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Tabletten und Pillen teilen : Mögliche Probleme

Beipackzettel beantwortet viele Fragen nicht

03.11.2006

Das Zerkleinern von Tabletten kann mitunter Probleme bereiten:

Eingeprägte Kerben auf den Arzneien fehlen oft oder sind nicht tief genug. Gerade älteren Menschen fehlt zudem häufig die notwendige Fingerfertigkeit für das Zerbrechen von Arzneien - insbesondere, wenn diese nicht dafür konzipiert sind. Klinische Pharmakologen der Universität Heidelberg weisen nun darauf hin, dass mit dem Zerteilen von Tabletten sogar Risiken verbunden sein können.

"Das Tablettenteilen kann aus mehreren Gründen heikel sein", warnt Walter Haefeli von der deutschen Universitätsklinik. Denn bei vielen Präparaten werde der Wirkstoff mit einem Überzug vor dem sauren Magensaft geschützt. Ist diese Beschichtung geborsten, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt, dadurch zerstört und das Medikament unter Umständen wirkungslos. Bei Arzneien, deren Überzug eine langsame Freigabe des Wirkstoffs garantieren soll, kann es durch das Zerbrechen zu einer verkürzten Wirkdauer und einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen kommen.

Haefeli und seine Kollegen haben 905 ambulant behandelte Patienten, die mindestens drei Medikamente einnahmen, über ihren Umgang mit den Arzneimitteln befragt. Dabei gab rund ein Viertel aller Patienten an, Pillenvor dem Schlucken zu zerteilen. Am häufigsten werden den Wissenschaftern zufolge Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Blutverdünnung zerkleinert.

Die Forscher kritisieren, dass die Beipackzettel in den Medikamenten-Schachteln nur unzureichend auf die möglichen Riskeneingehen würden. "Dies ist auch deshalb problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist", so Haefeli. Für eine individuelle Dosierung seien vor allem ältere Menschen und Kinder auf die Portionierung der Arzneien angewiesen. Genau diesen Patienten fehle es aber oft am nötigen Geschick. Der Mediziner empfiehlt für komplexe Fälle, einen speziellen Tablettenteiler zum Einsatz zu bringen bzw. die Apotheke des Vertrauens um Information und Rat zu bitten.

Quelle: nd, medical tribune

 

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