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Deep Space 8K: Neue Attraktion im Ars Electronica Center Linz

Beeindruckende Bildwelten an der Grenze des technisch Machbaren.


12.08.2015

Das Ars Electronica Center Linz zeigt im komplett erneuerten Deep Space 8K ab sofort Bildwelten, die in Punkto Auflösung, Helligkeit und Kontrast an die aktuellen Grenzen des technisch Machbaren führen. Auf einer Fläche von jeweils 16 mal 9 Metern an der Wand und auf dem Boden können Bilder, Videos und 3D-Applikationen in einer Auflösung von 8K projiziert werden. Offiziell eröffnet wurde der Deep Space 8K am 7. August 2015.

Seit das Ars Electronica Center 1996 zum ersten Mal eröffnet wurde, hat Virtual Reality hier einen Fixplatz. 3 mal 3 mal 3 Meter maß der allererste Präsentationsraum, den Ars Electronica öffentlich zugänglich machte und der vor allem künstlerische Applikationen dreidimensional erlebbar machte. 2002 sorgte das Ars Electronica Futurelab dann für internationales Aufsehen, als es den weltweit ersten auf PC-Basis realisierten Präsentationsraum präsentierte. 2009 wurde das neue, erweiterte Ars Electronica Center eröffnet und der Raum durch eine völlige Neuentwicklung des Ars Electronica Futurelab abgelöst: den Deep Space. Jeweils 16 mal 9 Meter Projektionsfläche standen nun an der Wand und auf dem Boden zur Verfügung und konnten in einer Auflösung von 4K bespielt werden.

Mit dem Deep Space 8K schlägt man nun das nächste Kapitel auf und setzt dabei einmal mehr einen neuen technischen Standard. Bislang verfügte der Deep Space über Projektoren, die Bilder in Full HD, sprich 1920 mal 1080 Pixel, projizieren konnten. Im Deep Space 8K wird jeder Pixel nun vervierfacht. Möglich wird dies durch acht "Christie Boxer 4k30 Mirage"-Projektoren, die gerade erst auf den Markt gekommen sind und in Europa überhaupt zum ersten Mal ausgeliefert wurden. Jeder von ihnen projiziert Bilder mit 4096 mal 2160 Pixel und das 120 Mal pro Sekunde. Jeweils vier solcher Bilder fügen sich zu je einer großen Projektion an der Wand und auf dem Boden, die sich aus 8.192 mal 4.320 Pixel zusammensetzen und damit eine Auflösung von 8K erreichen. Nicht nur in Sachen Auflösung, auch in Punkto Helligkeit stößt man mit den "Christie Boxer 4k30 Mirage" in neue Dimensionen vor: Die Projektoren schaffen 30.000 ANSI Lumen - statt der maximal 12.000 ANSI Lumen, die bisher im Deep Space erreicht wurden.

Die nächste technische Revolution betrifft die ungeheure Menge an Daten, die hier verarbeitet wird. Im neuen Deep Space werden pro Sekunde mehr als 23 Gigabyte - also in etwa eine ganze Blu-ray - berechnet, für bestimmte Applikationen erfolgt dies zudem noch in Echtzeit. Weil die bislang im Deep Space verfügbare Rechenleistung dafür bei weitem nicht ausgereicht hätte, sind nun zwei Hochleistungsrechner von XI-MACHINES im Einsatz, deren Rechenleistung in etwa jener von 400 üblichen Bürorechnern entspricht. Bestückt sind die beiden Computer mit jeweils vier Grafikkarten "NVIDIA Quadro M6000", deren Output über rund 1000 Meter Glasfaserkabel zu den Projektoren gebracht wird.

Dank der über Jahre aufgebauten Expertise im Bereich der Virtual Reality hat es das Team des Ars Electronica Futurelab in monatelanger Arbeit geschafft, all diese technischen Hochleistungskomponenten perfekt zusammenspielen zu lassen. Darüber hinaus wurde ein völlig neues Content-Management-System für den Deep Space entwickelt und der Raum mit einer ganzen Reihe von Interaktions- bzw. Steuerungsmöglichkeiten ausgestattet, zu denen LeapMotion, ein Lasertracking-System, je ein Interface für Pulsschlag sowie Atmung, ein Ipod, ein Android Interface sowie ein Touchscreen zählen.

Da es derzeit noch sehr wenige Filme, Videos oder 3D-Applikationen gibt, die für eine Auflösung von 8K gemacht wurden, ging das Team des Ars Electronica Futurelab weltweit auf die Suche nach geeignetem Bildmaterial und entwickelte mit "Universum Mensch" auch selbst eine ganze Programmschiene. Für so gut wie alle Programme im neuen Deep Space gilt, dass es sich um die allerersten Gigapixel-Bilder, Timelapse-Videos, Animationen oder 3D-Applikationen handelt, die in bzw. für 8K entwickelt wurden und auch wirklich in dieser Auflösung zu sehen sind.

Organe, Muskulatur, Knochen, das Herz-Kreislauf- und das Nervensystem - unterstützt von international renommierten Einrichtungen wie etwa dem Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS entwickelte das Ars Electronica Futurelab ein einzigartiges dreidimensionales Modell des menschlichen Körpers. Entlang verschiedener Erzählstränge können ebenso aufschlussreiche wie visuell beeindruckende Reisen durch das "Universum Mensch" unternommen werden.

Überall auf der Welt werden herausragende Kunstschätze der Menschheitsgeschichte mittlerweile via 3D-Laserscan abgetastet und digitalisiert. Dabei entstehen Punktwolken, die eindrucksvolle dreidimensionale Modelle formen und nicht nur Wissenschaftlern, sondern auch interessierten Laien völlig neue Einblicke eröffnen. Dank eines vom Ars Electronica Futurelab eigens entwickelten PointCloud-Renderer bzw. -Viewer können diese Punktwolken nun auch in einer Auflösung von 8K bewundert werden. Ein Highlight bildet ab sofort die gigantische Punktwolke des "Unsichtbaren Rom": Der von der BBC in Zusammenarbeit mit ScanLab Projects gedrehte Film "Rome’s Invisible City in 3D: A BBC Film" lässt Straßen, Gebäude und Plätze eines längst untergegangenen Roms wieder auferstehen. In Form einer dreidimensionalen Punktwolke wird die antike Weltstadt sichtbar, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder überbaut wurde und sich heute mehrere Meter unter der Erdoberfläche befindet.

Durch seine zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten wandelt sich der Deep Space quasi per Knopfdruck in einen einzigartigen Spielplatz bzw. -Raum für Jung und Alt. Das vom Ars Electronica Futurelab und Experten der FH Hagenberg entwickelte Lasertracking-System "Pharus" etwa macht es möglich, bis zu 30 Personen in interaktive Programme und Spiele mit einzubeziehen. Perfekte Voraussetzungen für die Game Changer Suite, eine Sammlung von Multiplayer-Spielen, die von Studierenden der FH Hagenberg entwickelt wurden. Sämtliche Spieler werden dabei mittels Lasertracking erfasst und steuern ihre virtuellen Avatare auf Wand und Boden durch vollen Körpereinsatz.

Zeitrafferaufnahmen haben eine ganz eigene Faszination, da sie Prozesse sichtbar machen, die wir ohne Technologie nicht wahrnehmen können. In Kombination mit der ungeheuren Auflösung und den riesigen Projektionsflächen des neuen Deep Space entfalten solche Zeitrafferbilder, genau wie Panorama-Aufnahmen und Gigapixelbilder, ihr wahres Potential. Ein besonders beeindruckendes und dabei berührendes Beispiel dafür sind die Fotografien von Lukas Hüller: Die Gigapixelbilder des Wiener Fotokünstlers zeigen das tägliche Leben in Zaatari, einem Flüchtlingslager im Norden Jordaniens, das mit rund 80.000 Bewohnern zu den größten Flüchtlingscamps der Welt zählt.
 
Schon seit Jahren ist Red Bull Media House der Partner von Ars Electronica, wenn es um actiongeladene Sportvideos und atemberaubende Kamerafahrten geht. Mit einem Video über den britischen Freerunner Ryan Doyle steuert Red Bull auch zum Programm des Neuen Deep Space wieder spektakuläres Bildmaterial bei.

Weitere Infos unter www.aec.at