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Vinschgau : Wo Reinhold Messner ins Schwärmen kommt

Der neue Vinschger Höhenweg weckt die Wanderlust.


21.05.2010

"Es gibt höhere Berge, aber keine schöneren!“, sagt Extrembergsteiger Reinhold Messner über die Bergkulisse in der Ferienregion Vinschgau. Wer könnte darüber wohl fachkundiger urteilen als der legendäre Everest- bezwinger? Und tatsächlich, die liebliche Region im Westen Südtirols gilt wahrlich als Gebiet der Extreme. Die höchsten Gipfel der Ostalpen ragen dort in den Himmel. Aber dann offenbart sich auch der sanfte Vinschgau mit seinen einzigartigen Waalwegen, seinen Alm- und Panoramawegen und den unvergleichlichen Höhenwegen.

Einfach "wanderbar", dieser Vinschgau, ab sofort nicht zuletzt wegen seines neuen Aushängeschilds, dem Vinschger Höhenweg! Jahrelang ist an dieser Attraktion getüftelt worden. Nun ist die knapp 108 km lange Route für Wanderer geöffnet. Der neue Höhenweg vereint verschiedene Etappen zu einem reizvollen Erlebnismarsch. Bisweilen verläuft die Strecke auf ehemaligen Versorgungspfaden und historischen Verbindungswegen; mehr als acht Kilometer sind für den spektakulären Höhenweg eigens angelegt worden. Die Route führt nunmehr von der Etschquelle am Reschenpass (1.560 m) bis zum Schloss Juval in Kastelbell/Tschars (600 m) und ist bei mittlerem Marschtempo in etwa 32 Stunden zu bewältigen. Dabei bietet jede einzelne Etappe landschaftliche, kulturelle und natürlich auch kulinarische "Höhepunkte".

Schon am Einstieg zum Höhenweg weist ein einsam aus dem Reschensee ragender Kirchturm auf die bewegte Vergangenheit der Region hin. Das Wahrzeichen des Vinschgaus ist das wohl beliebteste Motiv der Ferienregion und findet einen festen Platz im Fotoalbum jedes Feriengasts. Zur Kultur des Vinschgaus gehören auch die verlassenen Bauernhöfe und Stallanlagen, die den Höhenweg an manchen Abschnitten säumen. Dort hatten in der Vergangenheit noch Bergbauern gelebt, die wohl ob der harten Bedingungen ins Tal abgewandert sind; anders als der letzte Vinschger Einsiedler, dessen ehemaliges Refugium Marschierer auf dem Höhenweg ebenso besichtigen können wie die gut erhaltenen Ruinen aus der Bergknappenzeit. Nach einem Abstieg in Richtung Schluderns erwartet Wanderer übrigens eine bemerkenswerte Ausgrabungsstätte. Das Ganglegg gilt im gesamten Alpenraum als die am besten erforschte, befestigte Höhensiedlung der Bronze- und Eisenzeit.

So reiht sich eine Attraktion an die nächste, als wären es Perlen, die an einer Kette aufgefädelt werden: Klöster, Burgen, Schlösser, Ruinen, Kirchen, historische Dorfkerne und Vieles mehr! Sogar seltene asiatische Pflanzenarten, Steppenpflanzen und Heilkräuter gedeihen entlang des Höhenwegs. Denn jenen Abschnitt zwischen Schloss Juval und Mals beherrscht über knapp 50 km der Vinschger Sonnenberg: Die Vegetation ist trocken und karg. Die Pflanzen, die dort wachsen, müssen sich oft mit weniger als 500 Millimeter Niederschlag begnügen. Der strenge Frost im Winter - wegen der exponierten Südlage ohne eine schützende Schneedecke - tut das Übrige dazu und stellt Pflanzen und Sträucher auf eine harte Probe.

Neben so viel Natur finden sich zwischendurch aber auch immer kulturelle Errungenschaften, wie Jausenstationen und Buschenschänke, die mit typischen Vinschger Leckerbissen zum "kulinarischen Marschhalt" verführen. Selbst Gourmettempel werden Wanderer im Vinschgau finden, erschließt der Höhenweg doch nahezu die gesamte Region. So warten nach einem Abstieg nicht bloß Gaumenfreuden auf die Wandersleut, sondern auch allerhand Sehenswürdigkeiten, wie das Kloster Marienberg in Burgeis, die Stadt Glurns, die Churburg in Schluderns, die Nationalparkhäuser in Prad, Trafoi und Martell, das Messner Mountain Museum in Sulden, das Marmordorf in Laas, die Fußgängerzone in Schlanders, die Seilbahn St. Martin in Latsch, das Schloss Kastelbell in Kastelbell oder das Schloss Juval von Reinhold Messner.

Wer eine Pause über Nacht einlegen will, findet entlang des neuen Vinschger Höhenwegs immer wieder Abstiegspfade, die direkt zu Herbergsbetrieben im Tal führen. Das Angebot reicht von der einfachen Pension oder Urlaub auf dem Bauernhof bis hin zum exklusiven Fünfsternehotel. Der nächste Tag beginnt hier zumeist mit einem Sonnengruß, denn mit knapp 300 Sonnentagen im Jahr erinnert der Vinschgau eher an eine Mittelmeerinsel denn an eine Alpenregion. Das hängt übrigens mit den imposanten Bergketten zusammen, die den Vinschgau quasi einschließen und ihm den Regen nahezu ganzjährig vom Leib halten.

Da der Vinschgau auch das kulinarische Aushängeschild Südtirols ist, drehen sich viele Veranstaltungen im Sommer um diesen Bereich. Die Vinschgauer Gebietsweinkost widmet sich z.B. von 28. bis 29. Mai 2010 auf Schloss Kastelbell ganz den gebietstypischen Weinsorten wie Weißburgunder, Müller Thurgau, Kerner oder Vernatsch. Die delikaten Erdbeeren, Äpfel und Marillen sind über die Region hinaus geschätzte Spezialitäten. Deshalb feiert der Vinschgau seine "süßen Früchte" etwa beim Südtiroler Erdbeerfest vom 26. bis 27. Juni im Martelltal. An diesem Juniwochenende steht dort alles im Zeichen jener Erdbeeren, die europaweit einzigartig in luftiger Berghöhe auf 1.300 m gedeihen und wegen des speziellen Klimas im Vinschgau bis zur Perfektion reifen. Aber nicht nur die Erdbeeren sind "in aller Munde", die vielen Sonnenstunden der Region brachten auch dem Golden Delicious Weltruhm ein. Wie bissfest dieser Apfel tatsächlich ist, können Besucher beim Apfelfest erfaren, das die Vinschger von 16. bis 17. Juli 2010 in Schlanders feiern. Der wohl berühmteste Botschafter in "delikater" Angelegenheit ist aber die Vinschger Marille. Das saftig-süße Steinobst wird wegen seines einzigartigen Geschmacks und seiner Güte weltweit geschätzt und vorzugsweise zu Marmeladen, Säften und Bränden verarbeitet. Gehuldigt wird der süßen Frucht beim Fest "Marmor & Marillen", das heuer von 30. Juli bis 1. August stattfindet.

Zum abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm zählen aber nicht nur kulinarische Events. Am 19. Juni holen die Vinschger Bauern ihre historischen Traktoren aus den Scheunen und lassen sie aufs Stilfserjoch pfauchen. Neben der Oldtimer Traktortour verspricht der Yakauftrieb am 30. Juni 2010 ein besonderes Erlebnis zu werden. Extrembergsteiger Reinhold Messner selbst wird die zotteligen Rinder aus dem Himalaja von Sulden aus auf die Sommerweide bei Madritsch treiben. Während der Reschenseelauf am 31. Juli über 15,3 km der Region einen sportlichen Stempel aufdrückt, regieren im August wieder die Festveranstaltungen, wie die Südtiroler Ritterspiele von 20. bis 22. August 2010 in Schluderns oder die urigen Dorf- und Seefeste in allen Teilen des Vinschgaus. Immer wieder gern gesehen sind die Almabtriebe im Martelltal heuer vom 5. bis 12. September oder der Almherbst, der rund um den Reschenpass von 1. bis 26. September 2010 gefeiert wird.

Weitere Infos und Termine der Ferienregion Vinschgau finden Sie unter www.vinschgau-suedtirol.info.