Herzlich Willkommen!
Schön, dass Sie die neue Webheimat besuchen!
 
 
Schriftgröße:
12345
 
 

Silvester-Kracher und Raketen sind nicht ungefährlich

Feiern, aber mit Vorsicht!

29.12.2006

"Die häufigsten durch Knallkörper hervorgerufenen Verletzungen betreffen die Hände. Vor allem Kinder halten die Kracher oft so lange in der Hand bis der Knallkörper explodiert", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben". Rund 200 Kinder und Jugendliche in Österreich verletzen sich jährlich durch Feuerwerkskörper so schwer, dass sie in eine Notaufnahme eingeliefert werden müssen.

Die daraus entstehenden Verletzungen reichen von einfachen Verbrennungen bis zu Brüchen der Finger. Der Bruch eines oder mehrerer Finger ist meistens die Folge des Haltens von mehreren Krachern auf einmal. Kommen diese dann verfrüht zur Explosion vervielfacht sich die Sprengkraft und damit vergrößert sich auch der Schweregrad der Verletzung.

"Knallkörper sind wie Granaten. Wenn die in der Hand explodieren, gibt es keine Rettung", meint Unfallchirurg Dr. Martin Leixnering vom Wiener Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus. "In der Silvesternacht behandelt wir zirka 30 Patienten, die Verletzungen an Händen und Gesicht durch Knallkörper haben." Oft seien die Verletzungen so schwer, dass Hand und Finger komplett zerstört werden.

Das Feuerwerkeln ist im Prinzip männlich: Rund 90 Prozent der Hobby-Zündler sind Männer, die sich gerade in der Silvesternacht besonders viel "Mut" bzw. Selbstüberschätzung antrinken. Daneben sind mehr als ein Drittel der Verletzten Kinder unter 15 Jahren, die "mit Knallkörpern gespielt haben." Nach der Silvesternacht ist die Gefahr zudem noch nicht vorüber, denn auch beim Neujahrsspaziergang kann es zum Verhängnis werden, wenn Feuerwerkskörper, die herumliegen, eingesammelt werden oder der Versuch unternommen wird, diese neu zu entzünden.

"Das gefährliche Alter beginnt so ab acht, neun Jahren und geht bis zum Ende der Pubertät", meint Kisser. "Da können auch kaum vorbeugende Maßnahmen in Form eines Gesprächs die Verletzungen verhindern. Denn die Altersgruppe zwischen acht und 15 Jahren fühlt sich von der Knallerei recht angezogen."

Verbote bringen nicht viel und man kann offensichtlich die Silvesterknallerei bei Kindern nicht verhindern. Kinder sollten aber wissen, dass sie einen Kracher nach dem anderen werfen, Feuerwerkskörper nicht bündeln und die Zündschnur von Raketen und Böllern nicht verkürzen sollen.

Kisser: "Allerdings kommt es trotz Warnungen und guter Vorsätze immer wieder zu Blödheiten. Es ist gar nicht so selten, dass Jugendliche Glasflaschen mit Krachern füllen und dann entzünden." Es kommt dann zu einem ähnlichen Effekt wie bei einer Splitterbombe.

"Wenn eine Rakete nicht startet und auch nicht explodiert, sollte man sich sicherheitshalber mindestens fünf Minuten von ihr fernhalten, dasselbe gilt natürlich auch für Kracher und Böller", so Kisser. Blindgänger sollten dann entsorgt und nicht einfach liegen gelassen werden.

Ist es zu einem Unfall gekommen, so ist Kühlung (fließendes Wasser, nasse Lappen, Kühldauer unter Umständen bis zu einer Stunde) bei Verbrennungen das Wichtigste. Daneben gehören vorübergehende Hörverluste, wenn der Kracher zu nah am Ohr explodiert, zu den häufigsten Silvester-Verletzungen.

Zehn Prozent der Verletzten haben aber nicht nur einen durch ein Knalltrauma verursachten Innenohrschaden, sondern zusätzlich auch noch Risse im Trommelfell beziehungsweise im Bereich der Gehörknöchelchen. Dies kann unter Umständen zu einer lebenslangen Behinderung führen.

Zu Augenverletzungen und im schlimmsten Fall zum Verlust des Augenlichtes kann es einerseits durch herumfliegende Glassplitter kommen. Andererseits auch durch den Umgang mit den Knallkörpern selbst. 70 Prozent der Verletzungen seien darauf zurückzuführen, dass die Kinder die Kracher zu nahe am Auge halten. Wenn der Feuerwerkskörper dann zu früh oder überraschend explodiert sei das Unglück schon passiert, so Prof. Dr. Michael E. Höllwarth, Vorstand der Universitätsklinik für Kinderchirurgie Graz.

Dies sollte man beim Umgang mit Feuerwerkskörpern beachten:

  • Feuerwerkskörper fürs Freie nicht in der Wohnung zünden.

  • Feuerwerkskörper nicht bündeln, nicht zusammen mit Streichhölzern, Feuerzeugen, Benzin oder Brennspiritus lagern.

  • Nicht die Zündschnüre von Feuerwerkskörpern verkürzen.

  • "Blindgänger" nicht aufheben und vor allem nicht erneut zu zünden versuchen, eventuell Wasser über einen nicht gezündeten Feuerwerkskörper gießen.

  • Feuerwerkskörper nicht in Eigenregie "umbauen".

  • Feuerwerkskörper in sicherem Abstand zünden, nicht zu lange in der Hand halten.

  • Raketen aus sicheren Behältern abfeuern (zum Beispiel aus leeren Flaschen in Getränkekästen).

  • Nicht mit Feuerwerkskörpern auf Menschen oder Tiere zielen.

  • Kinder nicht mit ungeeigneten Feuerwerkskörpern hantieren lassen.

  • Auch Kinderfeuerwerk nur unter Aufsicht abbrennen lassen.

Quelle: ORF, gl

Persönlicher Bereich:
 
 
Hinweis zur Nutzung von Cookies: Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. ganzen Hinweis lesen...
Mehr erfahren...