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Sex ohne Kondom : Zahlreiche Gründe für Jugendliche

Nicht nur fehlende Aufklärung dafür verantwortlich

09.11.2006

Es sind nicht nur mangelnde Aufklärung oder fehlende Verfügbarkeit von Kondomen, die junge Menschen im entscheidenden Moment vom Anlegen eines Präservativs abhalten. Vielmehr besagt eine aktuelle Studie, dass auch soziale und kulturelle Faktoren verstärkt berücksichtigt werden müssen, wenn es um Maßnahmen gegen die Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten geht.

Kondom ist gleich Vertrauensmangel

Wie die Forscherinnen von der London School of Hygiene and Tropical Medicine berichten, interpretieren viele unter 25-Jährige die Verwendung von Kondomen als Zeichenmangelnden Vertrauens von Seiten des Partners oder der Partnerin. Auch sind die jungen Erwachsenen vielfach der Ansicht, dass Präservative das sexuelle Erleben beeinflussen würden.

Grundlage für diese Ergebnisse war eine Analyse von mehr als 250 bereits existierenden Studien, die sich mit dem Sexualverhalten junger Menschen beschäftigt hatten. Wie die Wissenschafterinnen im Fachjournal "The Lancet" betonen, stießen sie bei ihrer Auswertung auf bemerkenswerte Ähnlichkeiten über verschiedene Staaten hinweg.

Aktive Männer, unschuldige Frauen

So erwies sich die sexuelle Freiheit von Frauen im Vergleich zu jener von Männern weltweit als eingeschränkt. Die Sanktionen für vermeintliches "Fehlverhalten" von Frauen reichten indes von verbaler Kritikbis hin zu Gewaltanwendungund sogenannten Ehrenmorden. Auch wird von Männern in so unterschiedlichen Regionen wie Großbritannien, Australien, Mexiko und Südamerika sexuelle Aktivität erwartet, während Frauen Unschuld und Keuschheit an den Tag legen sollen. Gleichzeitig wird aber vor allem Frauen die Verantwortung zugeschrieben, für Empfängnisverhütung zu sorgen.

Nach dem Aussehen beurteilt

Die Meta-Analyse unter der Leitung von Cicely Marston und Eleanor King gibt auch Aufschluss darüber, wonach sich Jugendliche richten, wenn sie das potenzielleAnsteckungsrisiko durch einen Sexualpartner abzuschätzen versuchen: Ausschlaggebend sind demnach dessen oder deren äußere Erscheinung, soziale Position und soziales Verhalten. "Programme, die lediglich Information und die Vergabe von Kondomen vorsehen, ohne aber die identifizierten grundlegenden sozialen Faktoren einzubeziehen, nehmen nur einen Teil des Problems in Angriff", resümieren die Studienleiterinnen.

Quelle: nd, reuters

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