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Schlaganfall-Risiko kennen, kann Leben retten

Infos und Tipps zur Senkung des persönlichen Schlaganfall-Risikos

18.05.2006

Führende internationale Schlaganfall-Spezialisten riefen gestern dazu auf, der Prävention von Schlaganfällen eine dringende Priorität im öffentlichen Gesundheitswesen und in der medizinischen Fachwelt einzuräumen. Mit diesem Plädoyer wandten sich die Experten anlässlich des "Stroke Awareness Day 2006" an die Öffentlichkeit. Zu Beginn der European Stroke Conference in Brüssel erklärten sie, ein Grossteil der weltweit 15 Millionen Schlaganfälle pro Jahr hätte mit einer besseren öffentlichen Aufklärung und der Behandlung allgemeiner Risikofaktoren verhindert werden können.

Trotz der Tatsache, dass jährlich fünf Millionen Menschen an Schlaganfällen sterben und weitere fünf Millionen als Folge von Schlaganfällen zu Schwerbehinderten werden, geniessen Schlaganfälle weltweit als Erkrankungsform zu wenig Beachtung. Einst galt der Schlaganfall vor allem als Erkrankung westlicher Länder. Doch nun steigt auch die Zahl der Schlaganfälle in Entwicklungsländern rapide an. Viele Menschen haben ein stark erhöhtes Schlaganfallrisiko aufgrund von Faktoren wie Bluthochdruck (vier- bis sechsmal höheres Risiko), Rauchen (doppeltes Risiko), schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung (erhöhtes Risiko um 11 bzw. 50 Prozent). Ein fortgeschrittenes Alter und vorherige gesundheitliche Vorbelastungen wie Herzprobleme oder ein früherer Schlaganfall erhöhen das Risiko ebenfalls. Wer bereits einen Schlaganfall erlitten hat, besitzt ein neunmal höheres Risiko für einen weiteren Schlaganfall. Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, erhöht sich das Risiko um ein weiteres.

Der "Stroke Awareness Day 2006" ist ein Handlungsaufruf an die Öffentlichkeit und insbesondere an diejenigen, die glauben, dass sie ein Schlaganfallrisiko haben, sich langfristig für die Vorbeugung zu engagieren. Betont wird dabei, dass die Prävention nach einem Schlaganfall sogar eine noch grössere Rolle spielt. Deshalb ruft die International Stroke Society (ISS) auch diejenigen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, auf, sich für die Vorbeugung einzusetzen und bittet deren Freunde und Familie um Unterstützung. 15 Prozent der Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, sterben daran oder werden innerhalb eines Jahres pflegebedürftig aufgrund von einhergehenden Problemen durch verstopfte Arterien (z. B. Herzinfarkt oder ein weiterer Schlaganfall).

Die ISS hat Informationsmaterial für Patienten erarbeitet, das über die Reduzierung des Schlaganfallrisikos aufgeklärt. Darin wird aufgerufen, das persönliche Risiko durch folgende Massnahmen so schnell wie möglich zu verringern:

  • Hören Sie mit dem Rauchen auf.

  • Ernähren Sie sich gesund: viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe - wenig Salz, gesättigte Fette und Cholesterin.

  • 30 Minuten körperliche Bewegung, fünfmal die Woche, sind optimal.

  • Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.

  • Vermeiden Sie exzessiven Alkoholkonsum.

  • Wenn Sie über 50 sind, sollten Sie Ihren Blutdruck regelmässig kontrollieren.

  • Nehmen Sie alle Medikamente, die Ihnen der Arzt verschrieben hat.


Informationen zum Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Es besteht sofortiger Handlungsbedarf. Der Rettungsdienst muss sofort verständigt werden, um eine ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Die Überlebenschancen bzw. die Chancen für eine erfolgreiche Genesung werden verbessert, wenn die Symptome schnell erkannt werden und eine sofortige medizinische Versorgung geleistet werden kann. Je früher ein Schlaganfallpatient eine medizinische Sofort- bzw. Langzeitbehandlung erhält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hirnschädigung vermieden werden kann.

Schlaganfälle können entweder durch einen Blutgerinnsel, das den Blutzufluss zum Gehirn hemmt (ischämischer Schlaganfall), oder durch ein geplatztes Blutgefäss, das den Blutzufluss zum Gehirn verhindert (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Wenn dies passiert ist, werden Teile des Gehirns nicht mehr mit Blut (und Sauerstoff) versorgt und beginnen abzusterben.

Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste Form des Schlaganfalls. Jeder, der einmal einen Schlaganfall erlitten hat, besitzt ein erhöhtes Risiko, einen weiteren Schlaganfall und/oder einen Herzanfall zu erleiden. Ohne Sauerstoff und Nährstoffe sterben die Nervenzellen im Gehirn schnell ab. Sobald dies passiert ist, funktioniert der von diesen Nervenzellen kontrollierte Teil des Körpers nicht mehr zuverlässig. Die Ausfälle können dauerhaft sein. Aus diesem Grund ist schnelles Handeln notwendig, um langfristige körperliche und geistige Behinderungen zu minimieren.

Zwar gibt es Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können, wie etwa die altersbedingte oder familiäre Vorbelastung. Allerdings sind viele Faktoren durch einfache Änderung der Lebensgewohnheiten steuerbar. Das Schlaganfallrisiko kann unter anderem durch Aufgabe des Rauchens, Sport und Bewegung, Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung viel Obst und Gemüse oder durch medikamentöse Behandlung mit Blutdruck senkenden Mitteln zur Kontrolle des Bluthochdrucks verringert werden. Bei einigen Patienten reicht allerdings eine Änderung der Lebensgewohnheiten nicht aus, um das Risiko für einen zweiten Schlaganfall zu verringern.

Aber es ist nicht nur die schnelle Beherrschung des Schlaganfalls, die von Wichtigkeit ist, um die Prognose des Patienten zu verbessern. Auch der Einsatz von Statinen, blutdrucksenkenden Mitteln und Antithrombotika kann die Blutgerinnselbildung verhindern und das Risiko des Schlaganfalls verringern.

Quelle: internationalstroke.org

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