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Vorsorgeuntersuchung : Ärzte im Test

Fazit: Sie sind in guten Händen

25.08.2008

Seit über dreißig Jahren wird in Österreich eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung angeboten. Mit Beginn 2006 wurde sie den neuen medizinischen Erkenntnissen angepasst. Sinn und Zweck des Ganzen: die Früherkennung von Krankheiten sowie die Förderung eines gesunden Lebensstils, insbesondere in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Rauchen und Alkohol.

Das Testmagazin "Konsument" hat jetzt in Kooperation mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger geprüft, wie es um die Qualität der Vorsorgeuntersuchung bei 21 zufällig ausgewählten Wiener Ärzten bestellt ist - oder anders gesagt, wie fit diese dahingehend sind.

"Mit wenigen Ausnahmen nahmen sich alle Ärzte ausreichend Zeit für ihre Patienten. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial: Vor allem in den Bereichen Anamnese, Lebensstilberatung sowie bei den Abschlussgesprächen sind manche Ärzte nachlässig", fasst Ing. Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) das Testergebnis zusammen. Insgesamt schneiden 16 der 21 untersuchten Ärzte mit "sehr gut" oder "gut" ab. Zwei Mediziner wurden nicht bewertet, da jeweils eine der beiden Testpersonen aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgewiesen wurde. Angesichts des Testergebnisses rät Floss: "Nutzen Sie die Chance einer kostenlosen Vorsorgeuntersuchung - Sie sind in guten Händen."

Auf Herz und Nieren geprüft
Das Testmagazin "Konsument" schickte eine weibliche und eine männliche Testperson - beide Mitte sechzig - mit eigenen Laborbefunden zu 21 zufällig ausgewählten Wiener Krankenkassen- und Wahlärzten. Am Prüfstand: der allgemeine Eindruck, die Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese), die klinische Untersuchung, der Facharztcheck sowie das Abschlussgespräch. Die Ergebnisse der beiden Testpersonen flossen je zur Hälfte ins Gesamturteil ein. Erhoben, aber nicht bewertet wurde die Beratungsdauer.

Ärzte nehmen sich Zeit
Eine umfassende Vorsorgeuntersuchung inklusive Beratungszeit lässt sich von einem routinierten Mediziner in rund 30 Minuten bewältigen. Der Gesamtvertrag zwischen dem Hauptverband der österreichsichen Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer sieht allein für das Abschlussgespräch 15 Minuten vor. In diesem Prüfpunkt gibt es kaum Kritik der Tester, denn die meisten Ärzte nahmen sich für die Vorsorgeuntersuchung ausreichend Zeit. Bei fünf der insgesamt 40 Untersuchungen wurde der Zeitraum von 30 Minuten allerdings deutlich unterschritten. Am anderen Ende der Skala befindet sich Dr. Susanne Maria Pusarnig: Mit 115 Minuten nahm sie sich für die weibliche Testperson (männliche Testperson: 45 Minuten) am längsten Zeit.

Anamnese teilweise unvollständig
Eine gute Anamnese ist die halbe Diagnose, sagt eine Medizinerweisheit. Doch wie der Test zeigt, halten sich nicht alle Ärzte an diesen weisen Rat. Jeder zweite Mediziner schneidet in diesem Prüfpunkt nicht besser als "durchschnittlich" ab, dreimal vergaben die Tester ein "weniger zufriedenstellend" und viermal die Note "nicht zufriedenstellend". "Vor allem bei den Fragebögen zum Alkoholkonsum sowie bei der Erhebung der Krankengeschichte gibt es einen Aufholbedarf der Ärzte", berichtet VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Bärbel Klepp. Immerhin: Bei der Hälfte der Ärzte ist die Erhebung (nahezu) vollständig.

Pluspunkte für klinische Untersuchung
Kaum Anlass zur Kritik gibt es punkto klinischer Untersuchung: Fast alle Mediziner gingen hier sorgfältig vor, auch die Laborbefunde wurden miteinbezogen. Überrascht hat Klepp allerdings, dass einige Ärzte bei den beiden Testpersonen keine weiteren Untersuchungen wie etwa den Hämoccult-Test (Darmkrebsscreening) anordneten, obwohl die Anamnese dies erfordert hätte. Gepunktet haben die meisten Mediziner auch beim Facharzt-Check, bei dem sich der Arzt ein Bild davon macht, welche Fachärzte in jüngerer Vergangenheit aufgesucht wurden. Die entsprechenden Empfehlungen bzw. Überweisungen wurden jedoch nicht von allen Ärzten ausgestellt (floss nicht in die Bewertung ein).

(K)ein krönender Abschluss
Im Abschlussgespräch sollte der Arzt gemeinsam mit dem Patienten die erhobenen Befunde besprechen, auf Risikofaktoren eingehen und mit dem Patienten Präventionsmöglichkeiten, etwa Veränderungen des Lebensstils, diskutieren. Während bei der weiblichen Testperson das Abschlussgespräch insgesamt recht gut verlief, wurden notwendige Veränderungen des Lebensstils bei der männlichen Testperson nur vereinzelt angesprochen, auch die Familienanamnese und deren Bedeutung für den Patienten wurden nicht oder nur unvollständig diskutiert.


"Konsument"-Tipps
Damit man nach einer Vorsorgeuntersuchung mit einem klaren Bild über seine gesundheitlichen Risiken nachhause geht, sollte man folgende Punkte beachten:

  • Beratung. Falls es der Arzt nicht von sich aus anbietet: Unbedingt Labor- und Untersuchungsbefunde diskutieren, nach Risiken fragen und wie sich diese durch Veränderungen des Lebensstils verringern lassen.

  • Facharztuntersuchungen. Unbedingt angeben, wann welche Untersuchungen beim Facharzt vorgenommen wurden.

  • Familienanamnese. Den Arzt über Krankheiten informieren, die in der eigenen Familie bereits aufgetreten sind, insbesondere über Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie andere Organerkrankungen.

Quelle: VKI

 

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