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Wandern in der Karibik

Schöne Ergänzung zu einem perfekten Strandurlaub


15.09.2010

Aktivurlaub liegt im Trend und schwappt seit einiger Zeit auch an die Karibikküsten. Großartige Natur gab es dort immer schon zu entdecken, auf vielen Inseln ist nun auch eine entsprechende Infrastruktur vorhanden. Ob fertige Wanderreisen oder Individualtrips, man kann getrost auch mal den tollen Stränden den Rücken kehren und für ein paar Tage zu Fuß das Hinterland erkunden. Flüsse schlängeln sich durch grüne Biosphärenreservate und klatschen als Wasserfälle in tiefe Becken. Kolibris naschen an süßen Früchten, und exotische Orchideen säumen die Wege. Die perfekte Kulisse, um richtig abzuschalten!

Wer wandern will, sich aber nicht zwischen Alpen und Tropen entscheiden kann, ist z.B. in der Dominikanischen Republik richtig. Abseits der Resortwelten bietet die Insel Spannendes zu entdecken. Dominikanische Alpen nennt man die Gegend der Zentralkordilleren, weil hier statt Palmen Pinienwälder und statt Kokosnüssen Erdbeeren wachsen. Idealer Ausgangspunkt für ungewöhnliche Entdeckungstouren ist der Ort Jarabacoa. Hier warten wilde Flüsse, tiefe Schluchten und der höchste karibische Berg "Pico Duarte".

Reichlich Natur zum Erholen findet man auch auf Grenada. Rund ein Sechstel der Insel ist als Naturreservat geschützt. Über die Grand Etang Road, entlang einer von Bambus, Bananen- und Kakaobäumen gesäumten Strecke gelangen Naturfans ins gebirgige Zentrum der Insel. Hinter Constantine lockt der Grand Etang Nationalpark mit herrlicher Aussicht auf die Westküste und zahlreichen Wanderwegen. Höhepunkt ist ein tiefblauer, mehr als zehn Hektar großer See im Krater eines untätigen Vulkans. Doch Vorsicht am Ufer! Der Legende nach herrscht in diesem See die Orischa-Göttin Yemaya. Sie verführt Männer und nimmt sie mit in die Tiefe ihres Reiches. Realistischer ist da schon die Begegnung mit ungefährlichen Gürteltieren, Mungos oder Mona-Affen. Die Ausflüge können zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden dauern, das Parkzentrum informiert über die Routen sowie über Geschichte und Kultur der Region.

Auf Puerto Rico bietet das Toro Negro Reservat Trails für geübte Wanderer. Im Gegensatz zum Nationalpark El Yunque sind dort jedoch weniger Touristen unterwegs. Fünf Wanderwege winden sich durch das Gebiet, für den längsten benötigt man rund zwei Stunden. Ein Pfad führt zu einer Aussichtsplattform mit spektakulärem Blick über die Insel, ein anderer führt zum romantischen Wasserfall Doña Juana. Der Park bietet zudem eine gute Camping-Infrastruktur mit Zeltplätzen, Feuerstellen und sanitären Anlagen, gilt aber dennoch als Geheimtipp.

Das abwechslungsreiche Hinterland Jamaikas bietet eine ungewöhnliche Wanderung für Aktivtouristen. Mitten in der Nacht geht es los in Richtung Blue Mountain Peak, damit man bei Sonnenaufgang den Gipfel erreicht. Danach umhüllt aufsteigender Nebel die Bergkuppe. Eine schweißtreibende, aber lohnende Wanderung, denn der grandiose Blick vom höchsten Punkt Jamaikas aus reicht über die karibische See bis nach Kuba. Die üppige Flora des mystisch verwunschen wirkenden Bergwaldes präsentiert sich dann beim Abstieg im Tageslicht. Die gesamte Wanderung dauert rund sieben Stunden. Schlichter, aber authentischer Ausgangspunkt ist die Lodge Whitfield Hall in St. Thomas (www.whitfieldhall.com).

Auf Kuba gibt es nur einen Abstecher entfernt von der durch die Revolution bekannt gewordenen Stadt Santa Clara neu angelegte, gut beschilderte und relativ leichte Wanderpfade. Hier liegt inmitten der Sierra Escambray das Hotel Hanabanilla. Dort kann man ein oder zwei Nächte verbringen und abseits der üblichen Touristenpfade kleinere Dschungeltouren unternehmen. Lohnenswert ist der rund einstündige Aufstieg zum "El Mirador", über dessen Bergspitze die Geier kreisen und von wo aus man einen einzigartigen Blick über den Hanabanilla-Stausee hat (www.hotelhanabanilla.com)

Über 200 Kilometer Wegenetz warten im Nationalpark von Basse-Terre auf Guadeloupe, der als der größte in der Karibik gilt. Wegen der spektakulären Grüntöne ihrer verschiedenen Vegetationszonen wird das französische Eiland auch Smaragdinsel genannt. Man zählt dort über 300 Baum-, 270 Farn- und 100 Orchideen-Arten. Beliebtes Ziel für Wanderfans ist der Vulkan La Soufrière (1.467 m). Er lässt sich leicht über mehrere Wanderpfade besteigen.

Auf der Naturinsel Dominica gibt es einen besonders nennenswerten Pfad für Wanderer. Mit Unterstützung der EU baut die Regierung den "Waitukubuli National Trail" aus, ein uraltes Wegenetz, das einst die Ureinwohner anlegten. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2011 wird der Pfad mit einer Gesamtlänge von 184 km quer über die Insel führen, erste Teile, wie z.B. zum Emerald Pool, sind bereits fertig gestellt. Guter Ausgangspunkt für Wandertouren ist die mehrfach ausgezeichnete Eco-Lodge Calabishie Cove
(www.calibishiecove.com).

Als "Karibische Symphonie" bezeichnet Bergspezialist ASI eine 14-tägige Wanderreise nach Martinique, Guadeloupe und Dominica. In Gruppen von maximal 15 Personen und begleitet von einem deutschsprachigen Führer gilt es, in Etappen von drei bis fünf Stunden über die Inseln zu marschieren. Die Routen führen zu großartigen Naturschauplätzen wie Dominicas kochendem See oder entlang eines alten Schmugglerpfads durch das üppig grüne Guadeloupe. Auch Badestopps und Sightseeing in den Hauptstädten stehen auf dem vielfältigen Programm (ab 3.550 Euro, www.asi.at).


Preiswert und alternativ: Touren von gemeinnützigen Organisationen

Der Barbados National Trust organisiert jeden Sonntag geführte, dreistündige und kostenlose Wandertouren zu verschiedensten Schauplätzen der Insel - ob durch Rohrzuckerplantagen, entlang der Küste oder durch den tropischen Regenwald. Die "Stop’n’Stare"-Wanderungen sind zwischen 8 und 10 Kilometer lang, "Here’n‘There" zwischen 12 und 16 Kilometern und der "Grin‘n‘Bear"-Wanderweg rund 20 Kilometer. Weniger anstrengend dafür aber umso mystischer sind geführte Mondschein-Wanderungen (www.barbados.org/hike.htm).

Auf Antigua bietet die Umweltorganisation EAG monatliche Natur-Touren, denen sich auch Touristen anschließen können. Die meist kostenlosen Wanderungen, bei denen Antiguas Pflanzenwelt im Vordergrund steht, führen jeweils zu anderen Orten und dauern in der Regel 90 Minuten. Neben der Landschaft lernt man so auch ein wenig von Land und Leuten kennen.

Das geht auch auf Trinidad & Tobago. Neben zahlreichen Veranstaltern organisieren "Hiking Clubs" günstige Tagesausflüge oder Touren inklusive Übernachtungen, bei denen man Kontakte zu wanderfreudigen "Trinis" knüpfen kann (www.trinoutdoors.com).

Auf Montserrat bietet der National Trust Karten und Infos zu verschiedenen Hikes. Das Gebiet rund um die "Centre Hills" ist aufgrund der hier lebenden seltenen Tier- und Pflanzenarten  besonders sehenswert. Der "Runaway Gaut" führt zudem an einem legendären Trinkbrunnen vorbei. Der Genuss des frischen Quellwassers weckt angeblich den Wunsch, immer und immer wieder nach Montserrat zurückzukehren (www.montserratnationaltrust.ms).

Weitere Infos: