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Wickel : Anwendung und Wirkung für die Gesundheit

Die Medizin des Mittelalters wirkt auch heute noch

08.02.2007

Im Programm von Volkshochschulen und naturheilkundlichen Verbänden werden immer häufiger so genannte "Wickelkurse" angeboten. Der Begriff "Wickeln" ist uns heutzutage vor allem durch das Windelnwechseln bei Babys vertraut. Die traditionelle Wickelkunst jedoch wird vor allem zu Heilzwecken genutzt.

Ein Wickel ist ein Tuch, welches mit Flüssigkeit getränkt oder mit einem Zusatz bestrichen wird. Es wird zirkulär um ein Körperteil, zum Beispiel Arme, Beine, Hals oder Brust, gewickelt und mit weiteren Tüchern bedeckt. Wickel beeinflussen die Durchblutung, denn die Leitfähigkeit von Wasser ist erheblich höher als die der Luft. Diese Eigenschaft nutzt die traditionelle Wickelkunst. Die heißen oder kalten, mit Wasser getränkten Wickel besitzen daher auf der Haut eine sehr gute Leitfähigkeit.

Sie schaffen eine Atmosphäre der Entspannung und die Atmung vertieft sich. Warme Wickel setzen die Muskelspannung herab. Dadurch können Schmerzen, die durch Verspannungen entstanden sind, gelindert werden.

Man unterschiedet zwei Arten von Wickel: Wärmeentziehende und temperierte Wickel. Kühlende Wickel werden mit Wasser getränkt, dessen Temperatur ca. 10 Grad unter der Körpertemperatur liegen sollte. Diese Wickel können bei akuten Entzündungen und Fieber angewendet werden. Generell aktivieren kalte Wickel die Durchblutung der Haut und den Stoffwechsel. Warme Wickel eignen sich bei chronischen Erkrankungen und Schmerz oder Krampfzuständen zum Beispiel bei Magen- und Darm- oder Menstruationsbeschwerden und Verspannungen.

Es gilt die Regel: Kleine Reize regen an - starke Reize hemmen.

Für einen wirksamen Wickel benötigt man drei verschiedene Lagen: Das innere Tuch sollte aus Baumwolle oder Leinen sein, eine herkömmliche Stoffwindel tut es auch. Dieses Tuch wird mit Wasser und den Zusätzen getränkt. Das Zwischentuch sollte trocken, aus Baumwolle, etwas größer und luftdurchlässig sein. Dann kann die Feuchtigkeit verdunsten. Für das äußere Tuch eignet sich ein Wolltuch. Synthetische Materialien und Plastiktüten sollten nicht verwendet werden, sie können zu einem Hitzestau führen.

Die Wickel können zusätzlich mit Heilpflanzentees, frischen Blättern, Kräuterkissen, Tinkturen, Essenzen, Ölen, Salben oder Nutzpflanzen, wie gekochten und zerstampften Kartoffeln, Kohl oder Zwiebeln getränkt und bestrichen werden.

Menschen mit hohem Blutdruck und Herz-Kreislauferkrankungen sollten vorher die Behandlung mit einem Arzt absprechen. Warme und kalte Wickel sind für diese Menschen nicht geeignet. Sie sollten auf lauwarme Anwendungen zurückgreifen.

Bei Kindern mit Fieber gilt: Wärmeentziehende Wickel sollten erst bei einer Temperatur von über 40 Grad eingesetzt werden. Bei Kindern sollte Fieber nicht radikal unterdrückt werden, denn es erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit des Abwehrsystems und ist deshalb für viele Erkrankungen sinnvoll. Fieber ist bei Kindern noch wichtiger als bei Erwachsenen.

Ausnahmen von dieser Regel sind Kinder unter drei Jahren, Menschen mit Herzerkrankungen, Betroffene, die unter starker innerer Unruhe und Bewusstseinsstörungen leiden. Hier besteht die Gefahr des Fieberkrampfes.

Wickel und ihre Wirkung

Kartoffelwickel:

wirken schleimlösend und hustenlindernd
Quarkwickel:

bei Neurodermitis, Sonnenbrand, Milchstau bei Stillenden
Kohlwickel:

gut bei entzündeten Gelenken
Heublumenwickel:

Schmerzlinderung bei Muskelverspannung
Lavendel:

innere Unruhe und Einschlafstörungen
Kamille:

entzündungshemmend bei Furunkel / unterstützt die Wundheilung

Quelle: dgk

 

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