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Schuppenflechte : Hauterkrankung ist nicht ansteckend

Betroffene leiden vor allem unter Ausgrenzung im Alltag

28.10.2005

Bereits zum zweiten Mal findet am 29. Oktober der World Psoriasis Day statt. Dieser Gesundheitstag, den Psoriatiker für Psoriatiker organisieren, soll in erster Linie die Vorurteile gegenüber Personen mit Schuppenflechte abbauen und das Verständnis für den Leidensdruck der Patienten erhöhen. In Österreich leiden ca. 250.000 Menschen an der chronischen Hauterkrankung, die die Lebensqualität deutlich mindert und oft zur sozialen Ausgrenzung führt, wie amerikanische Studien nun bestätigen.

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, bei der der Lebenszyklus der Hautzellen stark beschleunigt ist. "Psoriasis stellt eine lebenslange Erkrankung dar, die ein langfristiges, oft lebensbegleitendes Management erfordert", weiß o. Univ.-Prof. Dr. Georg Stingl, Abteilung für Immundermatologie und infektiöse Hautkrankheiten am AKH Wien. Die Anlage zu Psoriasis wird vererbt, zum Ausbruch der Krankheit müssen noch weitere Faktoren wie beispielsweise Verletzungen, Infektionskrankheiten, hormonelle Faktoren oder Stress hinzukommen.

Bis heute ist Psoriasis nicht heilbar, lediglich Dauer und Intensität der Schübe können deutlich gemindert werden. Im Wesentlichen gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten: Topische Therapien (Salben und Cremen), Phototherapien (Bestrahlungen mit Ultraviolettem Licht) und systemische Therapien (oral oder subkutan). "Mit zunehmendem Verständnis der Psoriasis als Autoimmunerkrankung hat man sich auf die Entwicklung von Therapeutika konzentriert, die krankheitsverursachende Stoffe selektiv hemmen. Dazu zählen auch eine Reihe kürzlich hergestellter Biologika. Diese haben geringere behandlungsbedingte Nebenwirkungen als traditionelle Therapien und gewährleisten damit eine klare Verbesserung der Lebensqualität", so Stingl.

Bei der Sonderform Psoriasis Arthritis (PsA) geht der Hautbefall durch Schuppenflechte mit Gelenksentzündungen einher. Das komplexe Krankheitsbild wird häufig nicht oder erst spät erkannt, dabei ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um ein rasches Fortschreiten zu vermeiden. Bei der Behandlung der PsA ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hautarzt und Rheumatologen von großer Bedeutung.

Psoriatiker haben aufgrund des entstellenden Charakters der Krankheit und der schmerzhaften und juckenden Hautveränderungen einen enormen Leidensdruck und eine ähnliche Reduzierung ihrer Lebensqualität wie Menschen, die an Krebs, rheumatoider Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Depression leiden. Eine Erhebung der amerikanischen Wake Forest University bestätigt diesen Leidensdruck: Die befragten 1,5 Millionen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis beklagen vor allem die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Krankheit. Rund 75 Prozent davon gaben an, dass Psoriasis ein großes Problem in ihrem Leben darstellt. Immerhin 40 Prozent bestätigten, dass sich die Schuppenflechte auf ihre Kleiderwahl auswirkt und hauptsächlich jene Bekleidungsstücke gewählt werden, die sich dazu eignen, die kranke Haut zu verbergen. "Rund 25 Prozent der bei mir in Behandlung befindlichen Psoriatiker verrieten, dass sie von Zeit zu Zeit wegen ihrer Krankheit an Selbstmord dachten," so der Leiter der Studie und Dermatologe Steven Feldman, M.B.

Das größte Problem für die Betroffenen ist die Ausgrenzung im Alltag, die Stigmatisierung und das psychische Leid, das Psoriatiker dadurch erfahren. Studienergebnisse der Wake Forest University zeigen, dass Psoriatiker größere Stigmatisierung erfahren als Personen mit anderen Hautkrankheiten. "Die meisten Menschen fühlen sich durch uns abgestoßen und fürchten, dass Psoriasis ansteckend ist. Dabei ist aber medizinisch bewiesen, dass die chronische Hautkrankheit Psoriasis in keinem Fall ansteckend ist", betont Renate Reichl, Obfrau der Selbsthilfegruppe Schuppenflechte (PSO Austria).

Um das Bewusstsein über Psoriasis zu steigern und Vorurteile der Krankheit gegenüber abzubauen, wurde im Jahr 2004 der "World Psoriasis Day" (WPD) ins Leben gerufen. Am 29. Oktober 2005 findet der World Psoriasis Day nun bereits zum zweiten Mal statt. In diesem Rahmen veranstaltet die Selbsthilfegruppe Schuppenflechte (PSO Austria) einen Patiententag rund um das Thema Schuppenflechte. Betroffene, Angehörige und Interessierte haben dabei die Möglichkeit, sich über Psoriasis zu informieren. Neben Vorträgen von heimischen Spezialisten können sich Patienten und Interessierte auch persönlich mit den Experten unterhalten. Der Patiententag Schuppenflechte wird von der Stadt Wien getragen.

 

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