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Kostenfalle: Telefonieren und Surfen auf Kreuzfahrtschiffen

Schutzmaßnahmen der heimischen Betreiber greifen nicht immer.


23.12.2016

Immer mehr Menschen machen - gerade im Winter - Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Experten warnen vor einer Kostenfalle: Telefonieren oder Surfen im Internet an Bord kann extrem teuer werden, da die Nutzung der Handys über die auf Kreuzfahrtschiffen installierten Mobilfunknetze explizit von der EU-Roamingregulierung ausgenommen ist. Während man bei einem Landgang in einem Hafen der Europäischen Union für die Nutzung des dortigen Mobilfunknetzes keine zusätzlichen Kosten zu tragen hat, zahlt man weiterhin hohe Beträge, wenn dieselbe Nutzung über das Mobilfunknetz des Kreuzfahrtschiffes stattfindet.

"Die derzeitigen Tarife für Roaming auf Kreuzfahrtschiffen haben es in sich: 15 bis 20 Euro pro MB Datenverbrauch oder 4 bis 5 Euro pro Minute für ein Telefonat stellen die Regel dar", erklärt RTR Geschäftsführer Mag. Johannes Gungl. "Wer sich im Urlaub über das Schiffsnetz beispielsweise einen Film über Videostreaming ansieht, muss im schlimmsten Fall mit Kosten in der Höhe von 30.000 Euro rechnen. Ein 20-minütiges Telefonat mit den Daheimgebliebenen kann durchaus 100 Euro und mehr kosten".

Schutzmaßnahmen der österreichischen Betreiber wie beispielsweise Kostenlimits sorgen zwar dafür, dass extrem hohe Handy-Rechnungen nicht mehr anfallen. Trotzdem zeigen Fälle bei der Schlichtungsstelle der RTR immer wieder, dass Kunden mit überraschend hohen Telefon- und Internetrechnungen konfrontiert sind. Wie kann man sich nun vor unerwartet hohen Roamingkosten schützen?

-) Nur die Kontrolle der Netzanzeige gibt zuverlässig Auskunft, in welchem Netz man gerade eingebucht ist. Erkundigen Sie sich beim Veranstalter der Kreuzfahrt, wie die Netzanzeige des Schiffsnetzes genau lautet. Problematisch ist der Umstand, dass nicht mehr alle Endgeräte das aktuell verwendete Netz anzeigen.

-) Verlassen Sie sich nicht auf allfällige Informations-SMS, mit denen über das Einbuchen in die verschiedenen Netze informiert wird. Gerade bei einem oftmaligen Wechsel zwischen den Mobilfunknetzen des Schiffes und dem lokalen Mobilfunknetz funktionieren diese "Willkommens-SMS", die über die Höhe des Entgelts für ein Telefonat/ein SMS/eine Datenverbindung informieren, nicht immer zuverlässig. Nur die Kontrolle der Netzanzeige zählt.

-) Sperren von Datenroaming: Gerade der Datenverbrauch geschieht oft unbemerkt im Hintergrund. So können durch im Hintergrund laufende Apps oder Updates Datenmengen anfallen, die beträchtliche Kosten verursachen können. Netzseitiges Sperren beim Betreiber (z.B. über die Kundenzone) ist besonders zuverlässig. Aber auch direkt auf Endgeräten kann Datenroaming gesperrt werden.

"Sich vor dem Urlaub genau über mögliche Kostenfallen beim Betreiber und Reiseveranstalter zu informieren und die Gebrauchsanweisung des Handys zu studieren, kann helfen, vor bösen Überraschungen geschützt zu werden", rät Gungl abschließend.

Quelle: Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR)