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Das Schönheitsideal im Wandel der Zeit

Jahrtausendelang galt Dickleibigkeit als Schönheitsideal

20.10.2006

Zu keiner Zeit hatte die Perfektion des äußeren Erscheinungsbildes einen derartigen Stellenwert wie in der Gegenwart. Der Körper spielt im Selbstwertgefühl der Menschen eine sehr große Rolle. Das Streben nach Schönheit ist jedoch keine Erfindung der Moderne. Sie begleitet die Menschen schon seit der Antike, vielleicht sogar schon seit es Menschen gibt.

Von jeher versuchen die Menschen, ihr Äußeres beispielsweise durch Schmuck oder Bemalungen zu verändern, dass heißt zu verschönern. Was sich verändert hat, ist einzig das angestrebte Ideal. Jede Kultur und jede Zeit hat andere Vorbilder, die sich durchaus extrem unterscheiden. Die Schönheitsideale der modernen Zeit gleichen sich allerdings mehr und mehr auch zwischen den verschiedenen Kulturen an. Der Grund liegt in der allgemeinen Globalisierung, hauptsächlich geprägt durch die globale Verbreitung der Medien und deren Protagonisten wie Stars aus Film und Fernsehen sowie Models. Das aktuelle Schönheitsideal des Frauenkörpers zeigt sehr schlanke, teils sogar knochige, durch die bevorzugte Breitschultrigkeit in gewisser Weise androgyne Formen.

Vor diesem Wandel galt Jahrtausende lang Dickleibigkeit als Schönheitsideal. Hier bestand eine Vorliebe für voluminöse Bäuche und große hängende Brüste. Die Fettreserven standen damals als Garant für die Aufzucht der nächsten Generation. In der griechischen Klassik standen männliche und weibliche Schönheit, insbesondere die Proportionen, im Mittelpunkt des Ideals. Durch die Verbreitung des Christentumsim Mittelalter veränderte sich das Schönheitsideal, so dass es Jahrhunderte lang keine unverhüllte Darstellung von Frauenkörpern gab. Erst im 20. Jahrhundert änderte sich das Schönheitsideal grundlegend. Die Frauen entwickelten in dieser Zeit eine neue Selbständigkeit. Als äußeres Zeichen schnitten sie sich die Haare ab und strebten eine sehr schlanke, androgyne Figur an. Durch den zweiten Weltkrieg setzten sich erneut die weiblicheren Formen durch. Mütterlichkeit und gut genährte Frauen galten in den Entbehrungen in der Nachkriegszeit als reich und schön. Die 50er und 60er Jahre waren zunächst geprägt von Frauen mit langen Beinen, schmaler Taille und großem Busen. Doch Kleidergröße 44 wie beispielsweise von Marilyn Monroe passten zum Ende der 60er Jahre nicht mehr ins Bild der gesellschaftlichen Umwälzung und des Feminismus. Das Modell Twiggy prägte schließlich ein neues Ideal. Sie bescherte mit ihren 42 Kilogramm bei 170 Zentimetern zahlreichen Frauen auch eine neue Krankheit, die Magersucht. Ab den 80er Jahren kam als Schönheitsideal neben den schmalen Hüften eine breitere Schulter und ein wieder größerer Busen auf.

Bei Männern hat sich das Schönheitsideal nicht so sehr gewandelt. Breite Schultern und eine hohe Statur waren immer angestrebt. Die Schönheitspflege, die bis zum 18. Jahrhundert auch bei Männern üblich war (damals Perücken, Schminke) ist allerdings seit wenigen Jahren auch für Männer wieder allgemein akzeptiert und gilt nicht mehr als unmännlich wie zum großen Teil im 19. und 20. Jahrhundert. Neben den Frauen tut "Mann" auch wieder etwas für sein Äußeres. Heutzutage bemühen sich beide Geschlechter durch Aerobic, Fitness und Diäten den Schönheitsvorbildern nachzueifern. Zusätzlich ist es erstmalig in der gesamten Menschheitsgeschichte möglich, sich durch einen operativen Eingriff diesem angestrebten Ideal zu nähern.

Quelle: Ges. für Ernährungsmedizin und Diätetik

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