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Hunde-Bisse durch Billig-Hunde

Experten warnen vor Billig-Hunden aus dem Osten

30.05.2006
 
"Rassenreine Golden Retriever Welpen ohne Papiere nach wunderschönen Eltern. Geimpft, entwurmt, gechipt, Preis: 200,- Euro. Bratislava, Slowakei". Inserate wie diese findet man im Bazar oder Online-Suchplattformen. Und sie sind natürlich verlockend. Denn beim anerkannten Züchter kosten die Welpen ein Vielfaches. "Rund 1300 Euro muss man rechnen", meint Ortrun König vom Österreichischen Golden Retriever Club.  

Kein Wunder also, dass diese "vermehrten, nicht gezüchteten Hunde" (König) zunehmen - zumal äußerlich kein Unterschied zu den wirklich reinrassigen Hunden besteht. Das vermeintliche Schnäppchen ist jedoch oft keines, weiß Christian Kusej, Tierarzt in Velden - überdurchschnittlich oft landen solche Tiere auf seinem Untersuchungstisch. "Die Hunde leiden häufig an schweren Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates, etwa an Hüftgelenksdysplasien, aber auch an Haut- oder Augenkrankheiten. Sie brauchen eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung - und die kann teuer sein." Manchen Besitzern zu teuer: Der Hund landet dann im Tierschutzhaus.

Natürlich könne man auch bei einem vom Züchter gekauften Hund diese Krankheiten nicht ausschließen, so Kusej, aber das Risiko werde minimiert. "Gezüchtet werden darf nur mit Eltern, die keine Erbkrankheiten oder genetische Belastungen aufweisen."

Auch psychisch seien die nicht oder schlampig gezüchteten Hunde unberechenbar. "Da stellt sich dann heraus, dass das gar kein so lieber, toller Familienhund ist, wie man es sich erwartet".

König kennt das Problem. "Hunde, die so billig angeboten werden, kommen oft aus Hundefabriken im Osten. Dort leben dann 600 Hunde in Zwingern und werden von zwei Menschen betreut - kein Wunder, dass die verhaltensgestört sind. Was in den ersten acht Lebenswochen versäumt wird - etwa eine Vertrauensbasis zum Menschen aufzubauen - kann nicht mehr nachgeholt werden." Außerdem übernehmen die Welpen Verhaltensmuster der Mutter. "Wenn diese Angst hat, wird der Welpe ängstlich und aggressiv - er will sich wehren. Viele Hundebisse könnten vermieden werden, wenn Käufer darauf achten, woher ihr Hund kommt."

Wichtig sei die Steuerung der Fortpflanzung bei den derzeit so beliebten Rassen wie Retriever, Labrador oder Berner Sennenhund, weil sie eben nicht natürlich entstanden, sondern durch gezielte Kreuzung entstanden seien. "Da gibt es keine natürliche Selektion. Dackel oder Pekinesen würden in der freien Wildbahn nie überleben - es gibt sie, weil sie bewusst gezüchtet werden. Golden Retriever waren ursprünglich englische Jagdhunde, man hat bei ihrer Zucht besonders darauf geachtet, dass sie verträglich sind. Will man die Eigenschaften beibehalten, muss man die Fortpflanzung steuern", so Kusej.

König empfiehlt Hundekäufern erstens, nur bei Züchtern zu kaufen die sich an die Zuchtordnung des Österreichischen Kynologenverbandes halten und zweitens, sich das "Elternhaus" des Hundesanzusehen. "Man sollte sich die Mutter zeigen lassen und Informationen einholen, wie der Welpe aufgezogen wird. Eine Hündin wird zweimal im Jahr läufig - seriöse Züchter decken sie nur einmal im Jahr." Auch auf Impfungen solle man achten. "Man kann einen jungen Hund ohne Impfungen aus dem Ausland nach Österreich bringen. Gerade in der Großstadt sind diese Hunde aber arm: Ihr Immunsystem ist gegen Krankheitskeime nicht ausreichend gewappnet."

Quelle: retrieverclub, kusej

 

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