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Osterbräuche im SalzburgerLand

Von magischen Eiern, Ratschenbuben und Osterfeuern


14.04.2011

Rund um das Osterfest ranken sich zahlreiche, alte Bräuche. Manchmal sind es uralte heidnische Bräuche, manchmal sind es überlieferte Fruchtbarkeits-rituale und manchmal hohe Kirchenfeiertage. Im SalzburgerLand gibt es dazu auch zahlreiche Festivitäten, die ein guter Anlass sind, um sich - festlich gekleidet in Tracht - unter die Leute zu mischen.

Ein typischer alpenländischer Brauch ist das "Palmbuschenbinden", mit dem man an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Die Weidenzweige für den Palmbuschen werden gebunden und anschließend bunt geschmückt. Ein echter Salzburger Palmbuschen besteht aus insgesamt sieben Kräutern. Nach der kirchlichen Segnung am Palmsonntag kann er seine heilbringende Wirkung entfalten: Er bewahrt das Haus, die Felder, Äcker oder Gärten vor Übel und vertreibt böse Geister. In Puch bei Hallein wird auch ein "Palmesel", eine hölzerne Palmeselsfigur samt darauf reitendem Christus, die aus dem Mittelalter stammt, mitgetragen.

In Großarl findet in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag das Ölbergsingen statt. Zu jeder vollen Stunde treffen sich die Sänger und singen jeweils an mehreren Stationen. Am Gründonnerstag singen die Bauern des Ortes vom Leiden Christi am Ölberg. Am Karfreitag sind es hingegen die "Dorfer", die in ihrem Gesang über die Ereignisse nach dem Kreuzetod Jesu berichten, und bereits die Auferstehung verheißen.

Die Glocken fliegen am Gründonnerstag nach Rom und kommen erst zur Auferstehungsfeier am Ostersamstag zurück. Während dieser Zeit kündigen im ganzen SalzburgerLand die Ratschenbuben die vollen Stunden an.

Am Gründonnerstag werden traditionell grüne Speisen oder Suppen gekocht und verzehrt. Auch das Eierfärben steht an. Im Lungau werden die Grawirlacheier von den Frauen hergestellt. Die gekochten Eier werden gemeinsam mit Gräsern und Blüten in ein Stück Stoff eingebunden und mit Naturfarben gefärbt. Daraus ergibt sich ein besonders schönes Muster. Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, sind "Antlass-Eier", denen ganz besondere magische Kräfte zugeschrieben werden.

Am Ostersonntag bringt man Lebensmittel im Weihekorb zur Speisenweihe mit in die Kirche: Die Weihkörbe enthalten Schinken, Brot, in Ostermotive gepresste Butter, Eier, Kren und Salz. Der Inhalt wird nach dem Kirchgang zum Frühstück im Kreise der Familie verzehrt.

In der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag erleuchten im Lungau zahlreiche Osterfeuer die Nacht: Diese gezimmerten, bis zu 12 Meter hohen Osterfeuer, die bis in die vorchristliche Zeit zurückgehen, drücken die Freude über die Auferstehung des Herrn sowie den Wunsch nach dem Wiedererwachen der Natur aus.

Den Abschluss der Osterfeierlichkeiten bildet das Gonesrennen am Ostermontag im Lungau: In Wölting wird dieses Gesellschaftsspiel schon seit über hundert Jahren am Dorfplatz gespielt.

Termine der Osterveranstaltungen im SalzburgerLand:

15.4.2011  
Palmbuschenbinden im Gwandhaus in Salzburg
16.4.2011



 
ab 10.00 Uhr Traditioneller Ostermarkt im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain: Lungauer und Flachgauer Bäuerinnen offerieren alles für den österlichen Weihekorb: Palmbuschenbinden und österliches Handwerk.
16.4.2011

ab 11.00 Uhr Ostermarkt im Keltendorf am Steinerbichl in Uttendorf
17.4.2011
um 8.30 Uhr Palmeselritt in Hintersee
21./22.4.
Ölberg- und Leiden-Christi-Singen in Großarl
24.4.2011

Suche nach dem großen Schmitten-Ei in Zell am See
24.4.2011

Ei, Ei, Ei - Ostereier suchen für Kinder im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain