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Werbung für Gesundheitsprodukte oft irreführend

AK fordert besseren Schutz der Konsumenten

Strenge Regeln für Gesundheitswerbung im Lebensmittelgesetz fordert die Arbeiterkammer in einer aktuellen Aussendung. Denn viele Gesundheitsaussagen sind so allgemein, dass die Konsumenten dadurch irregeführt werden, sagt AK-Lebensmittelexperte Heinz Schöffl. Auf Grund eines EuGH-Urteils im Vorjahr wurde das Genehmigungsverfahren für Gesundheitsangaben auf Lebensmitteln im österreichischen Lebensmittelgesetz gestrichen. Die AK fordert daher eine rasche Novellierung des Lebensmittelgesetzes und strenge harmonisierte europäische Regelungen. Auch verbotene krankheitsbezogene Angaben für Lebensmittel müssen wirksamer kontrolliert werden.

Gegen einen beginnenden Wildwuchs mit Gesundheitswerbung muss etwas unternommen werden. Immer häufiger werden Lebensmittel mit einzelnen Wirkstoffen angereichert, sagt Schöffl. Die Konsumenten sind zunehmend verunsichert durch gesundheitsbezogene Werbeaussagen, wie z.B.

  • Kaupastillen mit Ballaststoffen, mit denen man in 4 Wochen 12 Kilogramm abnehmen kann

  • Ballaststoffe aus Krebsen, die das Fett verschwinden lassen

  • verbessert das Wohlbefinden

  • stärkt die Abwehrkräfte

  • Harmonie für Körper und Seele bei Kräutertee

  • mit der Vitalität von Erde, Wasser und Sonne bei Müsliriegel

  • vitalisierende Frische bei Aloe Vera-Joghurt Drink

Bei der Werbung mit Gesundheit sind nach Ansicht der AK zum Schutz der Konsumenten strengere Maßstäbe anzulegen als für andere "marktschreierische" Werbung, da die Konsumenten die Richtigkeit der Aussagen zu den gesundheitlichen Auswirkungen einerseits nicht selbst überprüfen können, andererseits aber Gesundheit zu einem wichtigen Kaufanreiz geworden ist und künftig wohl auch noch wichtiger werden wird.

Es ist auch aus AK-Konsumentensicht unzumutbar, dass manche Firmen immer wieder mit EU-weit verbotener krankheitsbezogener Werbung am Markt auftreten. So werden z.B. Nahrungsergänzungsmittel gegen "Frauenbeschwerden, wie Unterleibsproblemen und Stimmungsschwankungen" oder Produkte als "blutdrucksenkend, blutreinigend, schmerzstillend oder blutstillend" beworben. Immer wieder werden auch Nahrungsergänzungen gegen Herz- und Gefäßkrankheiten oder sogar Krebs angepriesen. Häufig wird man mit derart fragwürdiger Werbung auch im Internet konfrontiert.

Zur Verbesserung der Sicherheit für die Konsumenten fordert die AK, dass gesundheitsbezogene Werbeaussagen konsequenter kontrolliert werden. Unternehmen sollten im Rahmen einer Meldepflicht ihre gesundheitsbezogenen Angaben deklarieren müssen und beweisen, dass die Konsumenten durch diese Angaben nicht getäuscht werden. Ferner regt die AK an, das Gesundheitsministerium solle eine Positiv-Liste erstellen, in der anerkannte gesundheitsbezogene - nicht irreführende - Angaben stehen, die am österreichischen Markt verwendet werden. Diese Liste soll dann für Konsumenten zugänglich gemacht werden.


 

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