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Zahnarzt in Ungarn

Argumente pro und contra

Sich in Ungarn die Zähne machen zu lassen ist nicht nur billig, sondern mittlerweile auch salonfähig geworden. Hauptargument für den Trip über die Grenze ist vor allem das günstige Preisniveau: bis zu zwei Drittel können sich Herr und Frau Österreicher gegenüber den heimischen Tarifen sparen. Eine Krone oder ein Brückenglied bekommt man z.B. schon ab 150 Euro, Implantate um 620 Euro und für Vollprothesen zahlt man pro Kiefer 290 Euro. Da fallen die Reisekosten – vor allem für Ostösterreicher – nicht mehr wirklich ins Gewicht.

Einige ungarische Zahnärzte bieten mittlerweile auch schon eigene Zahntaxi-Services, mit denen die Kunden nach Ungarn und wieder retour kutschiert werden. Die flexiblen Terminmöglichkeiten sind ein weiteres Plus, das für die Ungarn spricht. Metropole des Zahntourismus ist Mosonmagyarovar, rund zehn Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. 150! Zahnärzte haben hier ihre Praxis eröffnet und machen eifrig Umsätze mit der Klientel aus dem Nachbarland.

Allerdings gilt es auch, potentielle Nachteile zu bedenken:
"Das Problem sind nicht die ungarischen Zahnärzte. Es wäre ungerecht, sie zu diskreditieren", sagt Univ.-Prof. Gerwin Arnetzl von der Grazer Universitätszahnklinik. "Ich würde jederzeit zu einem Zahnarzt in Budapest gehen. Die ungarische Zahnmedizin hat grundsätzlich einen hohen Standard." Das Problem sind vielmehr manche Behandlungszentren in Grenznähe, die "rein nach wirtschaftlichen und nicht nach medizinischen Kriterien geführt werden". Diese gehören in der Regel nicht Zahnärzten, sondern Investoren aus ganz Europa. "Dort gibt es oft den wirtschaftlichen Druck, zeit- und kostenintensive Vorbehandlungen nicht oder nicht in ausreichendem Umfang durchzuführen."

Ein Grundproblem bei Billiganbietern (die z.B. auch mit Gratis-Aufenthalten locken), ist die oft fehlende Zeit, vor dem Aufbringen der Kronen alle vorhandenen Erkrankungen (z.B. Entzündung des Zahnfleisches) zu behandeln und ausheilen zu lassen. Arnetzl: "Zahnschäden, die in 20 Jahren entstanden sind, können nicht in wenigen Tagen beseitigt werden. Wir haben viele Patienten aus Ungarn, die nachbehandelt werden müssen. Natürlich kann es Ihnen auch in Österreich passieren, dass Sie an einen weniger geübten Arzt gelangen. Ein großer Vorteil ist aber, dass Sie auf das österreichische Rechtssystem zurückgreifen und Gewährleistungsansprüche leichter durchsetzen können." Prof. Arnetzl erklärt, dass er mehrere Patienten kenne, die mit Reklamationen in Ungarn "keinen Erfolg hatten".

Quelle: zahnarzt.at

 

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