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Magendrehung beim Hund : Sofort zum Tierarzt !

Ursachen, besonders gefährdete Rassen und was zu tun ist

01.12.2005

Häufig passiert es spät abends oder nachts, wenige Stunden nach der letzten Mahlzeit. Der Hund wird unruhig, steht auf, legt sich hin, steht wieder auf. Er speichelt viel, würgt, versucht zu erbrechen, ringt mit dem Atem. Sein Leib ist plötzlich aufgebläht und steinhart, der Bauchumfang nimmt ständig zu, beim Klopfen auf die Bauchwand hört es sich an wie eine Trommel. Häufig folgt ein Kreislaufzusammenbruch, rascher, schwacher Puls, blasse Schleimhäute. Schlimmstenfalls taumelt der Hund, bricht zusammen und stirbt.

Ein Großteil der Hunde überlebt eine solche Magendrehung (torsio ventriculi) nicht, selbst wenn das Tier rechtzeitig operiert wird. Doch was genau passiert? Der aufgegaste und/oder mit Futter überladene Magen dreht sich im Uhrzeigersinn um die Speiseröhre herum. Die Folge: ein teilweiser oder auch völliger Verschluss der Speiseröhre. Der Magen wird sozusagen abgeklemmt, und durch die Einwirkung der Magensäure auf das Futter entsteht Gas, das den Magen immer mehr aufbläht, da es nicht entweichen kann. Die Milz, die mit dem Magen über eine dünne Gewebeplatte verbunden ist, kann sich mitdrehen. Es entsteht ein lebensbedrohlicher Zustand.

Besonders häufig sind große Hunderassen betroffen, die Magendrehung kann aber auch bei mittleren und kleinen Hunden auftreten. Hunde mit tiefer Brust sind besonders gefährdet – vermutlich ist bei diesen Hunden die Magenaufhängung ungünstiger als bei den kleinen Hunderassen – außerdem Rüden doppelt so häufig wie Hündinnen. Die Torsion (Drehung) tritt meist bei ausgedehntem Magen auf. Eine Gewebeschwäche der Magen-Aufhängesysteme bei gleichzeitiger Magenatonie (-schlaffheit) scheint eine veranlagte Voraussetzung zu sein.

Auslöser für einen Magendreher können Stress oder zu große Futtermengen sein, aber auch falsches Futter oder die Aufnahme von Dingen, die überhaupt nicht für den Hundemagen gedacht sind, wie zum Beispiel Katzenstreu, oder bei jungen Tieren auch das Toben nach den Mahlzeiten. Frisches Brot zum Beispiel gärt auf besondere Weise. Es bilden sich nicht Gase, sondern Bläschen. Das kann zu einem Magendreher führen. Auch eine Darmträgheit kann der Auslöser sein, besonders bei alten Hunden. Kann der Darm sich nicht komplett entleeren, bleibt zu viel im Magen. Die neue Mahlzeit kommt hinzu und der Hund empfindet sicher ein starkes Völlegefühl, wird schlapp, lustlos, träge. Der Mageninhalt, der schon längst im Darm sein sollte, gärt und gast.

Vorbeugung
Füttern Sie daher drei bis viermal täglich, keine zu reichlichen Mahlzeiten, besonders abends nur eine kleine Menge. Leider wird auch immer noch von einigen "Hundekennern" eine einmalige Fütterung abends für die Riesen empfohlen. Davon ist dringend abzuraten. Gönnen Sie Ihrem Hund danach eine Ruhepause von etwa 1 bis 1,5 Stunden. Anfällige Rassen – Deutscher Schäferhund, Dogge, Berner Sennenhunde – sollten nur eingeweichtes Trockenfutter oder Feuchtfutter erhalten.

Auch chirurgische Maßnahmen können im Vorfeld eingesetzt werden. "Mit der Schlüssellochchirurgie ist es möglich", so Dr. Alexander Pack, "mit einem kleinen Eingriff den Magen an der Bauchwand zu fixieren und somit eine Magendrehung unmöglich zu machen."

Schnell handeln
Beim geringsten Verdacht auf eine Magendrehung sollte man sofort einen tierärztlichen Notdienst aufsuchen – auch mitten in der Nacht, denn dies ist ein absoluter Notfall. Wenige Minuten können entscheidend für das Überleben des Hundes sein. Ein Anruf im Vorfeld ermöglicht es den Tierärzten, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen und eine schnelle Operation durchzuführen.

In den allermeisten Fällen ist eine Operation notwendig, um den verdrehten Magen wieder in seine richtige Lage zurückzubringen. Zuerst muss der Hund aber stabilisiert werden, das heißt das Gas aus dem aufgeblähten Magen entfernt werden. Entweder wird der Tierarzt mit einer Kanüle das Gas durch die Bauchwand ablassen, oder aber versuchen, eine Magensonde zu schieben.

Die Prognose für den Hund hängt entscheidend von der Schädigung der Magenwand ab. Nach der Operation besteht noch für etwa drei Tage die Gefahr, dass der Hund Herzrhythmusstörungen bekommt, die gegebenenfalls auch noch tödlich sein können. Sind die ersten Tage schadlos vergangen, ist der Hund komplikationslos genesen und kann wieder normal eingesetzt werden. Spätfolge kann beispielsweise eine erneute Magendrehung sein. Durch die Fixierung des Magens wird die Gefahr zwar weitgehend reduziert, doch es gibt bekanntermaßen in der Natur nichts, was es nicht gibt.

Quelle: DGK - animal

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