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Wirkung von Placebos

US-Studie untersucht Wirkung von Medikamenten im Tomographen

Dass Placebos, also Medikamente ohne pharmakologisch wirksame Substanzen, bei vielen Patienten durchaus beachtliche Resultate im Heilungsprozess erzielen, ist bekannt. Als Ursache geht man davon aus, dass allein schon die positive Erwartungshaltung des Patienten den Heilerfolg hervorruft. Ein amerikanisches Forscherteam ist nun dem Geheimnis von Placebos auf die Spur gekommen: Die nur scheinbar wirksamen Medikamente dämpfen die Aktivitäten im menschlichen Gehirn. Diese Hirnaktivitäten konnten die Wissenschafter mit Hilfe von Kernspintomographen sichtbar machen.

Die Forscher haben den Probanden Stromschläge verpasst und sie Hitze ausgesetzt, ihnen dann aber erklärt, dass ihnen eine angeblich schmerzstillende Creme helfen wird, diese äußeren Beeinträchtigungen zu ertragen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Probanden nach der Information tatsächlich anders auf die Schmerzen reagierten. "Wir haben einen engen Zusammenhang zwischen dem Glauben der Probanden an das Placebo-Medikament und dem Glauben an die Schmerzlinderung festgestellt", so Studienleiter Tor Wager von der University of Michigan. Unter dem Einfluss der Creme war die Region im Gehirn, die für die Schmerzen verantwortlich ist, der Orbitofrontale Cortex, weniger aktiv als ohne Placebo-Medikament. Diese Hirnregion ist auch für Angst zuständig.

Wager ist der Meinung, dass dies ein Hinweis darauf sei, dass das Placebo die Schmerzempfindung verändert hat. Außerdem konnten die Forscher feststellen, dass unter Einfluss des Placebos andere Hirnregionen aktiv wurden: Nervenzellen, die den Körper auf drohende Schmerzen hinweisen, waren in einer Art Dauerbereitschaft. "Die Schmerzerwartung spielt eine wesentliche Rolle in diesen Untersuchungen", erklärte Steve Cohen, Psychologe am Institut für Psychiatrie. Der Experte sieht die Einschränkung der in der Studie aufgestellten Thesen: "Wenn der Proband damit rechnet, dass er ein Schmerzmittel erhalten wird, hat er weniger Angst vor dem Schmerz", so der Experte, der zu Bedenken gibt, dass nicht jeder auf die Placebos gleich reagiert.

Eine Frage, die Experten aber im Zusammenhang mit durch Placebos herbeigeführten Heilungsprozessen noch länger beschäftigen wird: Wenn der Körper so große Selbstheilungskräfte hat, warum werden sie dann erst bei einer Schein-Behandlung aktiviert? Warum heilt sich der Körper nicht einfach sofort, ohne von außen "überlistet" zu werden?

Sehr interessante Ausführungen und Informationen rund um den Placebo-Effekt finden Sie z.B. auf der Webseite von Dr. Hans Morschitzky ...


 

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