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Sprachstörung bei Kindern aber auch Erwachsenen

Informationskampagne zum Tag der Logopädie am 6. März

01.03.2006

Logopäden und Mediziner schlagen Alarm: Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern haben in den letzten Jahren rapide zugenommen. Der Österreichische Berufsverband logopädieaustria versucht dieser Entwicklung durch Aufklärungsaktionen entgegenzusteuern. Rund um den 6. März, dem Europäischen Tag der Logopädie, finden in ganz Österreich Informationsveranstaltungen unter dem Motto "Sprechen wir über Sprache" statt.

Heute sprechen 25 % der Vorschulkinder undeutlich, vertauschen Laute oder haben einen spärlichen Wortschatz oder Sprachverständnisprobleme, informiert Ingrid Haberl, Vorsitzende des Österreichischen Berufsverbandes logopädieaustria. Vor zehn Jahren hatten wesentlich weniger Kinder einen Rückstand bei der Sprachentwicklung, die sich, wie eine Studie aus Deutschland zeigt, nur bedingt "auswachsen". Wer seine Kommunikationsfähigkeit nicht voll entwickeln kann oder verliert, ist gefährdet, sozial ausgeschlossen zu werden. Die Auswirkungen und Spätfolgen sind vielfältig. Mangelnde Sprachfähigkeit kann einhergehen mit vermehrter Aggression, sinkender Konzentration, Hyperaktivität, kann zu Akzeptanz- und gesellschaftlichen Problemen führen, in weiterer Folge können Legasthenie und Schulschwierigkeiten auftreten.

Die Ursachen für die zunehmende "sprachlose Gesellschaft" sind vielfältig. Ingrid Haberl nennt nur einige Beispiele: "Eine ausgeprägte Breiernährung und Lutschgewohnheiten im Kleinkindalter beeinträchtigen die Sprechmuskelentwicklung. Weiters sind Sprachvorbilder wie Großeltern nicht mehr so intensiv wie früher in der Familie eingebunden, doch gerade das langsamere Sprechtempo der älteren Generation wäre ein gutes Sprachentwicklungstraining für die Kleinen. Zu Hause werde nicht mehr so viel miteinander gesprochen und gespielt wie früher, stattdessen sitzen Kinder vor Fernseher, Computer oder ähnlichem. Babysitter "Fernseher" habe aber ein zu schnelles Sprechtempo, ist einseitig und es unterbleiben die für ein Erlernen der Sprache so wichtigen Wort- und Satzwiederholungen, sowie die Bedeutung von wechselseitiger Kommunikation, so Haberl.

Die etwa 1000 in Österreich aktiven LogopädInnen haben somit alle Hände voll zu tun, um dem Abbau der verbalen Ausdruckfähigkeit gegenzusteuern. So wurde heuer erstmals eine ausführliche Aufklärungs- und Informationskampagne gestartet. Denn obwohl bereits im Jahre 1909 am Wiener AKH die erste Sprachambulanz eröffnet wurde und der Berufsverband seit 1981 aktiv ist, gibt es immer noch viele Menschen, die Logopädie mit Logotherapie verwechseln - der Psychotherapierichtung nach Viktor Frankl. Logopädie unterstützt nicht nur Kinder in der Sprachentwicklung, sondern wird auch von vielen Erwachsenen benötigt - von all jenen, die nach Krankheiten oder Unfällen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckproblemen konfrontiert sind.

Nähere Infos zum Einsatzbereich und den Möglichkeiten der Logopädie finden Betroffene und Interessierte auf der Webseite von Logopädie Austria ...

Quelle: logopädieaustria

 

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