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Zum Kuckuck nochmal : Infos zum "Vogel des Jahres"

Lebensraumverlust und Klimawandel sind seine größten Feinde

02.04.2008

Weiß der Kuckuck eigentlich, welche Ehre ihm zuteil wurde? Als "Vogel des Jahres 2008" blickt die ganze Welt auf ihn. Ab April ruft er auch wieder bei uns: Dann hat der Kuckuck seinen weiten Weg aus dem tropischen Afrika hinter sich. Doch er bleibt nicht lange. Schon im August tritt er die lange Reise zurück in sein Winterquartier an. In der kurzen verbleibenden Zeit müssen seine Jungen stark genug werden, um diese Reise zu überstehen. Damit das funktioniert, greift der Kuckuck zu einem Trick: Dem Brutparasitismus.

Vier bis fünf Monate hat er nur Zeit, um einen geeigneten Partner zu finden, Eier zu legen, auszubrüten und die Jungen großzuziehen. Wenn man da auch noch selbst ein Nest bauen müsste, wäre das wohl kaum zu schaffen. Diesen Stress tut sich der Kuckuck aber nicht an, ebenso wenig, wie das Ausbrüten der Eier und das Füttern der Jungen. Denn er legt seine Eier einfach in fremde Nester. Dabei beobachtet das Weibchen die Nester genau und sucht sich ein geeignetes aus. Nach vier bis fünf Tagen ist in ihm ein Ei herangereift, das bei passender Gelegenheit in Sekundenschnelle gelegt wird. Damit die Wirtseltern nichts bemerken, sehen die Kuckuckseier jenen der Wirte sehr ähnlich. Mit einer kürzeren Brutzeit verschafft die Natur dem Kuckucksjungen einen zusätzlichen Startvorteil. So hat es schon vor den anderen Nestlingen Gelegenheit, stark zu werden und kann dann die nachkommenden "Stiefgeschwister" gleich aus dem Nest drängen.

Doch all diese Tricks helfen dem Kuckuck nicht bei seinen größten Problemen: Dem Lebensraumverlust und dem Klimawandel. Dabei ist der Kuckuck gar nicht sehr wählerisch, denn obwohl er offene Landschaften bevorzugt, ist er genauso in geschlossenen Laub- und Nadelwäldern zu Hause. Doch was er unbedingt braucht, sind naturnahe Lebensräume, aufgeräumte Landschaften meidet er - und die werden leider immer mehr. Der Naturschutzbund bemüht sich seit 95 Jahren um die Erhaltung naturnaher Wälder - für den Kuckuck und alle anderen Waldbewohner.

Als Langstreckenzieher passt sich der Kuckuck nicht an den durch den Klimawandel oft früher einsetzenden Frühling an, er orientiert sich an der Tag-Nacht-Länge. Dadurch passiert es schon mal, dass er als Brutparasit zu spät kommt: Wenn die heimischen Wirtseltern schon gebrütet haben, kann er seine Eier nicht mehr ins Nest schwindeln.

Quelle: Nabu

 

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