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Tipps zum Schutz von Amphibien im eigenen Garten

So können Sie Ihren Garten als Lebensraum für Lurche attraktiv machen.

13.03.2008

Schwanz- und Froschlurche zählen zu den ältesten Tiergruppen: Schon seit fast 400 Millionen Jahren besiedeln sie unsere Erde! Trotzdem haben wir Menschen es geschafft, viele Arten dieser uralten Wirbeltiergruppe an den Rand des Aussterbens zu bringen. Straßenverkehr, Verbauung, Zersiedelung, Versiegelung der Böden, Ausräumen der Landschaft und Trockenlegung vieler Feuchtbiotope haben bewirkt, dass alle (!) in Österreich vorkommenden Lurcharten die sogenannte "Rote Liste" zieren. Dazu gehören die gelb-schwarzen Feuersalamander ebenso wie die Grasfrösche, Erdkröten und Molche!

Viele Naturschutzorganisationen engagieren sich seit langer Zeit für den Erhalt geeigneter Lebensräume, Naturschutzgruppen betreuen Krötenschutzzäune an Straßen oder setzen sich für Untertunnelung von besonders Kröten-frequentierten Straßen ein. "Wenn sich nun im zeitigen Frühjahr Kröten und Frösche wieder auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern machen, ist es auch für Gartenbesitzer sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie ihren Garten attraktiv für Lurche machen können. Lurche vertilgen jede Menge Insekten, Würmer und Schnecken. Sie spielen also eine nicht zu unterschätzende Rolle im Naturhaushalt!" , appelliert Mag. Bernhard Haidler von "die umweltberatung" an alle Gartenfreunde.

Laichplätze schaffen

Selbstverständlich kann ein Gartenteich als Laichplatz prinzipiell in Frage kommen. Gartenbesitzer sollten überlegen, ob ihr Garten für die Anlage eines Laichplatzes sinnvoll ist. Liegt der Gartenteich in dicht verbautem Siedlungsgebiet, so fallen bei den Wanderungen erst recht wieder viele Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Wichtig für die "Gäste" ist, dass der Teich sonnig oder halbschattig gelegen ist. Wasserbewegungen wie z.B. einen Springbrunnen schätzen die Tiere nicht! Auf Fische generell verzichten, sie fressen oder zerstören den Amphibienlaich. Beim Anpflanzen des Gartenteiches sollten heimische Pflanzen bevorzugt werden. Ein reich strukturiertes Ufer sollte viele Möglichkeiten zum Sonnen und Verstecken bieten.

Garten als Lebensraum

Viele Amphibienarten wie etwa die Erdkröte leben nicht ganzjährig am Gewässer. Sie nutzen es nur zum Ablaichen und als "Kinderstube" der Kaulquappen. Das Revier einer Erdkröte etwa hat einen Durchmesser von bis zu 150 m. "Ein Naturgarten mit Plätzen zum Sonnen, Verstecken und Fressen kann den Ansprüchen als Lebensraum durchaus gerecht werden. Amphibien brauchen wilde Ecken mit Stauden und heimischen Sträuchern zum Verstecken. Laubstreu unter den Hecken, Reisig und Totholz bieten ideale Schlupfwinkel. Komposthaufen sind nicht nur gute Verstecke für untertags, sie bieten auch Überwinterungsmöglichkeiten und sind Jagdrevier. Zahlreiche Bodentiere können hier erbeutet werden", erklärt Haidler.

Lurche sollten keinesfalls vom Menschen im Garten angesiedelt werden. Wenn der Garten als Lebensraum geeignet ist, finden sie den Weg von selbst. Ansonsten wandern sie ab und werden überfahren. Außerdem sind alle heimischen Amphibien geschützt und dürfen nicht "umgesiedelt" werden.

Gefahrenquellen beseitigen

Keller- und Lichtschächte sowie Kanaldeckel mit weit gestellten Schlitzen können ungewollt zu Fallen werden, aus denen Kröten und Frösche nicht mehr herauskommen wenn sie erst einmal hineingefallen sind. Sie trocknen aus oder verhungern jämmerlich. Indem man/ frau die Schächte und Kanaldeckel mit einem feinmaschigen Gitter abdeckt, können solche Gefahrenquellen beseitigt werden. Eine weitere Möglichkeit sind schräg gestellte Bretter als Ausstiegshilfen z.B. an Kelleraußenstufen oder ausgelassenen Pools. "Hermetisch" abgeriegelte Gärten mit dichten Zäunen und hohem Grundsockel wirken bei den Wanderungen neben den vielen Straßen als zusätzliches Hindernis. Die "Verinselung" wertvoller Lebensräume nimmt weiter zu. Der Weg zu Futter-, Jagd- und Laichplätzen wird versperrt.

Dass in einem Naturgarten keine Biozide verwendet werden sollten, versteht sich von selbst. Bei Amphibien wirkt sich ein Gifteinsatz gleich in doppelter Hinsicht aus: Wichtige Nahrungsgrundlagen werden entzogen (Schnecken, Insekten ...) oder bereits vergiftete Beutetiere werden vertilgt. Darüber hinaus nehmen Amphibien über ihre nackte, durchlässige Haut gelöste Stoffe direkt aus ihrer Umwelt auf.

Weitere Tipps zum naturnahen Gärtnern erhalten alle Interessierten in der nächsten Servicestelle von "die umweltberatung" oder am NÖ Naturgartentelefon, 027 42/74 333 sowie auf www.umweltberatung.at und www.natur-im-garten.at.

Quelle: die umweltberatung

 

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