Herzlich Willkommen!
Schön, dass Sie die neue Webheimat besuchen!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Kurioses Brauchtum rund um Ostern

Alte Traditionen werden in manchen Ortschaften heute immer noch gepflegt.


13.02.2017

Ostern ist eine Zeit der Bräuche und Symbole, die oft ihre Wurzeln im Christentum haben und auf eine jahrtausendealte Geschichte zurückblicken. Vielerorts in Österreich werden diese Traditionen bis heute gepflegt. So begegnet man in der Zeit rund um das Osterfest neben Hasen und Eiern auch seltenen, oft kuriosen Bräuchen. Hier einige Beispiele.

Peter Rosegger berichtet in seiner Erzählung "Als ich Eierbub gewesen" von Bräuchen mit Ostereiern. Seine Mutter besaß drei Hühner, die sie über den Winter bringen musste, damit sie im Frühjahr wieder Eier legen. "Diese wurden als Erstlinge rot gefärbt und dann verschenkt an arme Kinder, die von Hof zu Hof gingen, um Ostereier zu sammeln, und an die Dienstmägde, die mit solchen Eiern wieder junge Burschen erfreuten", berichtet Rosegger. In manchen Gegenden kam es sogar einer Liebeserklärung gleich, wenn das Mädel dem Burschen ein rotes Osterei schenkte. In Massing, einem Ortsteil von Krieglach in der Steiermark, lebt der Brauch des "roate Oar soummlns" weiter: Am Ostersonntag ziehen junge ledige Männer nach dem feierlichen Kirchgang von Hof zu Hof, um rote Eier zu sammeln. Am Karsamstag werden die Eier in der Messe gesegnet und anschließend gemeinsam verspeist.

In Puch bei Hallein im SalzburgerLand hat am Palmsonntag ein hölzerner Palmesel, der schon im Mittelalter die Oster- prozessionen begleitete, seinen großen Auftritt. Bereits im 17. Jahrhundert wurden in manchen österreichischen Gemeinden hölzerne Eselfiguren mit einer darauf reitenden Christusfigur durch den Ort getragen. Mit Hilfe der Prozessionsfiguren sollte dem nicht lesenden Volk die Bibelgeschichte vermittelt werden. In der Aufklärung verschwanden die volkstümlichen Figuren aus den Kirchen. Erzbischof Hieronymus von Colloredo ließ die Palmesel-Prozessionen 1785 verbieten und alle Palmesel im Land mussten vernichtet werden. Nur zwei solcher Figuren blieben erhalten, eine davon in Puch bei Hallein. Der Pucher Esel wurde damals in die Salzach geworfen und von den Einwohnern wieder an Land gezogen, um ihn bei einem Bauern zu verstecken. Am Palmsonntag tragen vier Burschen vom örtlichen Trachtenverein "D`Puachstoana" den Palmesel mit Christusfigur durch die Straßen. Ihre wechselvolle Geschichte sieht man der Holzstatue mit Zaumzeug aus Kaurimuscheln kaum an. Übers Jahr findet der Esel im Glockenturm der Pfarrkirche Puch Unterschlupf, wo er von den Kirchgängern bewundert werden kann.

Sie ragen bis zu 35 Meter hoch in den Himmel und sind festlich bunt geschmückt: die Palmlatten, die alljährlich zu Ostern in Imst in Tirol ausgeführt werden. In der Woche von Palmsonntag bis Karfreitag gibt in Imst das religiöse Brauchtum den Ton an. Wie in anderen Gemeinden zieren in dieser Zeit Palmsträuße und Ölzweige die Räume und Straßen. In Imst gibt es darüber hinaus ein besonderes Schauspiel zu bestaunen: Schon Wochen vor Ostern fertigen die Männer kunstvolle, teilweise mehr als 30 Meter hohe und bis zu 300 Kilogramm schwere Latten an, die sie am oberen Ende mit Buchs und Efeugewinden verzieren. Am Palmsonntag werden die Latten dann feierlich ausgeführt - ein akrobatisches Kunststück, das die Zuschauer zum Staunen und die Träger ins Schwitzen bringt. Neben dem spirituellen zählt dabei auch der sportliche Gedanke: Gewonnen hat die Gruppe mit der höchsten Palmlatte, die ihr Kunstwerk sicher entlang einer von Besuchern gesäumten Route zur Pfarrkirche manövriert.

"Oarradln" nennt sich ein kurioser Brauch in Obertraun in der Region Dachstein Salzkammergut in Oberösterreich, bei dem die Einwohner und Gäste überraschende Entdeckungen machen. Ein Fahrrad auf einem Garagendach, eine Scheibtruhe auf einem Baum, vielleicht sogar ein Dreirad an einer Straßenlaterne: So mancher Besucher, der am Ostermontag durch Obertraun spaziert, traut seinen Augen nicht. Beim Brauch des "Oarradlns" werden in der Nacht vom Ostersonntag auf den Ostermontag alle Gegenstände, die ein Rad haben und frei herumstehen, verschleppt. Die Gefährte werden auf Dächer, Bäume, Masten, Laternen usw. gehängt - nur so hoch, wie sie von ihren rechtmäßigen Besitzern wieder ohne Leiter erreicht werden können. Der Brauch soll dazu beitragen, nachlässige Ortsbewohner zu mehr Ordnung zu erziehen. Denn jedes Jahr, wenn der Schnee schmilzt, steht in Obertraun ein Frühjahrsputz auf dem Programm. Die Tradition sorgt dafür, dass am Abend des Ostersonntags im Ort sehr viel weggeräumt wird und an den Feiertagen wieder Ordnung herrscht.

 
Persönlicher Bereich:
 
 
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...