, der dann oft schon abgefallen am Boden liegt. Die Verpuppung erfolgt im Boden.

Die Ernte retten

Gesunde und große Apfelbäume tragen meist genug Äpfel, sodass der Ausfall einiger Äpfel dem Baum meist sogar hilft, die anderen Äpfel zu größeren Früchten entwickeln zu können. Bei kleinwüchsigen Bäumen hingegen kann vor allem in trockenen, warmen Jahren die gesamte Ernte ausfallen.

"Früher hat man im Herbst die Hühner in den Obstgarten getrieben. Die haben die Raupen und Puppen des Apfelwicklers und anderer Schädlinge im Boden durch ihr Scharren entdeckt und gefressen", erzählt Umweltberaterin Ingrid Tributsch. Haushühner im Obstgarten sind heute selten geworden. Stattdessen helfen biologische Mittel. "Gifte sind im Hausgarten nicht notwendig und belasten nur unnötig Gesundheit und Umwelt", warnt Ingrid Tributsch.

Männchen in die Falle locken

Um die Flugzeit der Falter festzustellen, werden Klebefallen mit Sexuallockstoffen, sogenannte Pheromonfallen aufgehängt. Diese gaukeln den Männchen paarungsbereite Weibchen vor und locken sie in die Falle. Die Fallen sind bei Nützlingsfirmen und in Bau- und Gartenfachmärkten erhältlich. Meist reicht diese Maßnahme aber nicht zur vollständigen Bekämpfung aus, vor allem wenn viele und große Apfelbäume in Flugnähe stehen. An den Fallen sieht man, dass die Falter unterwegs sind, und kann weitere Maßnahmen setzen.

Wermut statt Wehmut

Abhilfe schaffen Spritzungen mit Rainfarn- und Wermuttee, die den Apfelgeruch überdecken und die Falter irritieren. Wie beim Teekochen werden die Kräuter mit kochendem Wasser überbrüht. Nach 5 Minuten wird der Tee abgeseiht. Das Spritzen erfolgt erst wenn der Tee ausgekühlt ist.

Wellpapperinge, ab Juni um den Stamm gewickelt, werden oft von Raupen als Verpuppungsversteck genutzt. Die Ringe sollen spätestens Mitte Juli entfernt und vernichtet werden, sonst schlüpft die zweite Generation der Apfelwickler direkt am Stamm aus.

Biotechnologie gegen Raupen

Bei starkem Befall hilft es, Spritzungen mit dem Apfelwicklergranulosevirus durchzuführen. Dieses Mittel ist ein biologisches Spritzmittel, das mit Wasser und Zucker vermischt auf die Äpfel gesprüht wird. Wenn die Raupen des Apfelwicklers die kleinen Äpfel anbeißen, infizieren sie sich mit dem Virus und sterben ab. Dieses Virus wirkt gezielt nur auf die Apfelwicklerlarven und hinterlässt keine Rückstände.

Natürliche Feinde fördern

Im Naturgarten finden sich meist viele natürliche Feinde ein, für die Apfelwickler und ihre Larven und Puppen beliebte Frischkost darstellen. Dazu zählen Fledermäuse, Meisen, Spechte, Ohrwürmer, Schlupfwespen, Raupenfliegen, Raubwanzen, Laufkäfer, Spitzmäuse, Igel und Spinnen. Bunt gemischte heimische Hecken, Wiesen und alte Bäume locken diese Nützlinge dauerhaft in den Garten.

Die Broschüre "Naturnische Hausgarten" stellt Nützlinge, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten mit farbigen Bildern vor und enthält die Adressen von Nützlingszuchtbetrieben sowie viele leicht umsetzbare Tipps zum naturnahen Gärtnern. Das Infoblatt "Ein Haus für Nützlinge im Garten" zeigt, wie mit einfachen Mitteln kleine Häuschen gebaut werden, die Nützlinge beim Besiedeln des Gartens unterstützen. Broschüre und Infoblatt sind auf der Webseite www.umweltberatung.at/bestellservice/ kostenlos downloadbar.

Quelle: die umweltberatung

 

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