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Schüßler Salze im Test

Stark unterschiedliche Empfehlungen - gesalzene Preise


22.09.2010

Eine vor 130 Jahren von dem Arzt Wilhelm Schüßler entwickelte alternative Heilmethode beruht auf der Annahme, dass Krankheiten nicht durch Erreger, sondern durch den Mangel an Mineralien im Körper ausgelöst werden. Dieser Mangel soll mittels Tabletten oder Salben, die in homöopathischen Dosen mit den jeweiligen Mineralien angereichert sind, ausgeglichen werden. Die Wirkung dieser Methode ist wissenschaftlich nicht belegt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI), der das Testmagazin Konsument herausgibt, wollte wissen, welche Empfehlungen Apotheken hinsichtlich Schüßler Salzen abgeben. Eine Testperson mit Reizmagen-, Reizdarm- bzw. Reizblasensyndrom suchte im Rahmen eines Praxistests sieben zufällig ausgewählte Wiener Apotheken auf und ließ sich beraten. Die Stichprobe ergab eine Vielfalt an unterschiedlichen Zusammenstellungen von Schüßler Salzen, bei denen teilweise weder Salze noch Dosierung übereinstimmten. Der Glaube an Schüßler Salze kann zudem sehr teuer werden: Im Extremfall wurden 190 Euro verrechnet.

Wissenschaftlich ist die Wirkung der Biochemie nach Schüßler nicht belegt. Auch wenn die Salze nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, warnt VKI-Gesundheitsexperte Bernhard Matuschak: "Die Selbstbehandlung mit Schüßler Salzen kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen, wenn dadurch die ärztliche Behandlung einer ernstzunehmenden Krankheit unterbleibt." In nur drei der sieben aufgesuchten Apotheken wurde aber abgeklärt, ob der Kunde bereits beim Arzt war oder andere Medikamente eingenommen werden. In drei Fällen wurden die Salze ohne Nachfrage ausgehändigt. Ein Apotheker verwies an einen erfahrenen Homöopathen.

In drei Apotheken wurde in Verbindung mit der Methode nach Schüßler zu einer Antlitzanalyse geraten. Hier soll das Betrachten des Gesichtes Aufschluss über die dem Patienten fehlenden Mineralien geben. In zwei Apotheken wurde diese auch durchgeführt, wobei sich zeigte, dass in Verbindung mit einer derartigen Analyse deutlich mehr Präparate empfohlen werden. Hier kann es dann auch richtig teuer werden. Bereits die Kosten für die Antlitzanalyse selbst bewegten sich zwischen 15 und 40 Euro. Im extremsten Fall wurde dann zur Einnahme von elf der zwölf möglichen Salze - in Form von beachtlichen 140 Tabletten pro Tag - geraten; und das um einen Gesamtpreis von 190 Euro. Matuschak: "Unser Fazit: Viel Aufwand für eine nicht belegte Wirkung und das zu wahrlich gesalzenen Preisen. Unser Rat: Lieber den Arzt aufsuchen, als sich auf derartige Experimente einlassen." Nachsatz: Auch innerhalb der Apothekerschaft ist die Biochemie nach Schüßler umstritten.

Ausführliche Infos zu diesem Thema finden Sie ab 23.9.2010 in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Konsument.

Quelle: VKI

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