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Hilfe, mein Hund ist ein Stinktier

Gesundheitstipps für Nase und Hund

Bildquelle: animal/dgk
"Der ist ja süß, aber der stinkt ganz schön!", sagt ein Spaziergänger. Nicht wenige Tierhalter erleben solche oder ähnliche Szenen. Sie sind ihnen unangenehm, weil sie das Problem kennen und nicht recht wissen, was sie dagegen unternehmen sollen, oder reagieren ärgerlich, weil ihre Nase die Duftabsonderungen des vierbeinigen Lieblings, mit dem sie ständig zusammen sind, gar nicht mehr registriert.

Ein Hund riecht eben nach Hund. Ob ein Tier stinkt und alle in die Flucht schlägt oder "wohlwollend riecht" ist häufig sehr subjektiv, kann aber im Einzelfall auch ein Hinweis auf eine Krankheit sein.

Wasser und Schlamm

Jeder nasse Hund riecht, egal, ob er in einen See gesprungen ist, ihn ein Regenguss oder der Strahl einer Dusche getroffen hat. Zu tun ist gar nichts, denn nach dem Trocknen ist auch der Geruch weg.

Manche Hunde lieben aber nicht nur Wasser, sondern auch Schlammlöcher oder mit Jauche behandelte Wiesen, in denen es sich herrlich wälzen lässt. Vor dem Griff zum Duschmittel aus dem Badezimmer direkt nach dem Ausflug in die Güllewiese sei jedoch gewarnt. Das Einshampoonieren könnte die empfindliche Talgschicht der Hundehaut zerstören, die Bello vor Wasserverlust, Austrocknung und Krankheitserregern schützt. Selbst ein für Zweibeiner gedachtes Babyshampoo schadet. Eine Dusche mit normalem Wasser reicht in der Regel. Wenn es unbedingt ein Shampoo sein muss, dann eines extra für den Hund. Es gibt auch spezielles Trockenshampoo, das in Einzelfällen, beispielsweise nach intensivem Schlammbad, noch einmal letzte Hilfe bringen kann.

Bei "normalem Dreck" kann man sich meist auf die natürlichen Selbstreinigungseigenschaften von Hundehaut und Hundefell verlassen: Sobald der Schmutz getrocknet ist, wird sich der Vierbeiner schütteln – und weg ist er.

Regelmäßiges Auskämmen der Unterwolle (ein bis drei mal täglich) hilft bei langhaarigen Rassen vor allzu viel Eigenduft.

Angst

Heftig, aber harmlos ist ein stinkend-stechender Geruch, den Hunde in Angstsituationen freisetzen können. Er stammt aus den Analbeuteln im Afterbereich. Deren Sekret wird normalerweise beim Kotabsatz beigemischt. Es dient aber auch der Markierung des eigenen Territoriums und wird bei Konflikten von Hunden untereinander in Gegenwart des "Feindes" abgegeben. Das Gleiche kann passieren, wenn der Hund erschrickt und die Analbeutel zusammenpresst – etwa, weil man mit dem Auto plötzlich scharf abbremsen muss.

Mundgeruch

Gerüche aus dem Maul oder der Haut können harmlose Ursachen haben: Wie ein Mensch, der gerade Knoblauch gegessen hat, geben auch Tiere nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel Duftmoleküle über die Atemluft oder die Haut ab. Auch Speisereste in den Lefzen der Hunde können Schuld sein. Diese sitzen dort fest, beginnen zu gären und fangen schließlich an zu stinken. Die Lefzen müssen deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Gerade bei Rassen, die zur Ausprägung einer tiefen Lefzenfalte neigen (z. B. Cockerspaniel) kommt es häufig zu Lefzenekzemen.

Bei ständigem unangenehmen Geruch aus dem Maul kann eine Entzündung des Zahnfleisches und Zahnstein dahinter stecken. Der Zahnstein muss unbedingt vom Tierarzt entfernt werden, da sonst das Zahnfleisch soweit zurückgedrängt werden kann, bis die Zähne ausfallen. Lassen Sie regelmäßig die Zähne Ihres Hunde kontrollieren (z.B. bei der jährlichen Impfung), damit Zahnbeläge rechtzeitig entfernt werden und keine Entzündung des Zahnfleisches entsteht. Zahnprobleme werden auch durch falsches Futter verursacht. Zu viel Süßes greift auch Katzen- und Hundezähne an. Nicht jeder Hund duldet das Zähneputzen. In diesem Fall können Sie ihm regelmäßig spezielle enzymhaltige Kaustreifen oder Kauknochen anbieten.

Hauptsächlich kleine und Zwergrassen haben mit Zahnproblemen zu kämpfen. Bei diesen Tieren ist es zuchtbedingt zu einem Missverhältnis von Zahn- und Maulgröße gekommen, so dass die Selbstreinigungskräfte nicht mehr optimal greifen. Deshalb ist hier Zähneputzen unabdingbar, um die Zahngesundheit zu erhalten.

Ursache für den Mundgeruch kann auch eine eitrige Mandelentzündung sein. In diesem Fall verschreibt der Tierarzt Antibiotika.

Mundgeruch könnte aber auch ein Hinweis auf sich entwickelnde Krankheiten sein – von Magenproblemen über Leber- und Nierenleiden bis hin zu Diabetes. Bakterien und Pilze in der geschädigten Haut können ebenfalls Hautgeruch verursachen und eine tierärztliche Behandlung erfordern.

Hat das Tier eine Zuckererkrankung, riecht es aus dem Maul stark nach Aceton. Erinnert der Geruch mehr an Harn, liegt meistens ein Nierenversagen vor – mit einer Urämie. Bei Urämie funktioniert das Nierengewebe nicht mehr. Vor allem eiweißhaltige Nahrung belastet die Nieren sehr. Deswegen muss man darauf achten, das Tier möglichst mit eiweißarmem Futter zu ernähren. Zusätzlich können Infusionen helfen, die Niere stärker zu durchschwemmen.

Ohren

Ohrenentzündungen mit Ausfluss verbreiten einen schlechten Geruch. Bemerkt man Hautrötungen und einen ungewohnten Geruch im Ohr eines Hundes, kratzt er sich ab und zu am Ohr und schlägt er damit, sollte man bald vom Tierarzt klären lassen, welcher Grund vorliegt, da es einige Ohrerkrankungen gibt, die leicht chronisch werden können. Charakteristisch für Ohrmilbenbefall (Otodectes cynotis) ist ein sehr dunkles, trockenes Ohrenschmalz. Die Milbe hingegen ist von heller Farbe. Je mehr Zeit die Milbe zur Besiedlung und zur Schädigung des Ohres hat, desto schwieriger wird die Behandlung.

Blähungen

Um den After herum gibt es zwei Afterdrüsen die regelmäßig ausgedrückt werden sollten, meist macht der Hund das alleine. Geschieht dies nicht, können ihre Ausdünstungen unangenehm riechen. Für übel riechenden Kot und Winde können Darmparasiten und Würmer verantwortlich sein. Endoparasiten wie Kokzidien verursachen besonders schleimigen Kot. In diesem Fall schaffen Medikamente Abhilfe. Meist aber liegt es an der Ernährung: qualitativ minderwertige Nahrung, Überforderung des Magen-Darm-Traktes durch zu große Futtermengen oder zu viele Leckerlis.

Manche Hunde sind für bakterielle Gärungsprozesse im Darm besonders anfällig. Für sie ist eine spezielle Diät angesagt: Nahrungsmittel ohne Sojabohnen, Gartenbohnen oder Erbsen, dafür gekochter Reis, Nudeln, Kartoffeln. Eventuell auch Fertigdiäten und als Zugabe Möhren oder geriebene Äpfel. Glücklicherweise seltener sind Futtermittelallergien – etwa auf bestimmte Eiweißstoffe in der Nahrung – oder Krankheiten, die zu Blähungen und Durchfall führen. Hier kann nur der Tierarzt helfen.


Ältere Tiere riechen von Natur aus strenger – ganz ohne Krankheiten. Auch trocken riecht das alte Hundefell, die Ohren zum Beispiel nach verbranntem Talg, und Mundgeruch gehört zur Tagesordnung. Wenn ein jüngeres Tier jedoch ständig übel riecht, sollte man der Sache nachgehen, weil unter Umständen Schlimmeres dahinterstecken könnte.

Sauberkeit und Hygienekontrolle beugen üblem Geruch vor und helfen, dass das Haustier lange gesund bleibt. Ihre Nase wird Ihnen sicherlich verraten, wann Sie mit Ihrem Liebling zum Tierarzt müssen!

Quelle: animal

 

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