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Zigaretten-Mindestpreise sind da

Mit Anstieg der entwöhnungswilligen Raucher ist zu rechnen

15.05.2006

Österreich hat Mindestpreise für Zigaretten bundesweit eingeführt. "Mit der Einführung der Mindestpreise hat Bundesministerin Rauch-Kallat einen mutigen Schritt gesetzt, um den Zigarettenschleuderpreisen endlich ein Ende zu bereiten", sagt Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman, wissenschaftlicher Leiter des Wiener Nikotin Instituts. "Wir gehen davon aus, dass durch die Mindestpreise die Zahl der Freiwilligen, die das Rauchen bleiben lassen möchten, wieder erheblich steigen wird", so Groman weiter. Das Nikotin Institut hat zuletzt einen starken Rückgang bei der Zahl der Entwöhnungsfreiwilligen registriert.

Zum Hintergrund: Seit Anfang des Jahres ist unter Österreichs Zigarettenherstellern ein Preiskampf entflammt, der dazu geführt hat, dass die Zigarettenpreise gesunken sind anstatt zu steigen. Mitunter wurden Zigaretten bis zu unter drei Euro angeboten. Die Folge: Die Zahl der österreichischen Entwöhnungsfreiwilligen ist um 20 Prozent gesunken. Das Gesundheitsministerium hat erkannt, dass Mindestpreise für Zigaretten der einzig effektive Weg sind, den Preiskrieg zu beenden und die Gesundheit der Österreicher zu schützen.

Mindestpreise bewirken Stopp des Preiskriegs

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG unter Mitarbeit von Univ.-Prof. Hannes Winner bekräftigt, dass ein Stopp des Preiskriegs der Tabakkonzerne nur durch die Einführung von Mindestpreisen erreicht werden kann. Denn die Konzerne können sowohl bei der Mindeststeuer als auch bei einer generellen Erhöhung der Tabaksteuer immer noch ihre Gewinnspanne reduzieren, wodurch sie weiterhin Zigaretten zu Billigpreisen verkaufen können. "Daher war die Festlegung von Mindestpreisen der einzig richtige Schritt", bekräftigt Groman. Auch aus wirtschaftlicher Sicht spricht die Entscheidung dafür: Durch die Einführung der Mindestpreise ist mit einem erhöhten Steuereinkommen von bis zu 100 Mio. Euro zu rechnen.

Durch Mindestpreise geht Rauchkonsum zurück

Die Zigarettenraucher in Österreich werden immer jünger: Laut dem European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs (ESPAD) greifen bereits 13 Prozent der österreichischen Schüler mit 13 Jahren oder jünger zur Zigarette. "Jugendliche reagieren besonders empfindlich auf die Lockangebote der Tabakindustrie. Daher sind die Mindestpreise gerade für sie eine wichtige Hemmschwelle", unterstreicht Groman. Allgemein gilt, dass durch ein Anheben des Zigarettenpreises der Rauchkonsum zurückgeht, so Groman weiter. Eine aktuelle Studie aus Spanien bestätigt die Annahme des Wissenschafters. Aus der Studie, die in 52 europäischen Staaten durchgeführt wurde, geht hervor, dass der Tabakkonsum bei einem Preisanstieg um 10 Prozent um fünf bis sieben Prozent zurückging.

Rauchentwöhnung: 80 Prozent Erfolgschance

Das Wiener Nikotin Institut hat unter Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman und Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze ein ambulantes Entwöhnungsprogramm entwickelt, das derzeit kostenlos in Niederösterreich (St. Pölten, Wiener Neustadt, Korneuburg und Horn) angeboten wird. Die Kosten dafür werden von der NÖGKK übernommen. Das Institut bietet Rauchern ein fünfwöchiges Programm an, das zum Rauchstopp animieren soll. "Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass das Angebot sehr gut angenommen wird. Wer motiviert ist und die Therapie konsequent mitmacht, hat eine Chance von über 80 Prozent, von der Zigarette loszukommen", erklärt Groman. Das Programm beinhaltet unter anderem CO-Messungen, Einzelgespräche mit speziell ausgebildeten Ärzten oder das kostenlose Ausprobieren von Nikotinersatz-Produkten. Unter der Nummer 0664 911 3555 informiert Frau Gerda Bernhard vom Nikotin Institut Raucher, die das Qualmen aufgeben möchten, im Detail über das Entwöhnungsprogramm.

Quelle: ots, ni

 

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