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Neuer Weitwanderweg in der Steiermark: Vom Gletscher zum Wein

Vom Dachsteingletscher bis ins sanft hügelige Steirische Weinland


08.03.2016

"Vom Gletscher zum Wein" lautet der Name eines neuen Weit- wanderweges, der ein breitestmögliches Erlebnis der Steiermark verspricht. Viele Naturschönheiten, kulturelle Schätze und kulinarische Köstlichkeiten gilt es entlang dieser Route zu entdecken.

Die mit Sommer 2016 nun fix und fertig beschilderte und buchbare neue Wanderroute vom 2.995 Meter hohen Dachsteingletscher bis ins sanft hügelige Steirische Weinland führt über imposante Berge, durch unberührte Naturschutzgebiete, geschichtsträchtige Kulturdenkmäler, zu heiß sprudelnden Thermen und regionalen Spezialitäten. Nach der ersten Etappe durch das ewige Eis zum Guttenberghaus oberhalb von Ramsau am Dachstein trennt sich der Weg Richtung Weinland und Wanderer können sich entscheiden: für die 547,5 Kilometer lange Nordroute, die auf 35 Etappen bis nach Bad Radkersburg im Thermenland führt, oder für die 376,4 Kilometer lange Südroute mit 25 Etappen nach Leibnitz in der Südsteiermark. Mit ein paar Varianten - wie beispielsweise einer Alpin-Etappe durch den Nationalpark Gesäuse oder der Einbindung von Bergbahnen, die einem den Aufstieg erheblich erleichtern - erweitert sich das Wegenetz sogar auf 958 Kilometer.

Die Nordroute
Wie könnte man die Nordroute ganz einfach beschreiben: Zuerst rauf, dann rechts, dann wieder ganz runter und immer den Thermen nach, bis man an der slowenischen Grenze
ansteht. ;-)  Aber gehen wir’s gemächlicher an. Das ist in der praktischen Umsetzung übrigens auch empfohlen, denn der Weg kann sich nicht nur gehen, sondern auch sehen lassen. Während der ersten drei Etappen, die vom Dachstein über den Stoderzinken nach Bad Mitterndorf führen (und die man tatsächlich auch stressfrei in drei Tagen absolvieren kann), wird man unwillkürlich auch die Augen wandern lassen. Hier bestimmen knochentrockene Karstgebiete, saftige Almwiesen, lichte und dichte Lärchenwälder und kleine Almdörfer das
Szenario. Nach weiteren drei Tagen und ebenso vielen Etappen geht es dann über die pittoreske Alm- und Seenlandschaft der Tauplitz, durch den südlichen Teil des Toten Gebirges und die Wörschachklamm nach Wörschach. Die Etappen 7 bis 9 führen dann durch das Wörschacher Moos (das ist nicht nur weich, sondern auch "Natura 2000 Europa Schutzgebiet"), dann durch Admont (u.a. mit der weltgrößten barocken Bibliothek) bis hinein in die Welt des Nationalparks Gesäuse. Hohe Punkte gibt es auf der Nordroute viele. Aber auch Höhepunkte: zum Beispiel die historische Stadt Eisenerz, die man am Ende der zwölften Etappe erreicht, das Münster Neuberg (Etappe 17) oder die Semmeringbahn (immerhin UNESCO Weltkultur- und Naturerbe). Von Mürzzuschlag (Etappe 20) geht es dann Richtung Süden weiter und ab Hartberg (Etappe 27) flacht die Nordtour dann merklich ab. Allerdings nur in topografischer Hinsicht. Die Berge werden im südöstlichen Teil der Steiermark - der Speisekammer  Österreichs - nämlich auf Tellern serviert. Um das leibliche Wohl kümmert man sich auch in den Thermen, in deren warmen Gewässern man sowohl die Seele als auch die strapazierten Füße baumeln lassen kann. Am Zielpunkt Bad Radkersburg geht das übrigens auch. Die Nordtour hat also ein richtiges Happy End!

Die Südroute
Richtung Süden führt die Nordroute ja letztlich auch. Die Südroute führt nur direkter in den Süden und dass sie somit kürzer ist als die Nordroute, liegt auf der Hand. Wenn man mit ihr "fußerln" will, hat sie es trotzdem in sich. Die Höhenmeter-Grafik der ersten 80 Kilometer sieht aus wie das EKG eines Herzinfarktpatienten. Über die Schladminger Tauern bis Krakau ist der Begriff "Ebene" ein Fremdwort; es geht entweder steil bergauf oder steil bergab. Das ist nichts für Wanderer, die beim Gehen gerne einen Fußball vor sich her kicken. Nach elf Tagen und 133 Kilometern erlebt man dann auch ein kulturelles Hoch: Im Benediktinerstift St. Lambrecht im Naturpark Grebenzen stecken immerhin fast tausend Jahre steirische Geschichte, die man anhand einer Kunsthistorischen und einer Volkskundlichen Sammlung nachempfinden kann. Mit Tausendern wird man auf der Strecke dann noch öfter konfrontiert. Bevor man am Ende der 14. Etappe nach Obdach gelangt, muss man erst den 2.396 Meter hohen in den Seetaler Alpen gelegenen Zirbitzkogel bezwingen. Und kurz danach den Obdacher Sattel, den Ammeringkogel und das Salzstiegl. Es bleibt also höhenluftig. Nach dem Packsattel und der Koralm taucht man endlich ins Weinland ab. Beziehungsweise ins Schilcherland, dessen "Hauptstadt" Deutschlandsberg ist. Und wenn man jetzt behauptet, dass die Gegend ab hier wirtlicher wird, hat das auch mit der steigenden Dichte an aussichtsreichen Weingütern und Buschenschänken zu tun. Ab Deutschlandsberg ist also Obacht geboten: Wer allzuviel Sympathie für guten, südsteirischen Wein hegt, wandert die restlichen elf Tage nicht alleine, sondern immer in Begleitung eines Katers.

Ein paar Dinge noch zum Geleit. Erstens: Sowohl die Nord- als auch die Südroute sind durchgehend und einheitlich beschildert. Seit Kurzem gibt es außerdem eine App, die einen auf den rechten Weg führt. Zweitens: Beide Touren kann man auch in Teiletappen gehen. Dank öffentlichem Verkehr - neben Bahn und Postbus gibt es auch so genannte Wander- und Tälerbusse sowie Wandertaxis - ist es möglich von nahezu jedem Endziel wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Vom Gletscher zum Wein - Urlaubspackages
Beispiel 1: Nationalpark Gesäuse-Package
Beispiel 2: Durchs Schilcherland und die Südsteiermark inkl. Gepäcktransport

Weitere Infos unter www.steiermark.com/wandern