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Müssen Hund & Katze bei Allergie gehen ?

Oft reagieren Tierfreunde allergisch auf Hausgenossen

13.10.2006

Die Freude am geliebten Haustier kann rasch getrübt sein, wenn ein Familienmitglied auf Hund, Katze oder Meerscheinchen mit Niesattacken, Atembeschwerden und tränenden Augen reagiert. Heute weiß man, dass nicht Tierhaare die Allergien auslösen, sondern dass das Fell von Bello oder Minka die Allergene nur transportiert. Diese kommen im Speichel, Urin, Kot und in den Hautschuppen der Haustiere vor. Besonders wenn sich die tierischen Freunde ihr Fell ablecken, so die Allergene über den ganzen Körper verteilen und beim Streicheln oder Kuscheln auf die Hände oder die Kleidung der Tierhalter gelangen, können über die Atemwege allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Trennung vom Haustier?

Die deutsche Allergie-Expertin Dr. Anja Schwalfenberg meint dazu: "Aus medizinischer Sicht ist es in so einem Fall oft am besten, das Tier abzuschaffen. Man muss abwägen, wie stark die Beschwerden bereits sind und ob sie sich mit der Zeit nicht noch verschlimmern könnten." Unbehandelt kann eine Tierallergie zu chronischem Asthmaleiden führen.

Wenn das Tier nicht mehr in der Wohnung sei, werde die Anzahl der allergieauslösenden Allergene radikal reduziert und die Krankheitszeichen deutlich gemildert, informiert die Allergologin. Schwalfenberg: "Dabei muss man allerdings beachten, dass gerade Katzenallergene sehr schwebfähig sind, also auch noch lange in der Raumluft und versteckten Ecken der Wohnung bleiben können." Um die Allergiegefahr endgültig zu bannen, sei deshalb ein Großreinemachen in der Wohnung unbedingt erforderlich.

Ob wirklich die rigorose Verbannung des Haustieres als Auslösers der überschießenden Immunreaktion immer das geeignete Mittel ist, den Beschwerden zu entkommen, stellt der Wiener Kinderarzt und Allergologe Dr. Rudolf Schmitzberger allerdings zumindest bei Allergien im Kindesalter in Frage. Eine Studie habe gezeigt, so Schmitzberger, dass: 33 Prozent der Kinder ohne Tier allergisch reagierten, 34 Prozent, wenn sie ein Tier hatten, aber nur 15 Prozent, wenn sie mit zwei oder mehreren Kontakt hatten. Für den Kinderarzt ist das überraschende Ergebnis der Untersuchung so zu erklären, dass es bei Kontakt mit mehreren Haustieren offenbar zu einer schützenden Stimulierung des Immunsystems kommt.

Impfen hilft

"Tierallergene gelten als aggressiver als andere allergieauslösenden Stoffe", so Schwalfenberg, schon kleinste Mengen bei Freunden oder in der Schule könnten ausreichen, um die Allergie auszulösen. Helfen kann dann eine so genannte Hyposensibilisierung, bei der das Allergen regelmäßig verabreicht wird, um den Körper an die krankmachende Substanz zu gewöhnen.

Allergologin Dr. Kirsten Jung weiß, wie schwer es für einen Allergiker ist, sich von seinem Hund oder seiner Katze zu trennen: "Wer mit seinem Haustier, gegen das er oder sie allergisch ist, weiterhin leben will, muss versuchen, den Kontakt mit den Allergenen zuvermindern. Das Tier sollte, wenn möglich, im Freien gehalten werden - beispielsweise das Kaninchen in einem Stall. Sollte das nicht möglich sein, muss das Tier wenigstens vom Schlafzimmer ferngehalten werden. Auch regelmäßiges Staubsaugen, häufiges und lang anhaltendes Lüften kann den Allergengehalt im häuslichen Bereich reduzieren."

Die Reinigung des Katzenklos oder das Saubermachen des Hamsterkäfigs sollten Allergiker nicht selber übernehmen. Weiters könne die Allergiekonzentration beim Zusammenleben mit Katzen deutlich gesenkt werden, wenn man das Tier einmal pro Woche wäscht.

Quelle: gesundleben

 

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