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Der Ritten: Die Sonnenterrasse über Bozen

Kultur und Natur ganz nah beieinander


16.02.2017

Von Südtirols Landeshauptstadt Bozen gelangt man in nur 12 Minuten mit der Seilbahn 1.000 Meter hinauf auf den Ritten, den Hausberg der Stadt. Belohnt wird man hier oben mit einem grandiosen Ausblick, der von den Gletscherriesen des Ortlers und der Ötztaler Alpen bis weit hinein in die sagenhafte Dolomitenwelt reicht. Von den Stubaier- und Zillertaler Alpen bis fern hinab in die Brenta-Dolomiten. Kein Wunder, dass der Ritten als der schönste Aussichtsberg Südtirols gilt.

Ein Stockwerk unter dem 2.260 Meter hohen, flachen Gipfel lockt das gleichnamige, klimatisch gesegnete Hochplateau mit Oberbozen, Klobenstein und weiteren 15 Bergdörfern seit jeher die Menschen an: seit der Aufklärung Künstler und Philosophen, seit der Hochzeit des alpinen Tourismus Anfang des 20. Jahrhunderts die "Sommerfrischler" und heutzutage Genussurlauber und Familien. Gemeinsam erforschen sie unter anderem die "Rittner Erdpyramiden", die höchsten und formschönsten in ganz Europa.

Oben am Ritten wurde angeblich sogar die Sommerfrische erfunden. Vor über 500 Jahren entstand der Brauch, dass wohlhabende Bozner Familien alljährlich zu Beginn des Sommers in die "Frisch", also aus der Stadt hinauf auf die hoch gelegenen Sonnenbalkone, zogen. Diese traditionelle Sommerfrische dauerte genau 72 Tage. Am 29. Juni, dem Peter- und Paulstag, wurde der Hausstand in Truhen verstaut, die Kinder in "Pennen" (aus Ruten geflochtene Tragkörbe) gepackt und zusammen mit der "gnädigen Frau" - im Damensattel hoch zu Ross - in luftige Höh’ gebracht.

Die Eröffnung der Rittner Bahn anno 1907 war eine Technik-Sensation. Denn die Zahnradbahn überwand die knapp 1.000 Höhenmeter vom Waltherplatz in Bozen auf den Ritten in unfassbaren 90 Minuten. Sie überstand zwei Weltkriege und ging 1966 zugunsten einer Seilschwebebahn in Rente. Die historische Schmalspurbahn verbindet auch heute noch die Rittendörfer Oberbozen, Wolfsgruben, Lichtenstern und Klobenstein. Dieses Jahr feiert "die älteste Rittner Dame" ihren 110. Geburtstag. Seit 2009 schaufelt eine ultramoderne Umlaufbahn, die erste ihrer Art in Italien, 550 Personen pro Stunde von Bozen hinauf in die Sommerfrische. Und in nur 12 Minuten wieder mitten hinein in den bunten Trubel Bozens. Einer Stadt, die Tiroler Schmäh mit italienischem Dolce Vita versöhnt.

Mit der "RittenCard", die Übernachtungsgäste gratis erhalten, gondelt man gratis hinab zu den Laubengassen von Bozen. Und hat die Wahl zwischen 88 Museen (z. B. das Ötzimuseum oder das Imkereimuseum Plattner), Schlössern (z. B. Messner Mountain Museum oder Schluss Runkelstein) und Sehenswürdigkeiten in ganz Südtirol. Eine tägliche Berg- und Talfahrt hinauf zum Rittner Horn ist auch dabei - und jede Menge Ermäßigungen bei Freibädern, Reiten, Bogenschießen, Lamatrekking, Beauty, Spa und weiteren Freizeitangeboten.

Weitere Infos unter www.ritten.com

 
 
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