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Kultur und Kastanien : Interessante Mischung im Südtiroler Lana

Viele Sehenswürdigkeiten und kulinarische Genüsse


30.06.2010

Die stärkereiche Kastanie, in Südtirol auch "Kescht" genannt, war im Mittelalter in den südlichen Alpen-regionen ein Grund-nahrungsmittel. Heute bereichern die selten gewordenen Edelkastanien als ausgezeichnete Rarität die Südtiroler Küche. In Lana & Umgebung gehört der Kastanienbaum seit jeher zum Landschaftsbild und zur Lebenskultur. Alles Wissenswerte um die stachelige Frucht erfahren Keschtnfans auf dem Südtiroler Kastanien-erlebnisweg in Völlan, der zu Wanderungen durch die Kastanienhaine und zur Geschmacksanregung "anstachelt". Der rund zwei Kilometer lange Rundweg beginnt direkt im Ortszentrum Völlan und führt über zehn Erlebnisstationen. Diese setzen sich mit der Herkunft, den biologischen Verwandten, den "botanischen" Ansprüchen und Bedrohungen sowie der Geschichte und Kultur der "Castanea sativa" auseinander. In der Nähe liegen gemütliche Möglichkeiten zur Einkehr und - wenn die Zeit reif ist - zur Verkostung typischer Kastaniengerichte. Eine regionale Spezialität sind frisch gebratene Kastanien zu einem Glas "Sußer" - so heißt der frisch vergorene Wein in Südtirol. Ein kulinarischer Tipp sind die Kastanientage in Völlan und Tisens (17.-31.10.2010), die unter dem Namen "Keschtnriggl" mit vielen genussreichen Veranstaltungen aufwarten. Als "Keschtnriggl" wird ein nach alter Tradition gefertigter Gebrauchsgegenstand aus Kastanienholz und Haselstaude bezeichnet. Erst werden die Keschtn auf offenem Feuer gebraten, dann im geflochtenen "Keschtnriggl" gerüttelt. Die Schale löst sich und fällt durch die dünnen Ritzen auf den Boden, zurück bleiben die köstlichen Kastanien.

Bunte Wiesen und geheimnisvolle Lärchenwalder erwarten Wanderer, Nordic Walker und Mountain- biker auf dem Vigiljoch. Auf den autofreien Haus- und Wanderberg von Lana gelangt man entweder zu Fuß oder mit Europas zweitältester Schwebeseilbahn, die seit 1912 die Gäste zur Sommerfrische auf 1.486 Meter bringt. Heute führt eine moderne Bahn in acht Minuten hinauf und eröffnet herrliche Blicke auf Lana, das Etschtal und die Dolomiten. Zur Einkehr locken traditionsreiche Gasthöfe und eines der außergewöhnlichsten Bauwerke der Alpen: das vigilius mountain resort. Matteo Thun, der Mailänder Stararchtitekt mit Südtiroler Wurzeln, hat hier ein Natur-Design-Gesamtkunstwerk auf höchstem Niveau geschaffen. Weitere Wandertipps: Sonnenaufgangswanderungen auf die große oder kleine Laugenspitze inklusive einem kräftigenden Almfrühstück und Wanderungen auf "Urwegen", beispielsweise auf dem Moosweg zum St.-Hippolyt-Kirchlein, das auf ein vorchristliches Heiligtum zurückgeht.

Weit zurück in die Geschichte der Gegend rund um Lana führen eindrucksvolle Zeugen auf der "Alpinen Straße der Romanik" zwischen Graubünden, Südtirol und Trentino. Dieses überregionale, schweizerisch-italienische Projekt öffnet Tür und Tor zu wertvollen romanischen Zeugen, darunter die Kirche St. Margareth in Lana mit Fresken aus dem Jahr 1215. Die Bildsprache versetzt den Betrachter zurück ins Mittelalter und lässt ihn entdecken, wie unglaublich beeindruckend und lebendig die Welt vor beinahe 800 Jahren heute noch sein kann.

Weltberühmt ist auch der Schnatterpeck- Altar in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt von Niederlana. Der größte Flügelaltar (14 m) im gesamten Alpenraum mit seinen 64 teils beweglichen Figuren aus Laub- und Nadelholz zählt zu den schönsten Werken der Südtiroler Spätgotik. Weitere beeindruckende Zeugen aus dem Mittelalter sind die Schlösser Lebenberg und Braunsberg. Das Schloss Lebenberg in Tscherms wurde 1260 von den Herren von Marling erbaut und zählt heute zu den schönsten Ansitzen im Burggrafenamt. Die ausgedehnte Burganlage mit dreigeschossiger Kapelle, malerischen Innenhöfen, einem Rokoko-Spiegelsaal, dem Rittersaal mit dem fuchsischen Figurenstammbaum (12 Generationen und 264 Figuren) und dem Waffensaal ist von Ostern bis Allerheiligen für Besucher geöffnet. Ein Wahrzeichen Lanas ist das Schloss Braunsberg, hoch über der Gaulschlucht. Aus dem 20. Jahrhundert stammt die Hl. Kreuzkirche in Mitterlana. Ihr charakteristisches Dach wird im Volksmund der "Lananer Apfel" genannt.

Viele Sehenswürdigkeiten warten auch in der Umgebung von Lana darauf, entdeckt zu werden. Das multikulturelle Flair am Übergang zwischen Nord und Süd erlebt man hier mit allen Sinnen. Die nahe Kurstadt Meran mit ihren charmanten Einkaufsstraßen, mittelalterlichen Lauben und Jugendstilpromenaden entlang der Passer ist immer einen Besuch wert. Südliche Lebenskultur versprühen die Gärten des Schlosses Trauttmansdorff, die zu den schönsten Italiens und Europas gekürt wurden. Im Sommer finden im einstigen Winterdomizil der österreichischen Kaiserin Sisi außergewöhnliche Konzerte statt. Zum Eintauchen und Auftanken geht es in die Therme Meran, ein Genusstempel aus Glas, Stahl und Sandstein inmitten eines mediterranen Thermenparks vor grandioser Bergkulisse. In die Landeshauptstadt Bozen ist es von Lana auch nicht weit: Das Archäologiemuseum samt der Gletschermumie "Ötzi" vom Hauslabjoch, die Giotto-Fresken im Dominikanerkloster-Kreuzgang und das nahe Messner Mountain Museum"MMM Firmian" auf Burg Sigmundskron sind nur einige von vielen Höhepunkten in und um die Südtiroler Landeshauptstadt.

Weitere Infos zur Südtiroler Urlaubsregion Lana & Umgebung finden Sie unter www.lana.info.