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Aufgepasst beim Kauf von echtem Pelz

Tierschützer warnt vor Pelz aus Wildtierfarmen und Fallenfang

06.11.2007

Wenn die Temperaturen sinken, füllen sich die Regale in den Geschäften wieder mit warmen und kuscheligen Dingen. Doch aufgepasst, wenn die Jacke oder das Accessoire mit echtem Pelz besetzt ist: Das Tier musste leiden, denn es gibt weder eine artgerechte Haltung von Pelztieren noch tierschonende Fallen erklärt Bernhard Trachsel, Zoologe und Geschäftsführer des Zürcher Tierschutzes.

Schön weich und warm fühlt es sich an, das Pelzfutter der Handschuhe. Kein Wunder - es war ja auch dazu bestimmt, seinen Träger, einen Waschbären, den harten Winter über vor Kälte und Nässe zu schützen. Auch wir Menschen schätzen dieses wärmende Material. Jedoch verdrängen wir gerne, dass dafür ein Tier unter unwürdigen Bedingungen sein Leben lassen musste.

Die Rede ist dabei nicht von unseren Nutztieren wie Rindern und Schafen, deren Felle teils ebenfalls in der Bekleidungsindustrie weiterverarbeitet werden. Für Nutztiere bestehen in der Regel strenge Vorschriften über Haltung und Tötung, dank denen Missstände grösstenteils verhindert werden können. Vielmehr geht es hier um die klassischen Pelztiere wie Waschbär, Silberfuchs, Zobel, Nerz, Marderhund und viele andere mehr - allesamt Wildtiere und allesamt mit einem schönen, warmen und feinen Pelz ausgestattet. Und es geht auch um Kaninchen, die aus ausländischer Käfighaltung stammen. Es sind genau diese Pelze und Felle, die für uns Menschen so begehrenswert sind.

Artgerechte Haltung von Wildtieren nicht möglich

Aufgrund der Lebensweise der Wildtiere ist es nicht möglich, sie - auf einer kommerziellen Basis - artgerecht zu halten. "Wildtiere brauchen sehr viel Platz, verhaltensgerechte Strukturen im Gehege und ein ihren natürlichen Bedürfnissen entsprechendes Management", erklärt Bernhard Trachsel. "Diesen Ansprüchen wird die Haltung in einer Pelztierfarm nie gerecht. Ein Nerz z.B. lebt in freier Wildbahn einzelgängerisch in einem Gebiet von bis zu 25 km², wobei er viel Zeit jagend und schwimmend im Wasser verbringt. Bedingungen, die ihm in Gefangenschaft nicht geboten werden können."

Immer wieder wird den Kunden aber vorgegaukelt, es gäbe Pelz aus artgerechter Tierhaltung."Alles falsch und bloss Propaganda: Abgesehen von einzelnen Füchsen, die die Jäger im Rahmen der Dezimierung schiessen, werden die Pelztiere unter qualvollen Umständen gehalten und ebenso getötet", so Trachsel. Die Tiere werden in Zuchtfarmen im Ausland in viel zu engen Käfigen gehalten. Dort müssen sie wegen Drahtgitterböden, ungeeignetem Futter und permanenter Langeweile ständige Qualen erleiden. Hinzu kommen unnatürliche Auseinandersetzungen mit Artgenossen, mit denen Einzelgänger wie der Nerz oder der Eisfuchs plötzlich auf engstem Raum zusammenleben müssen. Oft verletzen sich die Tiere gegenseitig, da sie sich nicht aus dem Weg gehen können. Die Tötung der Tiere ist nicht minder qualvoll: Von China wissen wir sogar, dass sie bei lebendigem Leibe gehäutet werden. Aber auch die Pelze von Wildtieren aus Fallen sind keine Alternative. Stunden-, ja tagelanges Leiden und ein qualvoller Tod sind hier die Regel.

Wichtig ist deshalb, dass Konsumenten beim Kauf ihrer Winterbekleidung und -accessoires strikt auf Stücke mit echtem Pelzbesatz oder -futter verzichten, rät Trachsel. Nur so wird das unnötige Quälen und Abschlachten von Wildtieren nicht unterstützt. Mit gutem Beispiel gehen bereits verschiedene Warenhausketten voran: Coop, C&A oder Intersport wollen keine Produkte mit echtem Pelz mehr produzieren oder verkaufen. Die internationalen Modeketten Zara, Mango und H&M sind bereits pelzfrei.

Quelle: pts

 

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