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Öffentliche Toiletten : Image schadet Gesundheit

Einschränkungen im Alltag haben negativen Einfluss

15.11.2006

Ein gewisses Ekel-Empfindenbeim Besuch öffentlicher Bedürfnisanlagen darf wohl unter die bekannten unangenehmen Erlebnisse des Alltags eingereiht werden, ist in einer milden Ausprägung aber nicht weiter bedenklich. Eine Toiletten-Phobie jedoch bezeichnet eine psychische Störung, die ernst zu nehmende Folgen nach sich ziehen kann.

Die britische National Phobics Society (NPS) hat die Toiletten-Phobie als eigene Angststörung klassifiziert und engagiert sich nun in einer Kampagne, die Aufklärung und Hilfestellung bringen soll. Denn manche Betroffene sind dermaßen von dieser Angst geplagt, dass sie zur Vermeidung des gefürchteten WC-Besuchs das Haus nicht mehr verlassen.

Nicht zur Arbeit, nicht zum Arzt

Damit werden - neben vielen anderen Tätigkeiten - auch die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder wichtige Arztbesuche unmöglich. Medizinische Untersuchungen werden zusätzlich zur Bedrohung, wenn sie die Abgabe einer Harnprobe vor Ort erfordern.

Eine weitere riskante Konsequenz der Phobie ist die verringerte Aufnahme von Flüssigkeit: Mitunter verzichten Betroffene darauf, zu trinken, oder sie nehmen Medikamente ein, um den Harndrang in unerwünschten Momenten zu verhindern. All dies bringt den Gesundheitszustand im Allgemeinen und die Nieren im Besonderen in Gefahr.

Stigma erschwert den Umgang

Eine wesentliche Schwierigkeit beim Umgang mit Toiletten-Phobie ist indes die starke Stigmatisierung, betonen die Angst-Experten von der NPS: "Prinzipiell sprechen wenige Menschen darüber, eine Angststörung zu haben. Und das Eingeständnis einertoilettenbezogenen Phobie ist erst recht selten - aufgrund der offensichtlichen Peinlichkeit, sowie der Erniedrigung, wenn man ausgelacht oder nicht ernst genommen wird", führt NPS-Managerin Nicky Lidbetter aus.

Ängste im Hintergrund

Die NPS fordert in diesem Zusammenhang nicht zuletzt eine verbesserte Schulung medizinischen Personals zum Thema. Hinter der WC-Angst können nach Ansicht der Fachleute verschiedene andere Ängste oder Störungen stehen: Erstens Zwangsstörungen mit Angst vor Verunreinigung, zweitens die Angst vor öffentlichen Plätzen (Agoraphobie), drittens die Angst vor dem Urinieren in Gesellschaft anderer Personen (Paruresis) und viertens die Angst vor der Darmentleerung, wenn andere in der Nähe sind (Parcopresis).

Quelle: BBC Health

 

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