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Tierärzte warnen vor Medikamenten für Haustiere aus dem Internet

Gefälschte Präparate und falsche Dosierungen zählen zu den häufigsten Fehlern bei Behandlungen, die auf eigene Faust durchgeführt werden.


27.02.2012

Gefälschte Tiermedikamente aus dem Internet und die unsachgemäße Anwendung von Medikamenten bei Haustieren werden auch in Österreich ein immer größeres Problem. Die Österreichische Tierärztekammer startet daher eine bundesweite Inseratenkampagne für einen sorgsameren Umgang mit Tiermedikamenten.

Auf eigene Faust gekaufte und verabreichte Tiermedikamente können oft mehr schaden als nützen - und im schlimmsten Fall für ein Tier sogar tödlich sein. Nachdem sich entsprechende Meldungen auch in Österreich häufen, schlägt die Österreichische Tierärztekammer nun Alarm: "Wir sind immer öfter mit schlimmen Fällen konfrontiert, bei denen Haustiere schrecklich leiden mussten, weil ihre Halter auf einen falschen Tipp von Bekannten oder falsche Informationen aus dem Internet vertraut haben", erläutert dazu Dr. Walter Holzhacker, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer.
 
Unter dem Titel "Keine Tier-Experimente mit Ihrem Liebling!" startet die Österreichische Tierärztekammer nun eine Inseratenkampagne, die mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit für dieses Problem wecken soll. Dazu Holzhacker: "Wir wollen die Tierhalter darauf aufmerksam machen, dass Medikamente nur dann unbedenklich sind, wenn sie auf Basis einer tierärztlichen Diagnose und Beratung dem Tier verabreicht werden."

Wie auch in der Humanmedizin stellen Tiermedikamente, die im Internet gekauft werden, ein zunehmendes Problem dar. "Hier sind oft skrupellose Fälscher am Werk, die Präparate mit bedenklichem Inhalt oder falschen Wirkstoffdosierungen in Umlauf bringen", erläutert Holzhacker die damit verbundenen Gefahren. Gefälschte Präparate und falsche Dosierungen zählen zu den häufigsten Fehlern bei Behandlungen, die auf eigene Faust durchgeführt werden. Diese können den Heilungsverlauf verzögern oder gar verhindern - und dabei noch zusätzlich zur Verbreitung ansteckender Krankheiten beitragen oder sogar zum Tod des Tieres führen. Im schlimmsten Fall sind damit sogar gesundheitlichen Gefahren für den Menschen verbunden, der sich mit entsprechenden Erregern anstecken kann.
 
Große Probleme verursacht laut Holzhacker auch die fehlende Abklärung von Unverträglichkeiten. So können Medikamente, die bei der einen Hunde- oder Katzenrasse wirksam sind, aufgrund rassespezifischer Unverträglichkeiten bei anderen Tieren zu schweren Komplikationen führen. "Wer Tiermedikamente ohne tierärztliche Beratung verabreicht, gefährdet nicht nur die Gesundheit seines Tieres, sondern gegebenenfalls auch sich selbst", warnt der Präsident der Österreichischen Tierärztekammer abschließend.