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DomQuartier Salzburg: Barocke Kunstschätze erstmals seit 200 Jahren zugänglich

2.000 Exponate auf 15.000 Quadratmetern


27.02.2014

Mit dem Domquartier setzt Salzburg ab Mai 2014 ein neues Highlight im Herzen der Stadt: Das ehemalige Zentrum fürst-erzbischöflicher Macht, der Komplex aus Residenz und Dom, ergänzt um das Benediktinerkloster St. Peter wird erstmals nach 200 Jahren wieder als Rundgang erlebbar gemacht und beherbergt auf 15.000 prachtvollen Quadratmetern rund 2.000 sehenswerte Exponate.

Bis 1803 ist Salzburgs Geschichte wesentlich von drei Faktoren geprägt: der territorialen Unabhängigkeit von den umgebenden Mächten, einer soliden, wirtschaftlichen Basis aufgrund von Salz-, Metall- und Edelsteinvorkommen und der Herrschaft der Fürsterzbischöfe, die mit absolutistischem Anspruch über "himmlische und irdische" Belange der Bevölkerung regierten. Der Gebäudeverbund aus Residenz und Dom war seit dem Mittelalter der Mittelpunkt des Landes und sichtbarer Ausdruck der Macht der Fürsterzbischöfe. Diese Umstände erlaubten dem Land vom 8. bis ins 18. Jahrhundert eine dauerhafte, eigenständige, kulturelle und politische Blüte. Das reiche Erbe der Romanik, der Gotik und vor allem des Barock zeugt noch heute von diesem Glanz. Das unmittelbar an diesen Komplex angrenzende Benediktinerkloster St. Peter wurde zu Beginn der mittelalterlichen Geschichte Salzburgs gegründet und trug seitdem maßgeblich zur Entfaltung des reichen Kultur- und Geisteslebens bei.

Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun gehört zu den bedeutendsten Bauherren des barocken Salzburg und prägte in seiner 14-jährigen Regierungszeit (1654-1668) das Bild der Stadt. Er ließ die Dombögen errichten, den Residenz- und Domplatz gestalten sowie eine Gemäldegalerie - die heutige Lange Galerie der Erzabtei St. Peter - bauen. So schuf er jenen Rundgang, der nun nach 200 Jahren erstmals wieder zugänglich gemacht wird. Das Domquartier ermöglicht einen Weg um den Domplatz in der "oberen Etage" und gewährt neue und imposante Ausblicke auf die Stadt und die Stadtberge sowie unbekannte und prachtvolle Einblicke in ihr kulturelles Herz. Herrschaftsgeschichte, Kunstgeschichte und Architektur werden in einem einzigartigen Zusammenspiel präsentiert.

Die barocken Kunstschätze der Residenzgalerie, des Dommuseums, der Erzabtei St. Peter und des Salzburg Museum bilden in Zukunft die Grundlage für einen Barock-Schwerpunkt in Salzburg. "Salzburg ist nördlich der Alpen die Barockstadt schlechthin, aber weder aus touristischer noch aus musealer Sicht ist das Thema Barock bisher in Salzburg entsprechend aufgearbeitet und präsentiert worden. Unser Ziel ist es, dass man auch der Museen wegen nach Salzburg reist. Die Mischung aus Architektur, weltlicher Schönheit und kirchlicher Pracht ist etwas weltweit Besonderes", so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Auf dem Weg, der 200 Jahre verschlossen war, erleben Besucher die Prunkräume der Residenz, die Residenzgalerie, das Dommuseum, das Museum St. Peter sowie die Barocksammlung Rossacher des Salzburg Museum im Wechsel mit Sonderausstellungen der beteiligten Museen.

Die Residenz zu Salzburg diente über Jahrhunderte als Regierungssitz, Wohnort und für Repräsentationszwecke. 15 glanzvolle Prunkräume versammeln 200 Jahre Herrschafts- und Stilgeschichte von der Renaissance über Barock bis zum Klassizismus: mit Deckenfresken von Johann Michael Rottmayr, hochbarockem Deckenstuck sowie wertvollen Spiegeln, Lustern, Uhren und Gemälden.

In 11 Sälen der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz befindet sich heute die Residenzgalerie mit Gemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts. Bereits unter Fürsterzbischof Graf von Colloredo-Wallsee wurden diese Räumlichkeiten Ende des 18. Jahrhunderts als Gemäldegalerie genutzt.

Als Verbindung zwischen Residenz und Dom bietet die Dombogenterrasse einen unvergleichlichen Ausblick auf den Dom- und den Residenzplatz und die daran anschließende bürgerliche Altstadt.

In dem mit aufwendigem Stuck ausgestatteten nördlichen Oratorium des Salzburger Doms finden Sonderausstellungen des Domquartiers statt. Zu sehen ist auch das künstlerisch reich dekorierte Rupertusoratorium.
Der Salzburger Dom zählt zu den großartigen Monumentalbauten des Frühbarocks. Von der Orgelempore aus wirkt der Innenraum des Doms in seiner vollen Pracht.

Das Dommuseum zeigt Goldschmiedearbeiten, Textilien, Gemälde und Skulpturen vom Mittelalter bis zum Barock aus dem Dom und Salzburger Kirchen.
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die 1974 rekonstruierte fürsterzbischöfliche Kunst- und Wunderkammer. Die originalen Schaukästen des 17. Jahrhunderts bergen eine Fülle staunenswerter Artefakte.
Die Lange Galerie wurde 1657-1661 errichtet. Bis zum Ende des Erzstifts diente sie als Gemäldegalerie der Erzbischöfe. In dieser Tradition sind heute wieder großformatige, religiöse Gemälde aus der Kunstsammlung der Erzabtei St. Peter zu sehen.

Die überaus reiche Kunstsammlung des Benediktinerklosters St. Peter - dem ältesten Kloster im deutschen Sprachraum - umfasst geschätzte 40.000 Exponate. Das Museum gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte: St. Peter und die Kunst, St. Peter und die Musik, St. Peter in Geschichte und Verfassung.

Der Rundgang gewährt auch einen Einblick in das Innere der Franziskanerkirche - eine der ältesten Kirchen Salzburgs - und ermöglicht die eingehende Betrachtung des berühmten gotischen Sternrippengewölbes.

Öffnungszeiten: Täglich, außer Dienstag, von 10 bis 17 Uhr. Im Juli und August täglich geöffnet. Weitere Infos unter www.domquartier.at