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Der Hund im Stress und seine Folgen

Anzeichen für gestresste Hunde und wie man damit umgeht

Bildquelle: Edith Kirchberger
Egal, ob Leinen- und Maulkorbpflicht, Überforderung, Lärm oder einfach Anfeindungen durch Mitmenschen - es wird für unsere Hunde zunehmend schwieriger, in dieser Welt zu leben. Bei uns Menschen gehört es ja schon zum modernen Lebensstil, ständig "im Stress" zu sein, sich keine Pause zu gönnen und von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Wie wir wissen, bezahlen wir diese Einstellung häufig mit "unheilbaren" Zivilisations-Krankheiten.

Das Thema Stress wurde in Bezug auf unsere vierbeinigen Begleiter lange Zeit unterschätzt. Erst in den letzten Jahren wurde ernsthaft darüber nachgedacht, wie viel Stress ein Hund eigentlich ertragen kann, bevor es zu überschießenden Reaktionen kommt. Wenn wir erkennen, wann und weshalb unser Hund gestresst ist, können wir Konfliktsituationen entschärfenoder sie gar nicht erst aufkommen lassen. Viele Verhaltensprobleme bei Hunden haben ihre Ursachen in einem zu hohen Maß an Streß.

Hunde leben schon von vornherein in einer für sie völlig unnatürlichen Welt; für Stadthunde trifft das noch stärker zu. Wenn dann der Mensch – zuerst der Züchter, dann der spätere Besitzer – versäumt, den Hund in den ersten Lebensmonaten zu sozialisieren und behutsam an all die Situationen des späteren Alltags zu gewöhnen, ist ein Hundeleben in ständigem Stress praktisch vorprogrammiert.

Hinzu kommen noch Lärm, harte Ausbildungsmethoden, kaum Ruhe (in kinderreichen Familien), häufige Rennspiele, Überforderung (durch Training, Vermenschlichung etc.), große Menschenmengen, stundenlanges Alleinsein, Aufregung beim Hundesport, zu viele oder auch keine Regeln im Alltag etc. "Die Tiere sind dabei mit einem Glas zu vergleichen, in das immer wieder ein Tropfen Wasser fällt, der 350zigste Tropfen bringt es zum Überlaufen und der Hund reagiert aggressiv oder beißt zu" erklärt Hundeexpertin Edith Kirchberger.

"Ich habe es selber erlebt, dass auch Inkonsequenz des Hundeführers einen extremen Stress für den Hund bedeutet. Einmal darf er an der Leine ziehen, das nächste Mal wird er dafür gerügt, einmal darf er aufs Sofa, dann wieder nicht. Dieses verwirrende Verhalten des Hundehalters kann beim Hund dann unweigerlich zu falschen Verknüpungen führen", erklärt Kirchberger.

Deutliche Alarmzeichen sind: allgemeine Unsicherheit und Ängstlichkeit, ein unausgeglichenes Verhalten, leichte Reizbarkeit (Aggressionsprobleme mit Menschen oder anderen Hunden), Zerstörungswut,hektisches Herumlaufen,Kot und Urinieren, Durchfall, Krankheitsanfälligkeit (besonders bei häufigen Hautproblemen, Verdauungsproblemen, Infektionen, Parasitenbefall), starkes Kaubedürfnis, Lecken bis zur Selbstverstümmelung etc.

"Genauso wie Menschen brauchen auch die Tiere regelmäßige Auszeiten, um sich wieder zu beruhigen", berichtet Kirchberger. Bei ersten Anzeichen von Stresssymptomen ist es besser den Hund zu Hause zu lassen. Das kann unter Umständen 1-5 Tage dauern.

Sehr gute Videos, Bücher und Seminare zum Thema Stress bei Hunden gibt es von der Norwegerin Turid Rugaas, die mehr als 20 Jahre lang die Körpersprache der Hunde erforscht hat. Gute Bücher gibt es weiters auch beim Animal Learn Verlag, wie z.B. "Stress bei Hunden" von Clarissa von Reinhardt und Martina Nagel.

Quelle: Edith Kirchberger, Verein "pro Hund"


Zahlreiche Tipps, wie Sie Ihr Haustier besser verstehen lernen, finden Sie hier auf den Seiten unserer Tierpsychologin Denise Seidl ...


 

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