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Wichtige Infos und Tipps zum Zeckenschutz

Zecken übertragen eine Reihe von Viren und Bakterien, die für verschiedene Krankheitsbilder verantwortlich sind.


30.05.2018

Zeckenschutz; Bildquelle: Pixabay.com / Elionas
Zecken mögen warmes und feuchtes Wetter, ab 15-20°C sind sie am aktivsten. Wie Sie sich vor Zecken und übertragbaren Krankheiten schützen können und welchen Mythen Sie besser nicht auf den Leim gehen sollten, erklärt Parasitologe Priv.Doz. Dr. Georg Duscher von der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Ein Spaziergang mit Picknick, Fußballspielen im Park, Wandern durch Wald und Wiese, ein Ausflug zum Badeteich. Die warmen Tage bieten viele schöne Gelegenheiten, in der Natur aktiv zu sein. Doch nicht nur die menschlichen Lebensgeister werden bei Wärme geweckt. Auch der gemeine Holzbock, wie die häufigste Zeckenart in Österreich in der biologischen Fachsprache heißt, liebt frühlingshafte Temperaturen und macht sich auf die Suche nach Nahrung - frisches Blut, das er aus seinen Wirten (Tier und Mensch) saugt. Dabei lauert das Spinnentier vorrangig im hohen Gras und im Gebüsch auf seine Opfer.

"Zecken übertragen eine Reihe von Viren und Bakterien, die für verschiedene Krankheitsbilder verantwortlich sind", erklärt Dr. Duscher. Am bekanntesten ist FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Viruserkrankung, die nicht geheilt werden und auch schwere neurologische Schäden zur Folge haben kann. Zum Schutz vor FSME gibt es jedoch eine Impfung. Gegen Borreliose gibt es derzeit keine Schutzimpfung. Hier hilft, wenn man sich nach dem Aufenthalt in der Natur absucht und Zecken schnellstmöglich entfernt. Kommt es zu einer Infektion mit Borrelien, stehen Antibiotika als Behandlungsoption zur Verfügung. Darüber hinaus sind auch neue Erreger bekannt, darunter verschiedene Rickettsien - Bakterien, die unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen können.

Einen gewissen Schutz bietet das Tragen von geschlossenem Schuhwerk und Kleidung, die möglichst viel Haut abdeckt. Ideal sind lange Hosen, die man dazu am besten in die Socken steckt. Nicht so angenehm bei vorsommerlichen Temperaturen. Besser ist, sich gegen FSME impfen zu lassen, denn nur die Impfung bietet einen verlässlichen Schutz vor der Viruserkrankung. Zusätzlich empfiehlt es sich, nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken abzusuchen, da Zecken neben FSME auch andere Erkrankungen übertragen können.

Was es über Zecken sonst noch zu wissen gibt und was Sie beachten sollten:

- Zecken sitzen nicht auf Bäumen, sondern halten sich eher in Bodennähe auf. Sie bevorzugen Plätze mit hohem Gras und Strauchwerk bis 1,50 Meter Höhe.

- Zecken sind sehr robust. Sie erfrieren zum Beispiel bei für unsere Winter typischen Temperaturen nicht. In der kalten Jahreszeit verkriechen sie sich unter Schneedecken oder Laub. Ab 5-7°C fangen sie an, aktiv zu werden und nach einem Wirt zu suchen. Auch Wasser tut ihnen kaum etwas an, sie können mehrere Tage unter der Wasseroberfläche überleben. Und sie können das Fasten auf die Spitze treiben: Im Labor konnten Zecken, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre lang ohne weitere Nahrung überleben. In freier Natur lebt der Gemeine Holzbock immerhin zwei bis sechs Jahre.

- Entdeckt man eine Zecke an seinem Körper, sollte man sie so rasch wie möglich entfernen. Dazu am besten eine Pinzette oder Zeckenzange verwenden. Die Zecke sollte dabei nahe an der Haut gepackt und mit einer leichten Drehbewegung herausgezogen werden. Von der Verwendung von Ölen oder Nagellacken wird abgeraten.

In Österreich wird eine FSME-Auffrischungsimpfung alle fünf Jahre für Personen unter 60 Jahren und alle drei Jahre für Personen über 60 Jahren empfohlen. Im Rahmen der FSME-Impfaktion sind die Impfstoffe bis 31. Juli vergünstigt in allen Österreichischen Apotheken erhältlich.

 

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