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Frauen empfinden Schmerzen anders als Männer

Jenseits der 60 besteht jedoch kaum noch ein Unterschied.

12.03.2009

"Heulsusen" oder doch das starke Geschlecht? Als Kind noch "abgestempelt", scheinen Frauen als Erwachsene besser mit Schmerzen klar zu kommen als mancher "starke Mann". Tatsächlich unterscheidet sich das Schmerzempfinden schon von Natur aus, berichtet die Zeitschrift "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" in ihrer Ausgabe 4A/2009.

Frauen erleben häufiger immer wiederkehrenden, starken und länger anhaltenden Schmerz, so die "International Association for the Study of Pain" (IASP). Typisch für Frauen sind Rückenschmerzen - hauptsächlich im Bereich von Hals, Schultern und Nacken. Männer trifft es dagegen eher an der Lendenwirbelsäule. Zu den klassischen Frauenleiden gehören auch Kopfschmerzen, insbesondere Spannungskopfschmerzen. Ein spezifisch weibliches Stresssymptom sind offenbar auch häufig Ganzkörperschmerzen ohne erkennbare organische Ursache.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Frauen zudem doppelt so empfindlich auf Schmerzreize reagieren wie Männer. Sie geben früher und häufiger Schmerzen an, denn die Schmerzen werden bei ihnen im limbischen System verarbeitet. Das gehört zum ältesten Teil des Gehirns, ist für Gefühle zuständig und weist bei der Frau doppelt so viele Schmerzempfänger (Rezeptoren) auf wie beim Mann. Bei "ihm" findet die Schmerzverarbeitung dagegen im Frontalhirn statt. Es steuert die analytischen Denkprozesse. Frauen leiden außerdem nicht nur mehr, sondern auch empfindsamer: "Sie können verschiedene Schmerzqualitäten wie ‚pochend‘ oder ‚dumpf‘ besser unterscheiden", hat die Fachärztin für Schmerztherapie Dr. Magdalene Roth-Brons vom Schmerzzentrum Leer beobachtet: "Das liegt möglicherweise daran, dass sie durch Menstruations- und Geburtsschmerz eine natürliche, geschlechtsbedingte Erfahrung mit Schmerzen haben."

Durch ihre unterschiedlichen Aufgaben für den Fortbestand sind Frauen und Männer verschieden programmiert. Dabei spielen die Hormone eine wesentliche Rolle: So steigert das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Empfindlichkeit der Nerven, während das männliche Testosteron eher dämpfend wirkt. Auch die hormonellen Veränderungen während der Menstruation und der Schwangerschaft beeinflussen das Schmerzempfinden. Veränderungen im Östrogenspiegel wirken sich offenbar auf die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn aus: Mit dem sinkenden Östrogenspiegel während der Menstruation verringert sich der Serotoninspiegel. Die Schmerzempfindlichkeit steigt, Kopfschmerzen treten häufiger auf. Das Auf und Ab der Hormone verändert auch die Schmerztoleranz des "schwachen" Geschlechts: Während der Geburt haben Frauen (für Männer unvorstellbar) große Schmerzen auszuhalten. In der Menopause lässt die Alarmbereitschaft weiblicher Nerven schließlich nach: Jenseits der 60 besteht zwischen den Geschlechtern kaum noch ein Unterschied. Auch kulturelle Unterschiede, die unterschiedliche Erziehung von Mädchen und Jungen und die persönliche Haltung beeinflussen die Schmerzwahrnehmung.

Und noch einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt es in puncto Schmerzen: Frauen gehen besser mit ihnen um. Frauen nehmen eher medizinischen Rat und Behandlung in Anspruch, während Männer den Arztbesuch nur zu gern auf die lange Bank schieben und ihr Befinden verdrängen. "Frauen gehen zwar häufiger zum Arzt, erhalten aber in geringerem Umfang eine angemessene Behandlung", sagt Dr. Roth-Brons. Sie werden mit ihren Befindlichkeitsstörungen weniger ernst genommen. Doch gerade bei der Schmerzbehandlung ist es wichtig, rechtzeitig entgegenzuwirken. Der Körper kann sich dann nicht nur schneller regenerieren: Ob Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Hexenschuss - wer bei Schmerzen immer nur die Zähne zusammenbeißt, riskiert, dass die Beschwerden chronisch werden. Wirksame und gut verträgliche Schmerzmittel sind in jeder Apotheke erhältlich.

Frauen nehmen häufiger Schmerzmittel ein als Männer, vor allem Medikamente gegen Kopfschmerzen. Der weibliche Stoffwechsel arbeitet anders als der männliche."Der Magen entleert sich hormonell bedingt langsamer", erklärt Dr. Roth-Brons, "ebenso erfolgt die Ausscheidung von Arzneimitteln über die Niere bei Frauen durch eine geringere Nierentätigkeit langsamer." Deswegen wirken Schmerzmittel bei Frauen und Männern keineswegs gleich. Den Wirkstoff Acetylsalicylsäure zum Beispiel kann der weibliche Organismus nicht so schnell abbauen wie der männliche. Dadurch treten mögliche Nebenwirkungen wie zum Beispiel Magenbeschwerden bei Frauen öfter und stärker auf.

In der Apotheke kann man sich zum geeigneten Medikament und zur richtigen Dosierung beraten lassen. Rezeptfreie Schmerzmittel dürfen maximal drei Tage hintereinander und höchsten zehn Tage im Monat eingenommen werden. Wenn die Schmerzen nicht nachlassen bzw. regelmäßig wiederkommen, muss ein Arzt konsultiert werden.

Quelle: dgk

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