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Silvester-Knaller können das Gehör schädigen

Knalltrauma kann auch zu bleibenden Schäden führen

31.12.2008

An Silvester knallen bekanntlich nicht nur Sektkorken, sondern auch Feuerwerkskörper. Manchmal werden die bösen Geister, die vertrieben werden sollen, allerdings eher gerufen. Viele Menschen unterschätzen nämlich den Lärm, den Silvesterböller und Kanonenschläge verursachen. Zu den häufigsten Verletzungen in der Silvesternacht gehören jedoch Hörschäden: Knalltrauma, Tinnitus, Trommelfellperforation oder Hörstürze. Kein Wunder: Ein normaler Knaller hat zwischen 130 und 140 Dezibel. Das entspricht in etwa einem Düsenjäger in 100 Metern Entfernung. Viele Böller können mit einer Lautstärke von bis zu 175 Dezibel einen Schallpegel entwickeln, der den eines startenden Düsenjets noch übertrifft.

Explodiert der Knallkörper in unmittelbarer Nähe anderer, kann er das sogenannte Knalltrauma auslösen. Ein Knalltrauma entsteht durch einen kurzen, heftigen Lärm (Knall) der oftmals als gar nicht so laut empfunden wird. Die lauten Knallgeräusche schädigen vor allem die vorderen Haarzellen, die im Ohr den Schall aufnehmen. "Es fühlt sich an, als hätte man Watte im Ohr, oder aber man hört ein ständiges Brummen, Rauschen, Klingen oder Pfeifen, das nicht von außen kommt", erklärt Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl, Fachärztin für Allgemeinmedizin. Das Ohr erholt sich zwar nach einiger Zeit wieder. Häufig können die Ohren jedoch einen bleibenden Schaden nehmen, denn wenn die feinen Sinneszellen zerstört sind, wachsen keine neuen mehr nach. Die Folge ist ein Tinnitus, chronische Ohrgeräusche. Es verbleibt eine Schwerhörigkeit für hohe Frequenzen. Vogelzwitschern und hohe Stimmen können nur noch deutlich weniger wahrgenommen werden.

Ohrstöpsel schützen das Gehör

Feuerwerkskörper sollte man daher nicht in unmittelbarer Nähe von anderen Menschen explodieren lassen. Insbesondere Kinder gehören häufig zu den Opfern von Hörschäden. Sie müssen besonders vor ihnen geschützt werden, denn oftmals kommt der Knall vollkommen unerwartet und die Kinder schaffen es nicht mehr rechtzeitig, sich beispielsweise die Ohren zuzuhalten. Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl empfiehlt: "Schützen Sie sich und Ihre Kinder. Halten Sie am Silvesterabend genügend Abstand zu Silvesterknallern oder tragen Sie Ohrstöpsel, wenn Sie das nächtliche Feuerwerk auf der Straße miterleben wollen." Das nimmt dem Schall 20 oder 30 Dezibel. Ein Böller, der ein paar Meter vor den Füssen explodiert, sei für das menschliche Ohr eindeutig zu laut, warnt die Dr. Sohst-Brennenstuhl. Besteht der Verdacht auf ein Knalltrauma, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Quelle: DAK

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